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Monitore

Flach und flimmerfrei

Flache TFT-Displays bieten gegenüber Röhren-Monitoren viele Vorteile. Und ihre Preise purzeln. Doch Vorsicht: Statt sich von Schnäppchen-Preisen blenden zu lassen, sollten Sie einige Punkte im Auge behalten.

Flache TFT-Displays bieten gegenüber Röhren-Monitoren viele Vorteile. Und ihre Preise purzeln. Doch Vorsicht: Statt sich von Schnäppchen-Preisen blenden zu lassen, sollten Sie einige Punkte im Auge behalten.

von Thomas Busch

Mittlerweile haben sie alle Kinderkrankheiten endgültig überwunden und Röhren-Monitore gerade im Office-Bereich weit abgehängt: TFT-Displays sind flach, leicht, liefern kontrastreiche und vor allem absolut flimmerfreie Bilder. Und ganz nebenbei schaffen sie auch noch Platz auf dem Schreibtisch, da sie nur einen Bruchteil der Stellfläche eines Röhren-Monitors benötigen.

Dabei sind TFT-Geräte schon lange kein Luxus mehr: Kostete ein 15-Zoll-Display vor zwei Jahren noch um die 350 Euro, beginnen die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller heute schon bei weniger als 250 Euro und die tatsächlichen Straßenpreise liegen oft noch weit darunter.

Doch welche Bildschirmgröße ist die richtige? Beim Vergleich der Bildgröße von TFT- und Röhrenmonitoren ist zu beachten, dass die sichtbare Bilddiagonale von Flach-Displays aufgrund ihrer Bauweise immer zwei Zoll größer ist als bei Röhrengeräten. Ein 17 Zoll TFT-Monitor hat deshalb die gleiche sichtbare Bildfläche wie ein 19 Zoll Röhrenmonitor.

Für die meisten Büroanwendungen wie Office, Internet und E-Mail genügt schon ein 15-Zoll großer TFT-Monitor. Wer etwas mehr Geld übrig hat, sollte in ein 17-Zoll-Gerät investieren, das mehr Arbeitsfläche und eine größere Auflösung bietet. Wer oft professionelle Grafiken oder Broschüren entwirft oder mit CAD-Anwendungen arbeitet, benötigt mindestens einen 19-Zoll-Monitor.

Vorsicht bei Schnäppchen

Vor dem Kauf eines TFT-Monitors empfiehlt es sich, den Bildschirm gründlich nach so genannten Pixelfehlern zu überprüfen dies sind einzelne kleine Bildpunkte, die permanent schwarz oder weiß leuchten. Einige Hersteller schreiben eine gewisse Toleranz für diese Fehler vor, die man später nicht reklamieren kann.

Auch wenn der Schnäppchen-Reiz unglaublich groß ist und viele Elektronik-Discounter mit TFT-Displays unter 200 Euro locken: Gerade Office-Arbeiter sollten auf einen Monitor mit bester Bildqualität Wert legen. Denn stundenlanges Arbeiten vor einer kontrastarmen oder zu dunklen Anzeige kann auf Dauer nicht nur die Augen schädigen, sondern auch zu Kopfschmerzen führen. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass ein Monitor meist mehrere PC-Generationen überlebt.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Beim Kauf eines neuen Displays gibt es mittlerweile viele Punkte zu beachten: So spielen nicht nur Reaktionszeit, Helligkeit und Kontrast eine große Rolle. Denn es gibt viele sinnvolle Zusatzoptionen wie volldigitale Anschlussmöglichkeiten oder eine Pivot-Funktion, durch die tägliche Office-Arbeiten schneller und ermüdungsfreier von der Hand gehen.

Helligkeit und Kontrast

Besonders wichtig für die Bildqualität sind Helligkeit und Kontrast eines Monitors. Die Helligkeit wird in Candela pro Quadratmeter (cd/qm) angegeben. Etwa 250 cd/qm sollten das Minimum sein je höher der Wert, desto besser. Das Kontrastverhältnis hingegen bezeichnet die Differenz zwischen dem hellsten und dunkelsten Bildpunkt. Hier sollte der Monitor ein Verhältnis von mindestens 400:1 aufweisen, damit zum Beispiel schwarze Flächen auch wirklich schwarz (und nicht dunkelgrau) dargestellt werden.

Reaktionszeit des Monitors

Für reine Office-Arbeiten spielt eine technische Größe nur eine untergeordnete Rolle: Die Reaktionszeit des Monitors.

Dies ist die Zeit in Millisekunden, in der ein Leuchtpixel von Weiß auf Schwarz umschaltet. Wer nur mit Office-Dokumenten arbeitet, Mails abruft oder im Internet surft, muss auf die Reaktionszeit keinen großen Wert legen bei schnellen Animationen hingegen wären bei mehr als 16 Millisekunden deutliche Schlieren oder Nachzieh-Effekte sichtbar.

Besonders verwirrend sind die verschiedenen Normen, nach denen die Reaktionszeit gemessen wird: Lange Zeit wurde die ISO 9241 zugrunde gelegt, nach der Schwarz-Weiß-Leuchtwechsel (Black-to-White) gemessen wurden. Vor kurzem wurde jedoch zusätzlich die ISO 13406/2 eingeführt, die Reaktionszeiten von Grau zu Grau (Grey to Grey) in der Hälfte der Zeit misst und plötzlich waren alle Millisekunden werbewirksam halbiert.

Deshalb gilt beim Vergleich: Ein Monitor mit 8 Millisekunden Grey-to-Grey ist nicht schneller als ein anderer mit 16 Millisekunden Black-to-White. Es gibt auch noch TFT-Modelle mit über 25 Millisekunden im Handel diese eignen sich zwar weder für Filme oder Animationen, geben aber dafür Farben optimal wieder und eignen sich besonders für die Bildbearbeitung.

Pivot-Funktion

Eine besonders sinnvolle Option für Office-Arbeiter ist die so genannte Pivot-Funktion: Damit kann der Monitor einfach um 90 Grad gedreht werden, sodass eine Din-A4-Seite z.B. komplett auf den Bildschirm passt. Durch volldigitale Anschlüsse (DVI) wird die Bildqualität im Vergleich zu analogen VGA-Verbindungen noch einmal deutlich verbessert. Jedoch sollte man vorher überprüfen, ob die eigene PC-Grafikkarte auch einen digitalen DVI-Ausgang bereitstellt.

Probieren geht über Studieren!

Vor- und Nachteile von TFT- und Röhren-Monitoren

Vorteile

Nachteile

Röhren-Monitore

Besonders günstig in der Anschaffung, sehr gutes Bild aus allen Blickwinkeln, absolut farbtreu

Hohes Gewicht und sehr großes Gehäuse, hoher Energie-Verbrauch, empfindlich bei elektrischen Störfeldern

TFT-Monitore

Kleine Stellflächen, niedriger Energie-Verbrauch, absolut flimmer- und verzerrungsfreies Bild, digitale Vernetzung, Pivot-Funktion

Höherer Kaufpreis, Möglichkeit von Pixelfehlern, bei einigen Modellen langsame Reaktionszeiten

Sechs TFT-Monitore im Vergleich, Teil 1

Bezeichnung

ProLite H380-W

V7 L15PS

Flexscan L578

Hersteller

Iiyama

VideoSeven

Eizo

Größe

15 Zoll (38,1 cm)

15 Zoll (38,1 cm)

17 Zoll (43,18 cm)

max. Auflösung

1.024 x 768 dpi

1.024 x 768 dpi

1.280 x 1.024 dpi

Reaktionszeit

16 ms

16 ms

12 ms

Helligkeit

250 cd/qm

380 cd/qm

250 cd/qm

Kontrast

400:1

450:1

1.000:1

Preis (UVP)

299 Euro

249 Euro

539 Euro

Webadresse

www.iiyama.de

www.videoseven.de

www.eizo.de

Fazit

Der Monitor lässt kaum Wünsche offen: Dank Pivot-Funktion lässt er sich um die Mittelachse rotieren, außerdem überzeugt er durch eine gute Bildqualität.

Kostengünstige Lösung für Office-Arbeiter, die keine Zusatzfunktionen erwarten: Der Monitor liefert für seinen Preis eine gute Bildqualität.

Einer der besten, aber auch teuersten 17-Zoll-Monitore: Sehr hoher Kontrast und eine perfekte Bildqualität garantieren rund um die Uhr ein stressfreies Arbeiten.

Wertung

gut

gut

sehr gut

Preis-Leistung

sehr gut

sehr gut

befriedigend

Sechs TFT-Monitore im Vergleich, Teil 2

Bezeichnung

VP171b

Scenicview P19-2

SyncMaster 194T

Hersteller

ViewSonic

Fujitsu Siemens

Samsung

Größe

17 Zoll (43,18 cm)

19 Zoll (48,26 cm)

19 Zoll (48,26 cm)

max. Auflösung

1.280 x 1.024 dpi

1.280 x 1.024 dpi

1.280 x 1.024 dpi

Reaktionszeit

17 ms

13 ms

25 ms

Helligkeit

300 cd/qm

270 cd/qm

250 cd/qm

Kontrast

500:1

550:1

1.000:1

Preis (UVP)

379 Euro

519 Euro

519 Euro

Webadresse

www.viewsonic.de

www.fujitsu-siemens.de

www.samsung.de

Fazit

Lange Reaktions-

Bis auf die Höhenverstellung und den Drehfuß keine Zusatz-Ausstattung, aber dafür ein sehr gutes Bild. Guter Office-Monitor für ergonomisches Arbeiten.

Ein Monitor für anspruchsvolle Büro-Anwender und Grafiker: Fantastisches Bild mit Pivot-Funktion. Wegen hoher Reaktionszeit nicht für Animationen oder Filme geeignet.

Wertung

befriedigend

gut

sehr gut

Preis-Leistung

gut

gut

sehr gut