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Die nächste Krise kommt bestimmt

5 Tipps für krisenfeste Finanzen

Auch wenn die nächste Krise hoffentlich noch lange auf sich warten lässt: 5 Tipps zeigen, wie Sie sich jetzt finanziell auf den Ernstfall vorbereiten.

Steuern
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Foto: bilderbox.de

Was ist denn nun mit der Konjunktur? Die Bundesbank sieht weiter gute Aussichten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat sich hingegen "erheblich abgekühlt". "Die deutsche Wirtschaft kann sich den weltweiten Turbulenzen nicht entziehen", schlussfolgern dort die Forscher. Wirklich nicht?

Im Handwerk zumindest sehen die Daten noch recht gut aus. Und: Einer aktuellen Umfrage der Deutschen Bank zufolge haben kleine und mittlere Unternehmen den Aufschwung genutzt und "sich eine gute finanzielle Grundlage erwirtschaftet".

Genau der richtige Zeitpunkt für einen taktischen Check: Wie krisenfest ist Ihr Betrieb? Und was können Sie tun? Ein wichtiger Baustein sind dabei die Finanzen, weiß Betriebsberater Wolfgang Miethke, Finanzierungsexperte der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen.

Fünf Punkte sollten Handwerksbetriebe dabei auf den Prüfstand stellen:

1. Jetzt investieren?
Ein Drittel der kleinen und mittleren Betriebe plant der Umfrage der Deutschen Bank zufolge Investitionen – vor allem aus eigenen Mitteln oder im Mix mit Fremdkapital.

Pro: "Für Investitionen spricht das nach wie vor niedrige Zinsniveau", berichtet Miethke, "vorausgesetzt, es besteht die Notwendigkeit und die Investition rechnet sich. Man braucht schon einen belastbaren Plan."

Contra: Nur zu investieren, weil das Geld gerade billig ist und sich so Steuern sparen lassen, wäre hingegen keine gute Idee.

2. Schulden abbauen!
Wenn es die finanzielle Lage hergibt und keine Investitionen anstehen, sollten Handwerker prüfen, ob ein Schuldenabbau infrage kommt, rät Miethke.

Pro: „Die beste Rendite erzielt man immer, wenn man Sollzinsen vermeidet.“ Da manche Banken bei den Zinsanpassungen in der Vergangenheit nicht jeden Vorteil an ihre Kreditnehmer weitergegeben haben, könne sich diese Maßnahme besonders lohnen.

Das gelte auch für Lieferantenkredite, denn die sind teuer. "Wenn möglich, sollten Betriebe immer sofort zahlen, statt auf das Skonto zu verzichten."

Contra: Gibt es nicht - es sei denn, Sie müssen investieren.

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Vorsorge: Privat und für den Betrieb

3. Eigenkapital aufbauen!
Auch wer nicht investieren will, sollte sich überlegen, ob er Gewinne vollständig entnimmt oder einen Teil stehen lässt, um seine Eigenkapitaldecke zu stärken.

"Das ist wichtig, weil die Eigenkapitalquote massiv ins Rating einfließt", betont Miethke. Wer irgendwann wieder auf Kredite angewiesen ist, hat dadurch leichteres Spiel bei der Bank und kann von niedrigeren Zinsen profitieren.

4. In die Vorsorge investieren!
Wer kann, der sollte einen Teil seiner Gewinne außerhalb des Betriebes als Vorsorge anlegen. "Handwerker sollten nicht ihre gesamte Altersvorsorge vom Betrieb abhängig machen", rät Miethke.

Dagegen sprechen die Risiken, denen ein Betrieb ständig ausgesetzt ist. Gibt es ein paar schlechte Jahre oder geht ein Kunde mit großen Außenständen in die Pleite, kann das die Substanz des Betriebs auffressen - und damit auch die erhoffte Rücklage fürs Alter.

Hinzu kommt, dass es für Existenzgründer und Nachfolger immer schwerer wird, eine Nachfolge zu finanzieren. Die Folge: Der bisherige Eigentümer bekommt nicht das, was er sich erhofft hatte. Oder er muss für eine Übergangszeit sogar noch Kapital m Betrieb lassen, um dem Nachfolger die Finanzierung zu ermöglichen.

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Liquidität: Kunden jetzt zur Kasse bitten!

5. Ran an die Außenstände!
Wenn es zu Liquiditätsengpässen in gut ausgelasteten Betrieben kommt, liegt das oft an hohen Außenständen. Daran seien Handwerker allerdings nicht ganz unschuldig, berichtet Miethke.

"Eine Forderung habe ich erst dann, wenn ich eine Rechnung schreibe. Damit lassen sich manche Unternehmer zu viel Zeit, vor allem wenn schon Abschläge geflossen sind."

Dabei ist gerade jetzt die Zeit so gut wie nie, um Kunden zügig zur Kasse zu bitten: Die Zahlungsmoral ist derzeit allen Umfragen zufolge außerordentlich gut.

Weitere Infos zum Thema:

(jw)

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