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Kriminelle Konkurrenz

Allein gegen die Baumafia

Razzia in 43 Wohnungen, zehn Festnahmen, illegale Millionengewinne. Der jüngste Schlag gegen die italienische Baumafia in Deutschland ist spektakulär – und wirft eine Frage auf: Wie sollen sich kleine Betriebe gegen die kriminellen Strukturen in Teilen der Bauindustrie behaupten?

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Schwerpunkt der konzertierten Aktion: Der Raum Köln, aber auch in der Region Würzburg und in Hessen haben die Fahnder zugeschlagen.

Zehn Männer im Alter von 33 bis 60 Jahren sind festgenommen worden, die meisten davon in Köln. Der wirtschaftliche Schaden, der den Beschuldigten zur Last gelegt wird, beläuft sich auf 30 Millionen Euro.

Jetzt sind die Ermittler damit beschäftigt, die Gewinne abzuschöpfe, die von den „überwiegend sizilianischen Tatverdächtigen" erwirtschaftet wurden.

Mehr über die aufwendige Arbeit des Einsatzkommandos "Rizzo" lesen Sie auf Seite 2.


Einsatzkommando "Rizzo"
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Seit Ende 2009 haben die Staatsanwaltschaft Köln und Steuerfahnder aus Düsseldorf, Bonn und Wuppertal unter der Bezeichnung "EK Rizzo" gegen die Baumafiosis ermittelt. Zur Erinnerung: Anfang 2009 hatte das Landgericht Köln einen ähnlichen Fall verhandelt und langjährige Haftstrafen verhängt.

Das Ermittlungsverfahren endete mit einem Verdacht: Hatten die Fahnder nur einen Ausschnitt aus einem „riesigen Komplex“ entdeckt, der für den „Niedergang der deutschen Bauwirtschaft mitverantwortlich ist“? Die aktuellen Ermittlungsergebnisse legen das nahe.

Die Kriminalisten konnten das „straff gegliederte, hierarchisch aufgebaute mafiöse Netzwerk“ offengelegen. Das System der überwiegend italienischen Strohmann-Gesellschaften im Baugewerbe diente in erster Linie der Steuerhinterziehung. Sozialabgaben und BG-Beiträge waren für die Baumafiosis irrelevant.

Details wie aus einem Filmskript lesen Sie auf Seite 3


Details wie aus einem Filmskript
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Die Details des Falles lesen sich wie ein Filmskript: In konspirativen Büros und getarnten Wohnungen und Gaststätten in Köln wurden fingierte Rechnungen erstellt. Sobald die Gelder auf Firmenkonten verbuchten wurden, sind sie unmittelbar abgehoben worden. Die Kolonnenschieber wurden entweder in einschlägigen italienischen Gaststätten oder auf öffentlichen Parkplätzen ausgezahlt.

Originalzitat aus der Pressemitteilung des Kölner Polizeipräsidiums: „Diese Form der organisierten Wirtschaftskriminalität entfaltet eine enorme und bedrohliche gesellschaftsschädigende Wirkung. Sie verursacht immense Steuerausfälle und bedroht die Existenz einer Vielzahl von legal tätigen Unternehmen – oder vernichtet sie sogar.“

Weitere Informationen zum Thema:


(sfk)
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Tatort Bau

Krimineller Klüngel

Umsatzsteuerbetrug im großen Stil: Die Kölner Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben einer „überregional agierenden, straff gegliederten Gruppierung" das Handwerk gelegt. An der Aktion waren über 700 Polizisten und zahlreiche Steuerfahnder beteiligt.

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Schlag gegen die Mafia im Baugeschäft

Haftbefehle gegen italienische Baumafia

Die italienische Mafia soll im illegalen Baugeschäft an Rhein und Ruhr die Fäden gezogen haben. Mit einer Großrazzia gingen Polizei und Steuerfahndung nun in 16 Städten gegen beschuldigte Firmen vor.

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So tricksen die Schwarzarbeiter

Kleine Fische und große Haie

Der eine verlegt im Finanzamt schwarz Teppiche und wird sofort erwischt. Andere organisieren Schwarzarbeit im großen Stil und kommen damit jahrelang durch. Wodurch unterscheiden sich die Täter? Durch ihre kriminelle Gründlichkeit! Drei Fälle - drei Arbeitsweisen.

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Menschenhandel

Bau-Razzia: Festnahmen nach Millionenbetrug

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) hat quer durch die Republik zeitgleich zugeschlagen. Sieben Bauunternehmer haben die Fahnder festgenommen. Ein Vorwurf: Menschenhandel.

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