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Foto: Andreas Prott - stock.adobe.com
Whatsapp Business: Auftragsfilter, Kundenmagnet – und auch für erste Preisverhandlungen geeignet.

Strategie

Akquise: Preisverhandlungen per Whatsapp Business

Aufträge per Messenger? Whatsapp Business ist für ihn „Auftragsfilter und Kundenmagnet“. 5 Whatsapp-Tipps für Kollegen von Handwerksmeister Stefan Bohlken.

  • Nachrichten per Whatsapp Business ersetzen für Handwerksmeister Stefan Bohlken zunehmend den ersten Ortstermin bei Neukunden: Er steckt nach wenigen Nachrichten einen ersten Preisrahmen ab und filtert Anfragen heraus, die nicht zu seinem Betrieb passen.
  • Bis zu 25 Prozent seiner Aufträge gewinnt Bohlken so – mit Schnellantworten per Textbausteinen, Fotos und einem kleinem Showroom im Messenger.
  • Datenschutzprobleme hat der Fliesenlegermeister dabei nicht. Eine Landingpage mit einer Datenschutzerklärung für kleines Geld nimmt ihm die Arbeit ab und verhindert DSGVO-Probleme.

Seine Begeisterung für Whatsapp Business ist nicht zu übersehen – oder zu überhören. Während Stefan Bohlken von den Vorzügen des Messengers schwärmt, summt und vibriert permanent das eigene Smartphone: Whatsapp-Nachrichten von Bohlken mit Links, Screenshots und Fotos von Referenzen zeigen, wovon er spricht. Er nutze die vielfältigen Funktionen des Dienstes, um mit seinen Kunden „ganz persönlich und direkt zu kommunizieren“.

Für den Fliesenlegermeister aus Oldenburg ist Whatsapp ein zeitsparendes Werkzeug in der Akquise und Kundenkommunikation. „Für mich ist Whatsapp Business ein Auftragsfilter und Kundenmagnet“, sagt Bohlken. Seine Erfahrungen teilt der Obermeister der Oldenburger Fliesenlegerinnung gerne. Hier fünf Tipps für Kollegen.

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# 1: Whatsapp-Nachrichten und Schnellantworten statt Erstgespräch

Auf Kundenanfragen reagiert Bohlken mit standardisierten „Schnellantworten“. Das sind vorformulierte Textbausteine, die jeder Nutzer selbst anlegen und speichern kann. Schnellantworten hat Bohlken für viele häufig benötigte Antworten gespeichert, zum Beispiel für Rückfragen, Absagen, Bewertungsabfragen.

Auch auf Anfragen bedankt er sich mit einer Schnellantwort und bittet zugleich um wichtige Informationen wie Fotos, Grundriss und Umfang der Arbeiten.

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Datenschutz ist wichtig – auch auf Whatsapp.
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Erste Infos abfragen mit einer vorbereiteten Schnellantwort.
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Neugierig machen mit Bildern aus dem eigenen Whatsapp-Katalog.
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Der Katalog: gut bestückt für viele Anfragen.
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Schnellantworten selbst anlegen: So funktioniert schnelle Kommunikation mit Kunden per Whatsapp.

„Die Kunden reagieren positiv auf den Vorschlag, erste Fragen per Whatsapp zu beantworten“, berichtet Bohlken. „Da machen alle mit, auch ältere Kunden, wenn es um kleine Reparaturen geht.“ Sie schicken Bilder, Zeichnungen und sogar Videos vom Bad mit ausführlichen Erklärungen. „Ich bin manchmal richtig von den Socken, wie viel Infos man von den Kunden bekommt“, berichtet der Handwerker.

Damit könne er sich „sehr gut ein erstes Bild machen“. Sein Vorteil: „Viele kleine Aufträge sind sich ähnlich, so spare ich die Zeit für einen ersten Ortstermin.“

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# 2: Preisrahmen abstecken und Aufträge filtern per Whatsapp

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Foto: Wiebking 20 bis 25 Prozent seiner Aufträge gewinnt Fliesenlegermeister Stefan Bohlken mit Whatsapp Business.

Einen Kundentermin macht Bohlken erst, wenn er gute Chancen auf den Auftrag hat und der Preis für beide Seiten passt.

Denn anhand der ersten Infos per Whatsapp steckt er gleich einen groben Preisrahmen ab. „Den kalkuliere ich mit dem durchschnittlichen Quadratmeterpreis der letzten vergleichbaren Aufträge, das passt meistens.“ Den Preisrahmen schickt er mit Fotos von ähnlichen Referenzen, die er auf seinem Smartphone immer dabei hat. „Damit hole ich die meisten Kunden ab. Sie fühlen sich ernst genommen und es erleichtert die weitere Kommunikation.“

Hat ein Kunde andere Preisvorstellungen, „dann hakt man nach oder sagt ab“, berichtet Bohlken. Auch dafür hat er einen Textbaustein: „Ich weiß, dass das viel Geld ist, aber für Ihre Wünsche erscheint das ein passendes Budget zu sein. Weniger würde für ihre Planungswünsche nicht ausreichen.“

Für ihn sei der Messenger ein „ganz früher Kundenfilter mit geringem Zeitaufwand“. Zugleich könne er „Sympathiepunkte“ sammeln, „weil es schnell geht, handfest ist und die Kunden nicht lange warten müssen“. Das Ergebnis: Rund 20 bis 25 Prozent der Aufträge erhalte er inzwischen über oder mit Whatsapp.

Telefoniert werde zwischendurch allerdings auch weiterhin. “Das gesprochene Wort ist sehr wichtig in diesem Prozess. Nicht alles geht per Messenger.“  

# 3: Kunden ohne Datenschutzprobleme auf Whatsapp lenken

Allerdings ist der Erstkontakt mit Neukunden per Whatsapp noch die Ausnahme. „Die meisten Interessenten melden schon noch telefonisch“, berichtet Bohlken. Die bittet er, ihm eine Whatsapp mit ihrer Anfrage zu schicken. „Ich bin ja tagsüber oft auf der Baustelle und kann mir da schlecht nebenbei Notizen machen. Die Kunden haben dafür Verständnis, wenn ich ihnen das erkläre.“

Das hat einen weiteren Vorteil für den Handwerksmeister: Der Whatsapp-Kontakt kommt DSGVO-konform zustand. Denn jeder neue Whatsapp-Kontakt erhält von Bohlken eine Nachricht mit einem Link zu einer Datenschutzerklärung. Erst wenn der Kunde zugestimmt hat, antwortet der Handwerker auf die Anfrage.

Diese einfache Lösung hat sich Bohlken von Whatsapp-Berater und Schreinermeister Michael Elbs programmieren lassen. „Diese Landingpage kostet 10 Euro im Monat und die kann ich jedem nur empfehlen. Datenschutz ist wichtig“, sagt er.

# 4: Whatsapp auf dem Desktop

Eine große Zeitersparnis ist für den Fliesenlegermeister zudem die Desktop-Version von Whatsapp. Die läuft auf dem Computer in seinem Büro ständig mit. „Am Schreibtisch ist Whatsapp für mich inzwischen wichtiger als mein E-Mail-Programm.“ Denn auch Anhänge wie Fotos und Baupläne kämen so im Büro an und ließen sich ganz einfach speichern.

Vor allem aber lasse sich der Messenger mit einer Computer-Tastatur einfacher bedienen als am Smartphone.

# 5: Whatsapp Business als Showroom für Kunden

Und noch einen Tipp hat Bohlken für Kollegen: den Katalog von Whatsapp Business. Den nutzt der Fliesenlegermeister als kleinen Showroom für seine Arbeiten. Die Fotos und Informationen könne er schnell und leicht mit Kunden teilen und ihnen „zusätzliche Inspiration“ bieten.

„Die Funktionen im Katalog sind der Hammer“, erzählt Bohlken, „da kann man zeigen, was man alles macht.“ Die Möglichkeiten dieser Micro-Webseite seien „riesig und auch für andere Gewerke geeignet, von der Kosmetikerin bis zum Dachdecker“.

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