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Warnung

Betriebsprüfer nehmen Bar-Umsätze ins Visier!

Wer Bargeld hat, hat Sorgen - zumindest mit den Betriebsprüfern des Finanzamtes. Per Fragebogen erkunden sie die Umsätze bargeldintensiver Branche. Das kann richtig teuer werden.

Kasse
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Foto: bilderbox.de

Die Finanzämter nehmen Betriebe mit hohen Bargeldumsätzen schärfer ins Visier. So warnt der Bund der Steuerzahler, dass immer mehr Ämter einen Fragebogen zur Vorbereitung einer Betriebsprüfung an Unternehmen versenden. Nachdem die Fragebögen zunächst nur in Niedersachsen erprobt wurde (wir berichteten), kommen sie demnach nun bundesweit zum Einsatz.

Wer ist betroffen? 
Betroffen sei in erster Linie das Friseurhandwerk, ergänzt Steuerberater Horst Schade aus Braunschweig, doch auch andere Branchen mit einem hohen Anteil an Bargeldumsätzen stünden auf den Prüfstand.

Was prüft der Fiskus? 
Der Fiskus fragt in dem Bogen alle möglichen Details ab. Bei den Friseuren geht das von der Kundenstruktur über Zeitaufwände für einzelne Leistungen bis hin zu Mischungsverhältnissen – rückwirkend für bis zu zehn Jahre. „Das sind Daten, die nicht jeder Unternehmer vorliegen hat. Wer da keine Angaben macht oder sich verschätzt, provoziert Umsatzschätzungen und hohe Steuernachzahlungen“, warnt Schade. Denn die Betriebsprüfer vergleichen die Ergebnisse der Befragung mit Branchenwerten und werden bei Abweichungen aktiv. 

In Niedersachsen habe sich die Lage allerdings schon wieder etwas entschärft, berichtet Schade. „Wir haben mit der Finanzverwaltung vereinbart, dass die Fragebögen nicht mehr vor der Prüfung verschickt werden, sondern erst gemeinsam mit dem Prüfer und dem Steuerberater während der Prüfung ausgefüllt werden.“

Auch in anderen Gewerken wie dem Bäcker- oder Fleischerhandwerk müssen Unternehmer entsprechende Fragen beantworten und sich mit ihrer Branche vergleichen lassen. Verschickt würden die Fragebögen hier bisher allerdings nicht, sondern während der Prüfung besprochen, sagt Schade.

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So reagieren SIe richtig!

1. Nicht aussitzen: Betriebe, die solche Bögen mit der Post vor der Prüfung erhalten, sollten das Schreiben nicht einfach ignorieren. Die Finanzämter könnten sonst Umsätze, Gewinne und Steuerschuld schätzen. „Das geht immer zulasten eines Betriebs“, warnt Schade. 

2: Nicht einfach schätzen: Ebenso rät der Steuerberater davon ab, die Werte aus dem Bauch heraus zu schätzen. „Liegt man mit seiner Schätzung daneben, dann schätzt der Fiskus, und das wird auch teuer.“

3. Spannbreiten bieten Ausweg: Wer zu den Fragen keine genauen Angaben machen und belegen kann, sollte lieber zu einem kleinen Trick greifen. „Geben Sie in solchen Fällen keine genaue Zahl x an, sondern eine vernünftige Spannbreite von y bis z.“ Der Vorteil: So kooperiert der Unternehmer mit dem Finanzamt, ohne sich selbst durch falsche Angaben in Schwierigkeiten zu bringen oder gleich eine Schätzung zu provozieren.                                 ​

Weitere Infos zum Thema Betriebsprüfung:

 (jw)