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Training fürs Gehirn

Alzheimer: So leicht können Sie vorbeugen

Das wichtigste Kapital eines Handwerkers steckt in seinem Kopf: seine Kenntnisse, Talente und Fähigkeiten. Wie sollte er ohne ein gut funktionierendes Gehirn die tausend Anforderungen bewältigen, die ihn täglich im Betrieb erwarten?

Gegen das Vergessen:
Frau mit Denkzettel Demenz Alzheimer
Gegen das Vergessen: -
Foto: BilderBox.com

Und das betrifft nicht nur Rentner jenseits der 65! Wie eine britische Studie zeigt, können Gedächtnis und logisches Denken bereits ab 45 Jahren messbar nachlassen. Das könnte bedeuten, dass Alzheimer und andere Demenzerkrankungen das Ergebnis eines Prozesses sind, der bereits 20 bis 30 Jahre früher beginnt.

In Deutschland leben schätzungsweise 1,4 Millionen Demenzkranke, Jahr für Jahr kommen laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft etwa 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Als häufigste Ursache einer Demenz gilt die Alzheimer-Krankheit, gefolgt von den durch Schädigungen der Blutgefäße des Gehirns verursachten gefäßbedingten Demenzen.

Die wichtigsten Risikofaktoren für Alzheimer sind nach Aussagen von Hans Förstl, Nervenarzt und Direktor der Psychiatrischen Klinik an der Technischen Universität in München:


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Handwerker haben klare Vorteile

Vielseitigkeit im Handwerk hilft gegen Alzheimer
Ein Viertel der Gesamtenergie unseres Körpers verbraucht das Gehirn. Aus diesem Grund muss es "gefüttert" werden – etwa mit Wissen und Sauerstoff und Brennstoff. Denn das Gehirn schützt auch andere lebenswichtige Körperteile: Es sorgt unter anderem dafür, dass die Leber, Nieren, das Herz und das Kreislaufsystem intakt sind.

Wer also das Gehirn trainiert, beugt nicht nur Alzheimer, sondern auch anderen Erkrankungen vor. Eine Studie aus den USA kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere vier dieser Risiken bewusst entgegengewirkt werden kann.

Handwerker im Vorteil!
"Ein Handwerksmeister hat am Ende eines Tages das Beste getan, das es für sein Gehirn gibt", sagt Nervenarzt Hans Förstl. Der Handwerksberuf biete ein "Optimum an Vielseitigkeit" und das sei genau das Richtige für das Gehirn.

Aufgaben, die Ihr Gehirn fit halten und damit einer Alzheimer-Demenz vorbeugen sind laut Förstl beispielsweise:

Außerdem haben Handwerker laut Förstl eine befriedigende Beschäftigung, denn ...

Aber darauf sollten Sie sich nicht ausruhen. Denn, wenn Sie abends nach Hause kommen, lauern Gefahren.

Nächste Seite: Wo die Alzheimer-Gefahren auf Handwerker lauern!


Handwerker beugen der Demenz "automatisch" vor

1. Nach der Arbeit den Süchten frönen
Wer nach einem anstrengenden Tag häufig zu fettigem Essen und Alkohol greift und sich gar nicht sportlich betätigt, macht seine gute Bilanz des Arbeitstages wieder zunichte. Zumindest aus Sicht des Gehirns. Besonders ab dem mittleren Alter geht die Tendenz dahin, weiß Förstl. Sein Rat: Genussmittel in Maßen und ein bisschen Bewegung.

2. Familie und Freunde vernachlässigen
Wenn Sie abends erschöpft nach Hause kommen, ist das verständlich. Aber passen Sie auf, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin nicht darunter leiden oder Sie die Familie vernachlässigen. Denn dann kann das positive Gefühl schnell in schlechte Laune umschlagen und das macht auch dem Gehirn weniger Freude.

3. Rauchen 
Wer viel zur Zigarette greift, hat ein erhöhtes Demenz-Risiko. Das ist für Sie keine neue Erkenntnis? Trotzdem ist es der scheinbar am leichtesten zu bewältigende Risikofaktor: Sie sollten es also einfach sein lassen. Dagegen rauchen Menschen bei großem und lange andauerndem Stress mehr als sonst. "Das ist ein Teufelskreis", sagt Förstl. Durch die Schadstoffe in Zigaretten verstopfen die Hirn- und Herzkranzgefäße. Fazit: Wer sich bremsen kann, steuert dem Risiko entgegen.

4. Fettleibigkeit 
Manche Menschen gucken Süßes oder Fettiges nur an und haben das Gefühl, sofort einige Kilos mehr zu wiegen. Doch wer gezielt auf eine ausgewogene Ernährung achtet, wird nicht so schnell weiter zunehmen. Mit Fettleibigkeit steigen natürlich auch die Risiken Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit zu entwickeln, enorm an. Achten Sie also darauf, was Sie essen – in Kombination mit einer gesunden Portion körperlicher Fitness. Der Experte bringt es auf den Punkt: "Koppeln Sie den Leib nicht vom Gehirn ab!"

5. Bewegungsmangel 
Als Chef eines Handwerksbetriebs bewegen Sie sich im Alltag vielleicht mehr als andere Unternehmer. Dennoch: Gezielte Bewegung nach der Arbeit sorgt auch für Entspannung im Kopf. Das bedeutet nicht, dass Sie sich jeden Tag bis zur Erschöpfung verausgaben sollen. Aber kleine bewusste Sporteinheiten auf dem Rad, zu Fuß oder im Wasser senken das Alzheimer-Risiko. Das Gehirn wird mit Sauerstoff versorgt, die Muskeln bewegt und Sie können abschalten. Planen Sie diese Zeit in Ihrem Terminkalender fest ein!

6. Depressivität 
Wenn Sie merken, dass Sie zunehmend negative Gedanken und Antriebsmangel plagen, sollten Sie das nicht hinnehmen, sondern schnell handeln. Wer zu Depressionen neigt oder depressiv ist, hat ein erhöhtes Demenz-Risiko. Denn der Stress fürs Gehirn ist groß und Teile schmelzen nach und nach weg, wenn die Krankheit nicht erkannt wird.
 
"Nehmen Sie Anzeichen einer Depressionen sehr ernst und lassen Sie sie frühzeitig behandel", betont Förstl. Mit leichten Medikamenten kann man heutzutage viel erreichen. Und: Sind die Symptome bekämpft, kann man die Gehirnleistung wieder Schritt für Schritt aufbauen.

Regelmäßige Arztbesuche sind die Basis der Vorbeugung: Lesen Sie Seite 4!

Die Bedeutung von Arztterminen nicht unterschätzen!

Was Sie außerdem gegen eine Demenz-Erkrankung tun können:

Vorsorge und Arzttermine
Wer auf seinen Körper hört und in regelmäßigen Abständen zum Arzt geht, kann das Alzheimer-Risiko senken. Zu überprüfen gilt es regelmäßig den Blutdruck und die Blutwerte, die beispielsweise auf Diabetes hindeuten können. Wichtig ist: Wer nicht zum Arzt geht und die Gesundheit schleifen lässt, kann mögliche Schäden später nicht mehr ausbügeln.

Bei Bluthochdruck: an Medikamente denken!
Bluthochdruck ist in der Gesellschaft weit verbreitet. Wer darunter leidet, muss Medikamente zur Blutdrucksenkung einnehmen. Die Nebenwirkungen sind oft Mattheit und Antriebslosigkeit. Doch Hans Förstl warnt: "Auch wenn das unangenehm ist: Nehmen Sie die Medikamente wie vorgeschrieben ein, sonst kann der Schaden größer werden."

Viele Unternehmer verzichten wegen der Nebenwirkungen – zum Beispiel Mattheit – auf Medikamente, auch weil die günstige Wirkung nicht unmittelbar zu merken ist, sondern erst nach längerer Einnahme.

Chancen und Risiken vernünftig einschätzen
Wenn einige dieser Risikofaktoren zutreffen, sollten Sie nicht aufgeben und denken, dass es ohnehin zu spät ist. "Auch wenn schon ein Schaden aufgetreten ist, sollte niemand die Flinte ins Korn werfen", betont der Psychiater. Es lohnt sich immer, auf die Gesundheit zu achten, es ist immer die richtige Zeit, damit anzufangen.

Jeder sollte auf seinen Körper hören, mit Ressourcen schonend umgehen und nichts übertreiben. Manche Menschen sind körperliche leistungsfähig und geistig fit – am Tage und auch nach der Arbeit noch. Andere stoßen bereits nach einem normalen Arbeitstag an Ihre Leistungsgrenze. Deshalb empfiehlt Förstl, dass jeder seine Grenzen selbst erkennt und nicht unnötig überschreitet. Denn das erhöht die Risiken für Krankheiten, wie die Alzheimer-Demenz.

Weitere Links zum Thema:

(ja)

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