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Armbanduhr

HYT - die erste Wasseruhr fürs Handgelenk

Dinge, die Sie absolut nicht brauchen – aber garantiert haben wollen. Folge 39: Eine Armbanduhr mit einem mechanischen Werk, das tatsächlich kleine Kolben und damit Flüssigkeiten bewegt!

Um eins gleich klar zu stellen: Ich empfehle Ihnen hier nicht, eine Armbanduhr für 40.000 Euro zu kaufen. So viel müssten Sie aber auf den Tisch des Uhrmachermeisters Ihres Vertrauens legen, wenn Sie eine H1 vom schweizer Uhrenhersteller HYT Ihr eigenen nennen wollen. Was ich Ihnen aber an dieser Stelle ganz ausdrücklich empfehle: Schauen Sie sich mal die faszinierende Technik dieser Armbanduhr etwas genauer an. Denn die hat es wirklich in sich.

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 - Premiere: In einem kleinen Röhrchen am Rande des Zifferblatts zeigen zwei Flüssigkeiten an, welche Stunde geschlagen hat.
Premiere: In einem kleinen Röhrchen am Rande des Zifferblatts zeigen zwei Flüssigkeiten an, welche Stunde geschlagen hat.
Foto: HYT

Die H1 ist die erste Armbanduhr der Welt, die die Kraft des mechanischen Werkes nutzt, um über feine Kolben Flüssigkeiten in Bewegung zu versetzen. Mit denen zeigt die Uhr die Zeit an. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach: Die Uhrmachermeister lassen die Kraft des Uhrwerks über Kolben und Schneckenscheiben auf zwei Faltbälge wirken. Beide beinhalten eine Flüssigkeit – der eine eine transparente und der andere eine fluoreszierende. Diese wird binnen zwölf Stunden einmal komplett durch das runde Röhrchen ganz am äußeren Rand der voluminösen Uhr gepumpt. Dabei verdrängt die fluoreszierende Flüssigkeit die transparente.

Sind zwölf Stunden vergangen, lässt die komplexe Mechanik der Uhr die transparente Flüssigkeit die fluoreszierende in etwa 10 Sekunden verdrängen. Anschließend beginnt das faszinierende Spiel der Stundenanzeige von neuem. Dieses Video auf der Homepage des Herstellers zeigt die Funktionsweise der Uhr ziemlich gut.

Die Minuten zeigen die schweizer Uhrenspezialisten auf einem klassischen Zifferblatt. Das ist im Zentrum der Uhr oberhalb der beiden Faltbälge angebracht. Dadurch sind die speziell für die Aufnahme der Flüssigkeiten entwickelten Bälge gut zu erkennen.

Neue Idee oder schon ein alter Hut? Lesen Sie weiter auf Seite 2.

Alte Idee erstmals fürs Handgelenk umgesetzt

Neu ist die Idee, die Uhrzeit durch Flüssigkeiten anzeigen zu lassen, nicht. Schon die alten Ägypter nutzten eine Wasseruhr, um die Zeit im Blick zu behalten. Jetzt ist es den Schweizer Uhrmachermeistern jedoch erstmals gelungen, eine hydro-mechanische Uhr für's Handgelenk zu konstruieren.

Beeindruckt äußert sich die Fachwelt vor allem, weil es den Entwicklern gelungen ist, die Flüssigkeitstechnik dauerhaft funktionsfähig zu bekommen. Schließlich mussten die Schweizer sicherstellen, dass sich die beiden Flüssigkeiten nicht untereinander vermischen – und das auch bei Temperaturschwankungen und härteren Stößen, denen eine Armbanduhr fast zwangsläufig ausgesetzt ist.

Die beiden flüssigkeitsbeständigen Faltbälge sind eigens für diese Uhr entwickelt worden. Ihr Materialmix ist bisher einzigartig. Nach einem Bericht des Uhrenportals Watchtime denken die Entwickler der H1 bereits darüber nach, ihre Konstruktion auch für andere Einsatzzwecke - wie zum Beispiel die Medizintechnik - nutzbar zu machen.

Was das Design der Uhr angeht, gibt es sicherlich dezenteren Armschmuck. Die Uhr wirkt mächtig. Und ganz offen: Die Zeitanzeige, die ja nun irgendwie doch die Hauptfunktion einer Armbanduhr ist, funktioniert bei anderen Modellen mit klassischen Zeigern vielleicht sogar besser.

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 - Faszinierende Technik. Die H1 von HYT.
Faszinierende Technik. Die H1 von HYT.
Foto: HYT

Muss man also Flüssigkeiten in Bewegung versetzen, um sich die Zeit anzeigen zu lassen? Mit Sicherheit nicht. Ist es cool, sich die Zeit mit Hilfe zweier Flüssigkeiten anzeigen zu lassen: Ja, auf alle Fälle.

Fest steht, dass der Will-Haben-Faktor der H1 für Technikbegeisterte ziemlich hoch ist. Denn es ist und bleibt absolut faszinierend, die beiden gegenläufig arbeitenden Bälge und insbesondere ihren Antrieb bei der Arbeit zu beobachten.

Bleibt der Haken mit dem Preis. Denn 40.000 Euro sind nun mal eine Menge Geld, für die Sie sich auch 800 Swatch Uhren vom Typ Love Song kaufen können. Der ist zwar technisch bei weitem nicht so anspruchsvoll, fällt am Handgelenk aber sicher nicht minder stark ins Auge. Glauben Sie nicht? Dann klicken Sie mal hier.

(ha)

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