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Gesundheitsmanagement

Fit bis zur Rente – so geht's!

Zeigen Ihre Mitarbeiter erste Verschleißerscheinungen? Dann ist jetzt Zeit zum Handeln. Wie Sie Ihren Betrieb bis zur Rente fit halten, lesen Sie hier.

Fit bis ins hohe Alter
Fitness
Fit bis ins hohe Alter -
Foto: Contrastwerkstatt - Fotolia.com

Von Marie Dinske

Die Gesundheit ist unser wertvollstes Gut. Genau nach diesem Motto arbeitet die Firma Rosenhagen Metallbau. „Ein vernünftiges Gesundheitsmanagement ist für Handwerksbetriebe sinnvoll“, erklärt Bianca Rosenhagen, „wenn die Mitarbeiter länger gesund bleiben, dann ist das auch positiv für die Firma.“ So verbessert die Firma zusammen mit ihren Mitarbeitern die Arbeitsplätze. Dazu bietet das Unternehmen Gesundheitsseminare und Workshops, zum Beispiel für effektives Rückentraining, an.

Was Unternehmen noch für ihre Mitarbeitergesundheit tun können, weiß Sebastian Patze. Der Regionalberater der Landesinitiative Fachkraft im Fokus (FiF) berät Betriebe unter anderem bei der Fachkräftesicherung.

Betriebliche Veränderungen
Sie wollen etwas für Ihre Mitarbeiter tun, aber wissen nicht genau, was wirklich hilfreich ist? Patze empfiehlt: Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse. „Die stellt Unternehmen einen Berater aus dem Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement zur Seite“, erklärt Sebastian Patze. Der Berater hilft, zu ermitteln, was unter den gegebenen Umständen machbar ist.

Eine Möglichkeit: Um die Mitarbeiter zu motivieren, könnten Sie einen Gesundheitstag einführen, an dem ein Trainer in Ihr Unternehmen kommt und mit Ihren Angestellten Sport macht. "Mit diesem Gesundheitstag wird ein Anreiz dafür geschaffen, dass sich die Mitarbeiter mit dem Thema Gesundheit beschäftigen", sagt Patze. Und laut dem FiF-Berater gibt es noch einen weiteren Vorteil: Für gesundheitsfördernde Maßnahmen und Hilfsmittel gibt es steuerliche Freibeträge, die abgesetzt werden können.  

Für nachhaltige Erfolge rät Bianca Rosenhagen zu mehr als einem einmaligen Gesundheitstraining. „Die Wichtigkeit der Gesundheit muss immer wieder angesprochen werden und nicht nur alle paar Monate.“

Experte für Mitarbeitergesundheit
Sebastion Patze
Experte für Mitarbeitergesundheit  - Regionalberater Sebastian Patze
Regionalberater Sebastian Patze
Foto: Landesinitiative Fachkraft im Fokus

Anpassung der Arbeitsplätze
Damit Arbeitnehmer dem Betrieb länger erhalten bleiben, sollten schon von Anfang an gute Rahmenbedingungen für gesundes Arbeiten geschaffen werden. "Beispielsweise durch ergonomische Arbeitsplätze", rät Patze. Hier wird die Arbeit an die Eigenschaften und Fähigkeiten des Menschen angepasst. Das könnte durch die Gestaltung von Arbeitsmitteln, der Arbeitsumgebung und -organisation, des Arbeitsplatzes und der Arbeitsinhalte geschehen.

Bianca Rosenhagen ist überzeugt, dass ergonomische Arbeitsplätze gut im Handwerk umgesetzt werden können. „Das Handwerk ist erfinderisch. Wir haben zum Beispiel unsere Schweißplätze selbstständig erhöht.“ Wichtig sei, dass die Geschäftsführung ihren Mitarbeitern zuhört. Der Betrieb sollte seine Arbeitsplätze, mit Hilfe seiner Mitarbeiter, auf gesundes Arbeiten einstellen. „Zum Beispiel kann eine Stehmatte auf dem harten Betonboden vor einer Maschine die Gelenke schonen.“

Eine Möglichkeit: Arbeitsplatzwechsel
Auch ein Arbeitsplatzwechsel könne bei älteren Arbeitnehmern von Vorteil sein, erklärt Regionalberater Patze. „Hat er vorher als Monteur gearbeitet und kann die Arbeit körperlich nicht mehr schaffen, wäre ein Wechsel zum Kundenberater möglich. Der Mitarbeiter kennt sich mit dem Job als Monteur bestens aus und kann daher sehr gut informieren. Mit entsprechender Qualifizierung könnte dieser Wechsel peu à peu erfolgen.“

Bianca Rosenhagen rät dazu, individuell zu entscheiden, ob ein Arbeitsplatzwechsel sinnvoll ist. „Nicht jeder gute Handwerker ist auch gut im Büro. Chefs sollten auf die Begabungen ihrer Mitarbeiter eingehen, dann wird auch effektiver gearbeitet.“

Und wie steht es mit flexiblen Arbeitszeiten? Sebastian Patze rät zu flexiblen Arbeitszeitmodellen und – bei Bedarf – zur Reduzierung von Arbeitsstunden. Eine Verkürzung der Arbeitszeit könnte sich auch Frau Rosenhagen gut vorstellen. „Wenn es dem Mitarbeiter hilft und es mit seiner Arbeit funktioniert. Wenn ein älterer Mitarbeiter mit einem acht Stunden Tag nicht mehr klarkommt, dann arbeitet er auch nicht mehr effektiv.“

Mitarbeiter einbeziehen
Damit altersbedingte Ausfälle im Unternehmen gar nicht erst aufkommen, sollten die Angestellten in die Unternehmensprozesse und -entwicklungen mit einbezogen werden. „Anerkennung der Leistung und Interesse für die Ideen der Mitarbeiter sind wichtig", sagt Patze. Auch bei dem Thema Gesundheit sollten sie mit in die Verantwortung genommen werden.

So wie in der Firma Rosenhagen. Sie bezieht ihre Mitarbeiter in die Unternehmensprozesse und -entwicklungen ein und schärft so ihr Bewusstsein für die eigene Gesundheit. „Wir entscheiden nicht einfach, sondern führen Mitarbeitergespräche. Wir können unsere Angestellten nicht irgendwo einsetzen, wo sie nicht gut sind oder sich nicht wohl fühlen“, sagt Bianca Rosenhagen. „Das würde unserem Betrieb auf Dauer nichts bringen.“

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