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05.12.2013

Raus aus dem Mittelmaß

10 Tipps für bessere Imagevideos

Videos sind ein starkes Marketinginstrument. Doch wie fallen Sie in der Masse der Firmenvideos auf? Die wichtigsten Tipps für einen echten Kundenmagneten.

Nicht ohne gute Planung!
Imagevideo
Nicht ohne gute Planung! - Wenn sich Ihr Imagevideo von anderen abheben soll, brauchen Sie ein Ziel, eine Idee und ein Konzept.
Wenn sich Ihr Imagevideo von anderen abheben soll, brauchen Sie ein Ziel, eine Idee und ein Konzept.
Foto: Rido - Fotolia.com

Immer mehr Handwerksbetriebe präsentieren sich im Internet mit einem eigenen Video. Doch oft wirken die Bilder ähnlich, klingen die Sprüche austauschbar und die Qualität lässt zu wünschen übrig.

Wenn jeder ein Video hat – wie kann man sich da noch von den anderen abheben? Hier die besten Tipps von Sven Lehmann, Inhaber der Produktionsfirma SPOTUNION in Düsseldorf. Lehmann produziert Videos für mittelständische Unternehmen, Industriekunden und Organisationen.

1. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Zielgruppe!
Bieten Sie Leistungen schnell und günstig an oder setzen Sie auf gehobene Qualität und besonderen Service? „Das muss der Film wiedergeben“, betont Lehmann. „Bilder, Text und Filmqualität sollten zum Unternehmen und seiner Zielgruppe passen.“ Wer sich auf luxuriöse Inneneinrichtungen spezialisiert hat, braucht ein anderes Video als etwa ein Fensterbauer mit der Zielgruppe „junge Familien“.

2. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche!
Ein Imagevideo sollte nicht zu lang sein, „oft sind ein bis zwei Minuten genau richtig“, sagt Lehmann. Je länger der Film ist, desto schwerer und aufwendiger wird es, den Zuschauers zu fesseln und bis zum Ende des Videos zu halten.

Selbst wenn Sie sehr viel zu zeigen und erzählen hätten: Interessiert das den Zuschauer alles? Kann und will er sich das alles merken? Oder klickt er weg? Daher sollten Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: Was unterscheidet Sie von anderen, was macht Sie besonders?

Nächste Seite: So planen Sie Ihre Bilder und Texte!

3. Sachlich oder emotional? Entscheiden Sie sich!

Ein Imagevideo spricht die Gefühle des Interessenten an: Es soll Emotionen und Sympathie wecken. „Diese Gefühle sind oft ausschlaggebend“, sagt Lehmann. „Wenn mich jemand begeistert und packt und mit dem Film schon eine Art Grundvertrauen aufbaut, dann werde ich mich eher für diesen Anbieter entscheiden.“

Nicht jedes Video erzielt diese Wirkung. Weiter verbreitet sind Unternehmensvideos, die sachlich informieren sollen. „Das ist dann eine Art Unternehmensporträt“, erklärt Lehmann. Die Themen: „Wir sind …, wir leisten …, wir haben soundsoviele Mitarbeiter, uns gibt es seit …, wir stehen für …, man findet uns hier …“.

Den Unterschied macht der Experte an einem Beispiel aus der Autoindustrie deutlich: „Wie könnte man für ein Cabrio werben? Ein sachlich-informatives Video würde zeigen, wie das Verdeck geräuschlos verschwindet, Details des Cockpits und technische Innovationen. Die Emotionen würde eher ein Film ansprechen, in der ein Pärchen in dem Cabrio auf einer Küstenstraße im Sonnenuntergang unterwegs ist, offensichtlich den Moment genießt und sich glücklich anlächelt.“

Welche Variante für Sie die richtige Lösung ist, hängt von Ihrer Zielgruppe und von Ihren Zielen ab. Oft entscheiden sich Unternehmen für Mischformen, berichtet Lehmann. „Wenn man den Film inhaltlich nicht überlädt, kann man beides kombinieren.“

4. Planen Sie die Bilder zum Ton – und nicht umgekehrt!
Zu fast jedem Video gehört ein gesprochener Text. Beides muss zusammenpassen.

„Am Anfang steht eine grobe Idee. Das Textkonzept beschreibt, was ich genau sagen möchte. Kombiniert man das Textkonzept mit einer Bildbeschreibung, redet man von einem Storyboard“, sagt Lehmann. Doch bevor der Dreh im Detail geplant wird, brauchen Sie einen Text – und erst dann überlegt man sich die passenden Bilder dazu.

Das Textkonzept beantwortet folgende Fragen: Was wollen Sie sagen? Was wollen Sie bei den Zuschauern erreichen? Also - Welches Ziel haben Sie? Daraus ergeben sich Ihre wichtigsten Aussagen, der Text. Dann muss der Satzbau so optimieren werden, dass der Text flüssig und locker von der Zunge geht. Einem gut gesprochenen Text können die Zuschauer besser folgen. „Im Idealfall lässt man das Konzept von einem professionellen Texter optimieren“, sagt Lehmann.

Erst wenn der Text steht, planen Sie die Aufnahmen im Detail: was wollen Sie zeigen? Wie passt das zum Text? Wenn der Sprecher im Video von „handwerklicher Qualität und Präzision“ spricht, dann passen dazu keine Aufnahmen von einem Mitarbeiter, der eine Wand mit dem Vorschlaghammer einreißt.

Nächste Seite: Wann Sie selbst vor die Kamera sollten – und wann lieber nicht!

5. Wählen Sie Ihre Darsteller kritisch aus!

Wenn Ihr Film Emotionen wecken soll, dann müssen die „Darsteller“ dazu passen. Vor die Kamera sollte jemand, der Sympathien weckt.

Im Idealfall ist das der Chef selbst. Doch ein Inhaber vom Typ „ruppiger Raucher mit gelben Zähnen“ ist für Lehmann nicht gerade die Idealbesetzung. „Da muss man als Chef selbstkritisch sein und vielleicht auch Freunde oder Mitarbeiter fragen, sonst schadet man sich nur selbst.“ Ernst nehmen sollten Chefs dezente Hinweise des Filmproduzenten: „Wenn der Produzent vorschlägt, lieber etwas zu machen, bei dem niemand vor der Kamera steht, dann sollte man auf ihn hören.“

Wenn Sie Mitarbeiter zeigen, dann sollten Sie dabei niemanden besonders hervorheben oder als Sprecher einsetzen, rät der Produzent. Wenn so ein Mitarbeiter kurz darauf kündigt, können Sie das Video nicht so einfach unbegrenzt weiternutzen.

Eine Alternative könnte der Einsatz eines professionellen Moderators sein. „Ein Moderator wirkt neutraler und vertrauenswürdig.“ Dennoch ist ein Moderator nur zweite Wahl, falls sonst niemand dafür infrage kommt. Denn im Idealfall sollten Chef und/oder Mitarbeiter selbst Sympathien und Vertrauen erzeugen.

6. Seien Sie mutig!
Wer auffallen will, braucht etwas Mut. Wenn Sie eine ausgefallene Filmidee haben, dann wird das nicht jedem gefallen. Entscheidend ist Ihre Zielgruppe: Sprechen Sie mit Ihren Lieblingskunden über Ihre Idee. Was denen gut gefällt, kommt auch bei neuen Interessenten gut an.

7. Seien Sie authentisch!
Egal ob Sie Bilder aus dem Betrieb zeigen wollen oder eine kleine Geschichte erzählen: Was der Film zeigt, sollte zu Ihrem Betrieb passen. Wenn Chef, Mitarbeiter und sogar das Unternehmen als Ganzes Persönlichkeit und Ausstrahlung haben, dann heben Sie sich schon dadurch von der Masse ab.

Nächste Seite: So schaffen Sie einen professionellen, hochwertigen Gesamteindruck!

8. So gestalten Sie Ihre Videos professionell!

Oft sind es scheinbare Details, die dem Gesamteindruck eines Videos schaden. Wenn Sie sich abheben wollen, sollten Sie auf diese 5 Punkte achten, rät Sven Lehmann:

  Letzte Seite: So finden Sie den passenden Anbieter – und was Sie das kostet!

9. Finden Sie den passenden Filmproduzenten!

Bevor Sie einen Film planen oder jemanden damit beauftragen, sollten Sie sich im Web umschauen: Welche Imagevideos gefallen Ihnen, welche nicht? Wenn Sie fündig werden, fragen Sie nach, wer den Film gemacht hat - vielleicht ist das auch der richtige Produzent für Ihr Imagevideo.

10. Geben Sie Ihr Geld sinnvoll aus!
Konzept, Kameramann, Licht, Ton, Schnitt, Sprecher, Musik, Farbkorrekturen, Grafiken … da sind Spezialisten am Werk und so kommt einiges zusammen. Je individueller und professioneller es sein soll, desto mehr wird es kosten.

„Für 1000 Euro bekommt man auch ein Video, aber das wird dann eben nach Schema F gedreht und oft alles aus einer Hand gemacht“, sagt Lehmann. Er selbst zieht die untere Grenze bei rund 3000 Euro. „Dafür kann man erwarten, dass etwas Gutes und Individuelles herauskommt. Darunter wird es schwierig.“

Sein Rat: Wer mit 1000 Euro kalkuliert, sollte das Geld eher in professionelle Fotos und einen guten Text für die Website investieren. „Das ist wertvoller und erzeugt mehr Wirkung als ein mittelmäßiger Film.“

(jw)

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