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Dauerfrust

Architekten vs. Handwerker – die Fronten sind verhärtet

Ärger über Architekten gehört für Sascha Trynoga zum Alltag. Muss das so sein, fragt sich der Handwerksmeister. Und: Geht das nicht auch anders?

Auf einen Blick:

  • Das Verhältnis zwischen Handwerkern und Architekten ist nicht das beste. Wertschätzung? Fehlanzeige! Stress? Ein Dauerzustand! Abhilfe? Nicht in Sicht!
  • Sascha Trynoga ist da alles leid. Er sucht Verbindendes statt Streit – und hat eine Gemeinsamkeit entdeckt: den Kunden. Aber leicht wird es nicht!

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Von Sascha Trynoga

In meinem Kopf gibt es eine interessante primäre Verknüpfung mit dem Wort Architekt: Ich denke an „Matrix“? Sicher kennen Sie dieses cineastische Meisterwerk. Der Architekt der Matrix. Weise wie Gandalf aus „Herr der Ringe“. Hat den Überblick über jedes Detail ...

Ja. Das sind Filme. Die Realität? Müsste ich meine Erfahrungen aus 12 Jahren Selbstständigkeit in einem einzigen Satz zusammenfassen, dann würde er wohl so lauten: „Also irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ohne Architekt besser gelaufen wäre.“

Natürlich kann ich auch direkt diverse Gegenbeispiele nennen, wo Handwerker versuchen, „unter sich“ eine Baustelle mit sagen wir mal, drei bis vier Gewerken zu koordinieren. Und wir reden jetzt beispielhaft nur von einem Badezimmer. Nicht von ganzen Häusern. Ja, auch hier gibt es Katastrophen, die jetzt eine halbe Seite füllen könnten. Mindestens.

Aber darum geht es hier nicht.

Keine Wertschätzung – und das beruht auf Gegenseitigkeit

Die Zusammenarbeit von Handwerker und Architekt hat ein Niveau erreicht, das meiner Meinung nach nicht zeitgemäß und menschlich unpassend ist.

Ist das nicht so? Dass da oft dieses Gefühl entsteht, der eine ist die Sonne, der andere dreht sich nur blöd drum herum. Die Studierten und die Handwerker. Was ist da schiefgelaufen? Liegt es an der Uni? Liegt es an den Meisterschulen? Ist es ein Persönlichkeits-Problem?

Werden wir Handwerker nicht oft genug von Architekten wie – ich überzeichne das jetzt bewusst – Menschen einer anderen Klasse behandelt? Als Betrüger, Pfuscher, Kostentreiber, Bedenkenträger.

Andererseits werden Architekten von uns oft genug als Fachidioten, Theoretiker oder Realitätsfremde abgestempelt.

Wer oder was hat dazu geführt? Ich brauche da echt Hilfe, denn ich kann es mir nicht erklären.

Und das lässt sich auch nicht so einfach durchbrechen. Selbst dann nicht, wenn man es sich fest vornimmt. Zum Beispiel denke ich jedes Mal: Beim nächsten Mal, da machst du das und das vielleicht anders. Dann klappt das auch besser. Tut es nicht. Vergesst es. Es gibt immer etwas: wahnwitzige Terminvorstellungen oder der explizite und beharrliche Wunsch, fachlichen Bullshit umzusetzen.

Geht das nicht auch anders?

Dabei ist es doch eigentlich so einfach. Wir brauchen Euch, Ihr braucht uns. Wobei? Jetzt lehne ich mich ganz weit aus dem Fenster: Wer erschafft es denn letztendlich? Wer erweckt denn die „Vision“ zum Leben?

Wir brauchen uns also. Auf Augenhöhe. Wertschätzend. Und ohne diese unsinnige Diskussion darüber, wer wen am Ende mehr braucht. Das muss doch irgendwie möglich sein. Denn diese ständigen Diskussionen führen zu nichts und rauben uns Kraft. Beiden Seiten. Kraft für das Wichtigste: Wir sitzen in einem Boot. Und rudern für den Kunden auf Platz eins.

Das muss doch im Jahr 2017 möglich sein, ohne sich gegenseitig kleine Löcher ins Boot zu bohren.

Ich weiß, es gibt noch andere da draußen, die genauso wie ich denken. Es muss doch gemeinsam funktionieren! Letztens gab es eine Veranstaltung, ins Leben gerufen durch die Savamea AG, die dieselbe Intention hatte. Und eine Wiederholung 2018 ist geplant. Titel: „Brücken bauen – Handwerk und Architektur gehen gemeinsame Wege“.

Das muss es sein. Nein. Werden. Bitte.

Sascha Trynoga ist Malermeister aus Wuppertal, zählt zu den Digital Natives seiner Branche und berichtet in seinem Blog blog.malertrynoga.de und hauptsächlich auf Facebook und Instagram über seinen Berufsalltag.

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