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Drei verschiedene Förderinstrumente: Betriebe, die in die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter investieren, können dafür finanzielle Unterstützung von der BG Bau bekommen.

BG Bau

Arbeitsschutz: Bis zu 10.000 Euro Förderung für Betriebe

Arbeitsschutz muss sein, doch Betriebe kostet das Zeit und Geld. Aber es gibt finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen.

  • Die BG Bau unterstützt Betriebe, die in die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter investieren, mit drei verschiedenen Förderinstrumenten.
  • Dazu gehört die beitragsabhängige Prämienförderung. Wofür Betriebe das Geld einsetzen können, verrät der Prämienkatalog.
  • Bei der Absturzprävention setzt die BG auf eine beitragsunabhängige Förderung. Betriebe können maximal 10.000 Euro bekommen.
  • Zuschüsse gibt es auch, wenn Betriebe ihren Mitarbeitern ein Fahrsicherheitstraining finanzieren. Wie hoch die sind, hängt vom Fahrzeugtyp ab.

Ob auf der Baustelle oder im Betrieb – am Thema Arbeitsschutz führt kein Weg vorbei. Denn laut Arbeitsschutzgesetz müssen sich Arbeitgeber um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter kümmern. Das ist mit Aufwand und Kosten verbunden. Doch Sie können finanzielle Unterstützung bekommen. Je nach Arbeitsschutzmaßnahme gewährt die BG Bau Prämien, die mal von den gezahlten Beiträgen abhängen und mal unabhängig davon sind. Im Gespräch hat Frank Werner von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) verraten, welche Fördermöglichkeiten es gibt.

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1: Beitragsabhängige Prämienförderung

Sie planen Rückfahrkameras für Baumaschinen, Luftreiniger oder Gehörschutz anzuschaffen? Dann können Sie dafür möglicherweise eine Förderung bekommen. Denn die BG Bau unterstützt Betriebe, die in die Sicherheit und den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten investieren, mit beitragsabhängigen Prämien.

„Je mehr Beiträge ein Betrieb zahlt, desto höher ist die Förderung“, erläutert Werner. Bei einem Jahresbeitrag von 250 Euro sind bis zu 100 Euro Prämie pro Jahr möglich und bei Jahresbeiträgen bis 100.000 Euro sind es 5.000 Euro.

Der Experte weist darauf hin, dass Betriebe die Fördersummen über mehrere Jahre ansparen können. Im Arbeitsschutzprämien-Katalog erfahren Unternehmer, wofür sie das Geld einsetzen können. Beispielsweise haben sie die Möglichkeit, sich die Anschaffung von UV-Schutzshirts mit bis zu 30 Euro fördern zu lassen.

Tipp: Die Arbeitsschutzprämien erhalten Betriebe nur in dem Jahr, in dem sie eine Investition getätigt haben. Unternehmern rät Werner deshalb, die Förderung rechtzeitig vor Jahresende zu beantragen.

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2: Beitragsunabhängige Förderung für Absturzprävention

Tödliche Arbeitsunfälle in den Bau- und Ausbaugewerken sind meist auf Abstürze von hochgelegenen Arbeitsplätzen, wie Dächern, Gerüsten und Leitern, zurückzuführen. Deshalb gibt es laut Werner seit Mitte 2020 eine beitragsunabhängige Förderung für Maßnahmen zur Absturzprävention: „Wir wollen Arbeiten in der Höhe sicherer machen und unterstützen bei Maßnahmen zur Absturzprävention mit bis zu 10.000 Euro.“

Welche Anschaffungen förderfähig sind und welche Kosten die Berufsgenossenschaft im Einzelfall übernimmt, steht im Arbeitsschutzprämien-Katalog. Investieren Unternehmer zum Beispiel in vorlaufenden Seitenschutz für ihr Systemgerüst oder in eine leichte Plattformleiter, können sie dafür eine Prämie von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises erhalten. Unternehmer, die die maximale Fördersumme von 10.000 Euro ausschöpfen wollen, müssen dem Experten zufolge 20.000 Euro investieren.

Damit Unternehmen die Förderung bekommen, müssen sie laut Werner auf folgende Punkte achten:

  • Sie müssen ein förderfähiges Produkt anschaffen. Welche das im Einzelfall sind, erfahren Handwerker auf der Website der BG Bau.
  • Mit dem Kaufbeleg müssen Betriebe dann die Prämie beantragen. Wichtig dabei ist, dass sie die Belege in dem Kalenderjahr bei der BG einreichen, in dem sie die Maßnahme umgesetzt haben.
  • Wichtig ist außerdem, dass für das Kalenderjahr noch Fördermittel verfügbar sind. Doch dazu sagt Werner: „In der Regel ist das kein Problem.“

3: Förderung für Fahrsicherheitstraining

Bauhandwerker sind beruflich viel mit Transportern, Lkw oder anderen Fahrzeugen unterwegs. „Wir zahlen deshalb Zuschüsse für Fahrsicherheitstrainings“, sagt Werner. „Damit wollen wir erreichen, dass die beruflichen Vielfahrer ihre mit der Arbeit verbundenen Wege im Straßenverkehr sicher zurücklegen.“

Die Höhe des Zuschusses hänge von der Art des Sicherheitstrainings ab. Bis zu 85 Euro der Kosten übernimmt die BG bei Fahrsicherheitstrainings mit einem Transporter. Allerdings ist der Zuschuss laut Werner an Voraussetzungen geknüpft: So müsse der Kurs den Kriterien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates entsprechen. Zudem müssten sich die Unternehmen den Zuschuss vor Kursstart bewilligen lassen.

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