Arbeitserleichterer: Tobias Naumer übernimmt mit Pro-plans aufwändige Konstruktionszeichnungen für Kunden aus dem Holzhandwerk.
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Arbeitserleichterer: Tobias Naumer übernimmt mit Pro-Plans aufwändige Konstruktionszeichnungen für Kunden aus dem Holzhandwerk.

Strategie

Outsourcing von Kernaufgaben: Endlich wieder Luft!

Wie lassen sich wichtige Aufgaben ruhigen Gewissens abgeben? Antwort: Mit Standards! Wie das funktioniert, zeigen diese Konstrukteure im Holzhandwerk.

Auf einen Blick:

  • Arbeitsvorbereitung abgeben: Das Konstruktionsbüro Pro-Plans bietet Kunden im Holzhandwerk so einen Service an.
  • Der Weg zur verarbeitungsfertigen Konstruktion inklusive Stücklisten führt über definierte Standards. Sie fordern dem Handwerksbetrieb einen sehr guten Organisationsgrad ab.
  • Die Schreinerei Breuer-Koch hat den Dienst in einem Projekt probiert. Fazit des Geschäftsführers: „Wir können die Arbeitsvorbereitung für ein paar Projekte abgeben und sorgen so für einen größeren Projektdurchlauf und eine ausgelastete Werkstatt.“

Mit Standards zum Erfolg

Individualität ist für viele Handwerker das wohl wichtigste Verkaufsargument. Ist das gleichzeitig ein Argument gegen effiziente Standardisierung? „Im Gegenteil“, sagt Tischlermeister Tobias Naumer, „durch Standards lässt sich individuelles Handwerk viel zeitsparender realisieren“. Naumer hat sich mit Konstruktionsbüro Pro-Plans als Dienstleister für Tischler und Schreiner selbstständig gemacht. Sein Versprechen: Pro-Plans übernimmt die Konstruktion verschieden komplexer Projekte und liefert die 3D-Daten und Stücklisten für die Fertigung. Der beauftragende Holzhandwerker kann das Projekt auf Basis dieser Daten fertigen und abschließen.

Standards sind für Naumer der Weg, damit so eine komplexe Zusammenarbeit für beide Seiten gewinnbringend funktioniert. Sie sollen dafür sorgen, dass

  • Informationen vollständig übermittelt werden,
  • die erstellte Konstruktion den Fertigungsmöglichkeiten und -wünschen vor Ort entspricht,
  • Projekte reibungsarm und effizient in der vorgegebenen Zeit abgeschlossen werden .

Handwerkerfazit: Zeitaufwand stark reduziert

Die Dienste des Unternehmens würden beispielsweise Handwerker nutzen, die mehr Kundenanfragen haben als Kapazitäten in der Arbeitsvorbereitung und solche Auftragsspitzen dennoch bedienen wollen. Mit 35 Kunden in Unternehmensgrößen zwischen 20 und 1000 Mitarbeitern habe das Konstruktionsbüro inzwischen zusammengearbeitet.

Dazu zählen auch die Schreinerwerkstätten Breuer-Koch. Das 20-Köpfige Unternehmen beschäftigt selbst vier Konstrukteure und ist mit einer effizienten Planung und Fertigung bestens vertraut. Im Projekt mit Pro-Plans übernahmen Naumer und sein Team die Projektplanung, Breuer-Koch die Fertigung. „Für uns war es eine neue Erfahrung, von außerhalb eine Planung zu bekommen und die in unser System einzufügen“, sagt Breuer-Koch-Konstrukteur Florian Schütz, der die Zusammenarbeit initiiert hat. Zugleich zieht er ein positives Fazit: „Mit den externen Konstrukteuren konnten wir unseren Zeitaufwand in der Arbeitsvorbereitung auf rund ein Fünftel reduzieren.“

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Der Weg zur Konstruktion

Konstruktionsbeispiel Nischenschrank: Solche Ansichten kann ein Export der Konstrukteure bieten.
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Konstruktionsbeispiel Nischenschrank: Solche Ansichten kann ein Export der Konstrukteure bieten.
Konstruktionsbeispiel Schubkasten (Ansicht ohne Frontblende): Auch die Stücklisten werden direkt mitgeliefert.
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Konstruktionsbeispiel Schubkasten (Ansicht ohne Frontblende): Auch die Stücklisten werden direkt mitgeliefert.
Geschwungener Tunnel für ein Museumprojekt: Auch solch ausgefallene Designs übernehmen die Pro-Plans-Konstrukteure.
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Geschwungener Tunnel für ein Museumprojekt: Auch solch ausgefallene Designs übernehmen die Pro-Plans-Konstrukteure.

Wie läuft die Arbeit mit den externen Konstrukteuren ab? „Die Handwerker schicken uns eine Anfrage: Sie brauchen Unterstützung in der Konstruktion, zum Beispiel in einem Zeitfenster von zwei Wochen“, erklärt Tobias Naumer. Dann greifen die Standards: Zunächst erhält Unternehmen den Link zu einem Formular, das sie ausfüllen. Darin werde unter anderem der Umfang der Arbeiten geklärt. „Wir können dann den Aufwand einschätzen und dem Kunden eine Kostenschätzung übermitteln. Wenn er zusagt, schicken wir ihm zwei weitere Formulare mit mehr Detailfragen zu“, erklärt Naumer.

Unter anderem würden die Reihenfolge der Fertigungsprozesse und die Fertigungstechnologienim Betrieb abgefragt, ob Sanitärbauteile und Elektronik vorgesehen sind und wer deren Planung verantwortet. „Da gehen wir richtig in die Tiefe, denn wenn wir mit dem Konstruieren anfangen, muss uns jedes Detail bekannt sein, das einen Einfluss auf die Konstruktion hat“, erklärt Naumer. Ein Konstrukteur sichte alle Daten und es werde ein Kick-Off-Termin per Video-Konferenz vereinbart. Dann folge eine erste Konstruktionszeichnung, zu der Änderungswünsche gemacht werden können, und daraufhin eine zweite, die der Holzhandwerker seinem Endkunden präsentieren kann. Wahlweise könne Pro-Plans hier mit ins Boot geholt werden oder anonym bleiben. Für Präsentation und Fertigung erhält der Betrieb alle nötigen Daten wie 2D- und 3D-Konstruktionszeichnungen, Stücklisten, Aufbauanleitungen.

Größerer Projektdurchlauf, bessere Auslastung

Für die Schreinerwerkstätten Breuer-Koch war der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit die gute Kommunikation. Dazu gehörte auch die Bereitschaft, dass jede Seite ein Stück auf die Bedürfnisse der anderen eingeht. „Jeder Betrieb hat seine Eigenheiten, die eine Konstruktion bestimmen. Zum Beispiel die Art der Verbindungstechnik“, erklärt Florian Schütz. Die Pro-Plans-Konstrukteure – laut Tobias Naumer alles Meister oder Holztechniker mit Werkstatt- und Baustellenerfahrung – seien auf diese Details eingegangen. Am Ende habe Breuer-Koch die digitalen Konstruktionspläne mit allen Einzelteilen inklusive Stückliste in so einer Form erhalten, dass sie ohne größere Anpassungen weiterverarbeitet werden konnten. Die Mitarbeiter konnten den Auftrag in der Werkstatt wie gewohnt abarbeiten .

Breuer-Koch-Geschäftsführer Fabian Koch habe die Zusammenarbeit gezeigt, dass das Unternehmen die zeitintensive Konstruktionsentwicklung abgeben kann und damit Zeit spart. Koch sieht darin eine attraktive Lösung für Situationen, in denen die Aufträge die Kapazitäten der eigenen Konstruktionsabteilung überschreiten: „Wir können die Arbeitsvorbereitung für ein paar Projekte abgeben und sorgen so für einen größeren Projektdurchlauf und eine ausgelastete Werkstatt.“

Outsourcing: Die Voraussetzungen müssen stimmen

Damit das wie gewünscht funktioniert, müsse ein Unternehmen einige Voraussetzungen erfüllen. „Man muss schon digital aufgestellt sein und einen passenden Maschinenpark mit einem gewissen Automatisierungsgrad haben“, erklärt Koch. Tobias Naumer ergänzt: „Der Betrieb muss in der Lage sein, alle nötigen Informationen für ein Projekt transparent zusammenzutragen und uns zugänglich zu machen.“ Die dafür nötigen strukturellen Mindestanforderungen sieht er aktuell eher bei Unternehmen mit mindestens 20 oder 30 Mitarbeitern erfüllt.

Mit der Zeit will das Unternehmen auch im Stande sein, kleinere Betriebe zu unterstützen. Dazu arbeiten die Konstrukteure daran, ihre eigenen Standards auf das nächste Level zu bringen. „Wir bauen Bibliotheken mit Konstruktionsdaten für den Möbel- und Innenausbau auf, die es erlauben mit standardisierten Baugruppen individuelle Produkte zu fertigen“, erklärt Naumer. Sie sollen es ermöglichen, Aufträge künftig „aus der Hüfte“ bearbeiten zu können und den Konstruktionsaufwand stark zu reduzieren. „Wenn das läuft, wollen wir unsere Konzepte und Systeme als Blaupausen an die Unternehmen geben, die diesen Weg zu einer effizienteren Projektabwicklung weiterentwickeln wollen.“

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