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Versicherungen

Arbeitsfähigkeit absichern

Doch nicht jede Berufsunfähigkeitsversicherung hält, was sie verspricht.

Schutz für alle Fälle? Nicht alles, was Versicherungen anbieten, braucht man tatsächlich. Nur eine Handvoll Policen sei wirklich wichtig, sagen Verbraucherschützer. Die Berufunfähigkeitsversicherung (BU) gehöre in jedem Fall dazu. Wirklich in jedem?

Die Statistik scheint eindeutig: Jeder vierte Arbeitnehmer scheidet aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus. Es gibt allerdings auch eine andere Statistik, weiß der unabhängige Versicherungsberater Hans-Hermann Lüschen aus Berlin: #132;Durchschnittlich zwei von 100 gegen Berufsunfähigkeit Versicherte kommen irgendwann einmal in eine Situation, in der sie Geld von ihrer Versicherung erhoffen. Von denen wird die Hälfte abgelehnt. #147; Das bedeute nicht, dass die BU sinnlos sind, betont Lüschen, der in solchen Fällen auch als gerichtlicher Gutachter arbeitet. #132;Aber man muss schon genau aufpassen, was man unterschreibt. #147;

Diesen Rat gab Lüschen auch dem Tischlermeister Hans Günter Schumacher. Der 48-Jährige hat 1999 die auf den Kfz-Ausbau spezialisierte Tischlerei Zeisberg in Oldenburg übernommen. #132;Eine Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich damals ziemlich schnell abgeschlossen #147;, erinnert sich Schumacher. Als die Geschäfte ein paar Jahre später etwas besser liefen, wollte er den Versicherungsschutz weiter aufstocken. Statt jedoch wieder seinen Versicherungsvertreter zu fragen, wandte sich Schumacher diesmal an Lüschen. Und der habe ihm die Augen geöffnet: #132;Die Gefahr, dass die Versicherung gar nicht zahlt, wenn ich sie einmal brauche, war mir dann zu groß #147;, erinnert sich Schumacher. Denn die Versicherer lassen sich meist eine ganze Reihe von Hintertüren offen, ergänzt Lüschen.

Dabei lassen sich die Versicherer ihren unsicheren Schutz gut bezahlen. 200 Euro gab zum Beispiel Tischlermeister Schumacher jeden Monat aus. Mittlerweile hat er seine Police gekündigt und eine private Unfallversicherung abgeschlossen. Die decke zwar nicht alle Risiken ab. Doch zumindest könne er damit rechnen, dass sie für die versicherten Risiken auch aufkomme. #132;Und dafür kostet sie nur soviel wie ein Monatsbeitrag meiner BU. #147;

Anderen Unternehmern rät Schumacher, sich unabhängig beraten zu lassen. #132;Den Versicherungsberater habe ich bezahlt, aber dafür hat er mich auch neutral beraten. #147;

Stolperfallen beachten

Checkliste: Im Kleingedruckten lauern die Gefahren.

Vor allem zwei Punkte sind es, die den Versicherungen bei Berufsunfähigkeit eine Hintertür lassen, erläutert Versicherungsberater Hans-Hermann Lüschen:

Häufig würden Unternehmer darauf verwiesen, dass sie gar nicht berufsunfähig seien, sondern im Betrieb nur andere Arbeiten übernehmen müssten.

In den Anträgen wird oft nur nach Vorerkrankungen in den letzten drei, fünf oder zehn Jahren gefragt. Aber meist beziehen sich die Verträge irgendwo noch auf Paragraf 16 des Gesetzes über den Versicherungsvertrag. #132;Und danach sind Antragsteller verpflichtet, alle relevanten Vorerkrankungen anzugeben und nicht nur die der letzten Jahre #147;, sagt Lüschen.

Checkliste:

Sie wollen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen oder eine schon bestehende prüfen? Dabei hilft Ihnen eine kostenlose Checkliste, die Sie hier herunterladen können.

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