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Drucker

Drucker: Langläufer fürs Büro

Laserdrucker sind teuer – dieses weit verbreitete Vorurteil hält sich immer noch hartnäckig. Doch fallende Preise und gute Druckqualität machen die Geräte zu echten "Tintenkillern". Fünf Drucker im Vergleich.

Laserdrucker sind teuer dieses weit verbreitete Vorurteil hält sich immer noch hartnäckig in vielen Betrieben. Doch spätestens bei den laufenden Kosten hat man mit einem Laserdrucker nach wenigen Monaten den etwas höheren Anschaffungspreis wieder heraus. Und spart von da an mit jeder weiteren Seite.

von Thomas Busch

Bei Laserdruckern setzte in den vergangenen Monaten ein enormer Preisverfall ein: Vor zwei Jahren kosteten Schwarz-Weiß-Geräte mindestens 300 Euro, Farblaser gab es kaum unter 1.000 Euro. Heute liegen die Einstiegspreise für s/w-Laserdrucker bei 150, Farbgeräte gehen ab 350 Euro über den Ladentheke. Und egal, ob schwarz-weiß oder Farbe: Die laufenden Kosten liegen nur bei einem Bruchteil der Tintenstrahler, die bei Elektro-Discountern oft für unter 35 Euro verramscht werden.

Da Handwerksbetriebe meist zu den Vieldruckern zählen, geht an Lasergeräten kein Weg vorbei: Auch über 20.000 Seiten pro Monat sind für sie kein Problem, wohingegen Tintenstrahler bei etwa 5.000 monatlichen Ausdrucken schnell die Flügel strecken. Beim Textdruck sind Laserdrucker über jeden Zweifel erhaben: Alle Laser bringen Texte gestochen scharf in bester Qualität zu Papier, genauso wie farbige Grafiken.

Auch bei der Schnelligkeit spricht alles für Laser: Bei farbigen Seiten und Fotos sind sie oft doppelt so schnell wie ihre Konkurrenten, die mit Tinte arbeiten. Zwar prahlen die Hersteller von Tintenstrahlern gerne mit "bis zu 15 Farbseiten pro Minute", diese Zahlen beziehen sich jedoch grundsätzlich auf den "Entwurfsmodus".

Wenn hoch auflösender und ganzseitiger Farbdruck gefragt ist, benötigen tintengestrahlte Seiten oft mehrere Minuten pro Seite. Dafür sind diese dann in perfekter Fotoqualität, während Laser-Geräte nur mit vier Farben arbeiten, die zudem nicht gemischt werden können. Kommt es allerdings nicht auf Top-Bildqualität in echten Foto-Farben an, kostet ein lasergedrucktes Bild nur halb soviel wie eines aus dem Tintenstrahler.

Bei Farblasern sollte man auf die Drucktechnik achten gerade, wenn man Wert legt auf schnelle oder geräuscharme Ausdrucke. Bessere (und damit teure) Geräte arbeiten mit "Single-Pass"-Technik, hier werden alle Farben in einem Durchgang aufgedruckt. Einstiegsmodelle hingegen nutzen die "Multi-Pass"-Technik, bei der alle Farben nacheinander aufs Papier kommen. Zwischendurch muss die neue Farbeinheit in Position gebracht werden, was die Druckzeit um das Vierfache erhöht und meist mit erheblichen Geräuschen verbunden ist.

Augen auf bei Verschleißteilen

Ein Laserdrucker ist im Arbeitsalltag unschlagbar günstig: Bei einigen Modellen zahlt man rein rechnerisch nur einen Cent pro Ausdruck. Doch muss man eigentlich auch anteilig den Preis für Verschleißteile hinzurechnen. Außerdem: Einige Hersteller halten noch besonders überraschende Kostenfallen bereit.

Bei einem Druckvolumen von über 8.000 Seiten pro Jahr gibt es zum Laserdrucker keine Alternative zumindest, wenn man die Betriebskosten gering halten möchte. Eine s/w-Seite kostet je nach Gerät nur zwischen einem und fünf Cent. Das Erneuern einer Tonerkassette ist zwar bei Kosten zwischen 50 und 300 Euro nicht gerade billig, dafür liegt ihre Reichweite aber auch bei etwa 4.500 bis 12.000 Ausdrucken.

Mit einem Farblaser kann man problemlos mehrere Tausend Seiten im Monat drucken. Ein Tintenstrahler wäre bei einem solchen Volumen nach weniger als 16 Wochen ein mechanisches Wrack. Natürlich gibt es auch bei Laserdruckern Verschleißteile, die bei hoher Abnutzung ausgewechselt werden müssen: Zum Beispiel Bildtrommel, Fixiereinheit oder Transferband. Rechnet man diese zum Seitenpreis hinzu, so zahlt man noch einmal je nach Herstellerpreis und tatsächlicher Lebensdauer zwischen fünf und acht Cent mehr pro Seite. Zum Vergleich: Bei Tintenstrahlern sind es mehr als zehn Cent.

Bei besonders günstigen Laserdruckern sollte man einen genauen Blick auf den Lieferumfang werfen: Einige Hersteller legen ihren Geräten lediglich "Starter-Tonersets" bei, die nicht komplett gefüllt sind und nur für etwa 1.500 Seiten reichen. Hier wird dann schnell ein neuer Satz Toner fällig, der je nach Hersteller gerne einige Hundert Euro kostet. Dafür reicht der Toner dann aber auch für viele Tausend Seiten.

Vor dem Kauf sollte man sich auch erkundigen, ob es für das Druckerinnenleben wirklich Ersatzteile gibt. Denn Hersteller wie Canon, HP oder Dell sparen daran in einigen Fällen, wenn sie zum Beispiel versprechen, dass eine Fixiereinheit "ein ganzes Druckerleben lang" hält. Unabhängige Tests haben allerdings ergeben, dass nach etwa 100.000 auch die langlebigste Fixiereinheit am Ende ist. Ganz auf der sicheren Seite sind Handwerksbetriebe, wenn sie einen Service-Vertrag abschließen - der nur dieser umfasst auch den Austausch von Verschleißteilen. Die normale Herstellergarantie deckt diese Leistung ansonsten nicht ab.

Alleskönner fürs Büro: All-in-One-Geräte

Gerade für Selbstständige oder kleine Firmen lohnen sich oft so genannte "All-in-One-Geräte". Diese können nicht nur drucken, sondern auch scannen, kopieren und manchmal sogar faxen.

Fast alle Hersteller haben diese kleinen Alleskönner mittlerweile auch als Laservariante im Programm.Die Vorteile liegen auf der Hand: Weil nur noch eine einzige Tonerkassette gekauft werden muss, ist dies im Unterhalt günstiger als mehrere Einzelkomponenten. Zudem wird weniger Stellfläche benötigt und der Anschaffungspreis liegt sehr viel niedriger als für drei bis vier Einzelgeräte.

Die Verschmelzung von bis zu vier Geräten in einem Gehäuse bringt allerdings auch einen Riesennachteil mit sich: Ist der All-in-One-Drucker defekt, wird sofort das ganze Büro lahm gelegt - man kann weder drucken, faxen, scannen noch kopieren. Deshalb sollten Sie sofort beim Kauf eine "Vor-Ort-Austauschgarantie" abschließen, die viele Fachhändler gegen Aufpreis anbieten.

Vergleich: Druckkosten für Tintenstrahl- und Laserdruck

Ducker vs. Kosten

Tintenstrahldrucker (Mehrfarbpatrone)

Laserdrucker

A4 s/w-Seite

2 - 14 Cent

1 - 5 Cent

A4 Fotodruck

1,20 - 4 Euro

0,60 - 2 Euro

Druckaufkommen und Anwendungen

Für niedriges Druckaufkommen (bis 5 - 8.000 Seiten jährlich) bzw. für qualitativ hochwertige Fotos

Für hohes Druckaufkommen (mehr als 8.000 Seiten jährlich) und qualitativ besten Textdruck

Drucker im Vergleich, Teil1

Hersteller/Modell

Dell 3100cn

Kyocera Mita FS-C8008N

Lexmark X215 MFP

Technik

Farblaser-Drucker

Farblaser-Drucker

All-in-One Laserdrucker (s/w)

max. Auflösung

600 x 600 dpi

600 x 600 dpi

600 x 600 dpi

max. Seiten pro Minute s/w / Farbe

25 / 5

31 / 8

16 / -

Besonderheiten

4 MB Speicher, 250 Blatt Papierkassette, integrierte Netzwerkkarte

Für Papierformate von A6 bis A3, 128 MB Speicher, 500 Blatt Papierkassette

Drucker, Farbscanner, Fax und Kopierer in einem Gerät, 250 Blatt Papierkassette

Kosten s/w-Seite

ca. 1,5 Cent

ca. 1 Cent

ca. 2 Cent

Kosten Farbgrafik-Seite

ca. 11,4 Cent

ca. 7 Cent

- -

Abmessungen (B x T x H)

42,4 x 41,9 x 53,3 cm

59 x 58,5 x 67,3 cm

47 x 41,9 x 43,2 cm

Preis

430 Euro

4200 Euro

389 Euro

Internet

www.dell.de

www.kyoceramita.de

www.lexmark.de

Fazit

Saubere Ausdrucke, aber unter Volllast hohe Geräuschentwicklung. Guter Allround-Drucker fürs Büro.

Für Betriebe mit sehr hohem Druckvolumen, die auch DIN-A3 benötigen. Sehr günstige Seitenpreise.

Gutes Allround-Gerät fürs Büro, das kaum Wünsche offen lässt. Im Unterhalt könnte der Drucker sparsamer sein.

Bewertung

befriedigend

gut

gut

Preis-Leistung

gut

befriedigend

sehr gut

Drucker im Vergleich, Teil2

Hersteller/Modell

Brother HL-6050D

OKI B4100

Technik

s/w-Laserdrucker

s/w-Laserdrucker

max. Auflösung

1.200 x 1.200 dpi

1.200 x 600 dpi

max. Auflösung

1.200 x 1.200 dpi

1.200 x 600 dpi

max. Seiten pro Minute s/w / Farbe

24 / -

18 / -

Besonderheiten

32 MB Speicher, 500 Blatt Papierkassette. Duplexeinheit inkl. automatischer Broschürendruckfunktion

Nur 6,2 Sekunden Wartezeit bis zum ersten Druck. Papierkassette mit einem Fassungsvermögen von 250 Blatt

Kosten s/w-Seite

ca. 1,5 Cent

ca. 1,8 Cent

Kosten s/w-Seite

ca. 1,5 Cent

ca. 1,8 Cent

Kosten Farbgrafik-Seite

- -

- -

Abmessungen (B x T x H)

40 x 42,5 x 31 cm

35,5 x 39,5 x 20 cm

Preis

629 Euro

155 Euro

Internet

www.brother.de

www.oki.de

Fazit

Günstiger Seitenpreis, hohe Auflösung. Der optimale Drucker für Betriebe mit einem sehr hohen Druckvolumen.

Schneller Drucker zum Schnäppchenpreis mit sehr sauberem Schriftbild. Für kleine Büros deutlich zu laut.

Bewertung

sehr gut

gut

Preis-Leistung

gut

sehr gut