Gymnasiasten sollen künftig verstärkt in Richtung Ausbildung beraten werden.
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsagentur will an Gymnasien für Ausbildung werben

Viele Abiturienten entscheiden sich für ein Studium – und brechen es ab. Die Arbeitsagentur will daher verstärkt zu Ausbildungsberufen als Alternative beraten.

Offene Lehrstellen einerseits, viele Studienabbrecher andererseits. Um mehr junge Leute für eine Ausbildung zu begeistern, will die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Beratung an Gymnasien verstärken. Vor allem an den Oberstufen soll intensiver für Ausbildungsberufe geworben werden, berichteten verschiedene Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa. Ziel sei nicht, Jugendlichen das Studium auszureden, sondern ihren Blick auf das Berufsspektrum zu erweitern, betont BA-Chef Detlef Scheele. „Man muss zeigen, dass die duale Ausbildung keine Sackgasse ist.“

Für viele Schulabgänger scheint das Studium nicht die beste Wahl zu sein: Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wirtschaftsforschung von 2017 bricht fast jeder dritte Bachelor-Student sein Studium ab. Viele von ihnen sind dann offen für Ausbildungsberufe: Ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule hatten 43 Prozent der Abbrecher eine Berufsausbildung aufgenommen.

Dem Studienabbruch will die BA zuvorkommen. Ab dem kommenden Jahr wolle man die Berufsorientierung, die schon jetzt für die Mittelstufe angeboten wird, auch ab Klasse 11 fortsetzen, so Scheele. Er will vor allem mit den Perspektiven, die sich den Jugendlichen nach der Ausbildung bieten, überzeugen.

Auch interessant:

"Wir brauchen uns nicht hinter der Industrie zu verstecken"

Anspruchsvoll, attraktiv und zukunftsfähig: Das trifft auf viele Ausbildungsberufe im Handwerk zu – da sind sich Betriebe einig. Doch was hält junge Menschen von einer handwerklichen Ausbildung ab?
Artikel lesen >

Mit der Werkstatt im Linienbus

Fünf Tage, fünf Gewerke, drei Buslinien: Mit einer ungewöhnlichen Guerilla-Marketing-Aktion hat sich das Handwerk im Bergischen Land spannend in Szene gesetzt.
Artikel lesen >

-Anzeige-

Förderung für die Ausbildung

Ausbildung: Darf‘s auch ein bisschen älter sein?

Ausbildungsplätze im Handwerk sind nicht immer leicht zu besetzen. Betriebe öffnen sich daher neuen Wegen: Erwachsene ohne Berufsausbildung werden per Umschulung noch zur Fachkraft. Förderprogramme der Arbeitsagenturen unterstützen dabei.

Personal

7 Tipps: So verhindern Sie Ausbildungsabbrüche vor Ausbildungsbeginn

Erster Arbeitstag und der neue Azubi kommt doch nicht. Wie können Handwerksbetriebe Vertragsauflösungen vor Ausbildungsbeginn vermeiden? Wir haben 7 Tipps für Sie!

Steuern

Kein Kindergeld für berufsbegleitende Weiterbildung

Kindergeld gibt es auch für volljährige Kinder in der Ausbildung. Doch was ist, wenn es sich um ein Aufbaustudium neben dem Job handelt?

Personal

Ausbildungsziel: Fachpraktiker

Menschen mit Behinderung können eine theoriereduzierte Ausbildung zum Fachpraktiker machen. Für die ausbildenden Betriebe gibt es viel Unterstützung.