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Auftragsportale

Ist My-Hammer immer Schuld?

Schwerer Vorwurf: My-Hammer soll Handwerker bei der Registrierung in eine teure Abo-Falle locken. Wir haben es getestet und fragen uns: Muss man dem Auftragsportal wirklich an allem die Schuld geben?

von Jörg Wiebking

Seit einem Jahr taucht in Internetforen der Vorwurf auf, dass My-Hammer Auftragnehmer bei der Anmeldung austrickst. Die Behauptung: Die kostenlose Registrierung könne für User ungewollt in einer zwölfmonatigen Business-Partnerschaft samt Flatrate für rund 1200 Euro enden. Versuche, den angeblichen Abschluss sofort rückgängig zu machen, habe das Portal unter Verweis auf seine Nutzungsbedingungen verweigert. Die Nutzer fühlen sich „abgezockt“.

Vor allem im Forum von javarea.de äußern sich Betroffene. Rund 20 User schreiben dort überwiegend anonym über solche Erfahrungen.

Die Vorwürfe im Detail:
Obwohl der Anmelde-Vorgang unterbrochen wurde, sei ungewollt ein Vertrag zustande gekommen. Trotz der Entscheidung für das kostenlose Basis-Angebot oder eine günstigeres Businesspaket müssten User angeblich für die teurere Flatrate zahlen. ein vermeintlich kostenloses Probe-Abo geriet angeblich zum Jahresvertrag.

My-Hammer weist Vorwürfe zurück
Unternehmenssprecher Niels Genzmer bestreitet, dass My-Hammer die Nutzer auf seiner Website austrickst: „Jeder, der ein kostenpflichtiges MyHammer-BusinessPaket bucht, muss vorher das passende Paket anklicken und außerdem aktiv zwei Häkchen setzen, bei den AGB und den „Nutzungsbedingungen für Zusatzdienste“.

Der fällige Preis werde angezeigt und der Nutzer müsse seine Bankverbindung angeben. Erst nach dieser Prozedur, wenn der Nutzer den Button „Jetzt registrieren und verbindlich buchen“ klicke, komme der Vertrag tatsächlich zustande.

Nächste Seite: Wir haben es ausprobiert. Hier unsere Erfahrungen.

handwerk.com hat es ausprobiert
Tatsächlich läuft die Anmeldung im Prinzip so ab, wie es Genzmer beschreibt. Uns sind jedoch kritische Punkte aufgefallen, die sehr eiligen, unerfahrenen Usern Probleme bereiten könnten:

1. Wer sich als „Auftragnehmer“ anmelden will, landet auf einem Formular, in dem schon ein Häkchen bei „Ich möchte MyHammer BusinessPartner werden“ ausgewählt wurde. Wer ein günstigeres Paket will, muss die Vorauswahl ändern. Wer das kostenlose Basispaket nutzen will, muss von selbst auf die Idee kommen, das Häkchen für die Business-Partnerschaft zu entfernen.

2. Zudem findet sich neben der Wahlmöglichkeit für die Business-Partnerschaft ein hervorgehobener Hinweis: „Jetzt 1. Monat kostenlos!“ Gemeint ist ein kostenfreier Monat zusätzlich zur bezahlten Vertragslaufzeit – kein Probemonat.

3. Wer sich als User auf der Anmeldeseite umschaut, bevor er etwas anklickt oder ausfüllt, bekommt zunächst nur die Basis-AGB. Weitere relevante Informationen wie Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen für die Business-Partnerschaft erscheinen erst als Fußnoten und „Nutzungsbedingungen der Zusatzdienste“, wenn man sich für ein kostenpflichtiges Paket entscheidet.

Unsere Einschätzung
Trotz dieser kritischen Punkte: Versehentlich konnten wir bei unserem Test kein kostenpflichtiges Partner-Paket buchen. Denn ohne die Angabe einer Bankverbindung und ohne Einverständnis-Erklärung zu den AGB und den Nutzungsbedingungen war eine Anmeldung nicht möglich.

Sicher gibt es an My-Hammer einiges zu kritisieren. Doch gehört die Anmelde-Prozedur auch dazu? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

HINWEIS: Durch ein Versehen wurde der Original-Artikel von uns am 18. 5.2010 gelöscht. Wir konnten zwar alle Inhalte retten, mussten jedoch die User-Kommentare neu anlegen, daher sind alle mit dem Datum 19.5.2010 versehen. Das Original-Datum, an dem sie verfasst wurden, haben wir aus diesem Grund händisch unter den Kommentaren eingefügt. Wir bitten um Entschuldigung.

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