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Der erste Mitarbeiter

Keine Angst vor der Rolle als Chef?

Rollenwechsel: Solounternehmerin sucht ersten Mitarbeiter. Eine kluge Entscheidung?

Solounternehmerin mit Wachstumsplänen
Daniela Calado-Santos
Solounternehmerin mit Wachstumsplänen - Friseurmeisterin Daniela Calado-Santos wil raus aus der Solorolle und sucht jetzt Mitarbeiter.
Friseurmeisterin Daniela Calado-Santos wil raus aus der Solorolle und sucht jetzt Mitarbeiter.
Foto: Wiebking

Einzelkämpfer bleiben oder Mitarbeiter einstellen? Die Statistik ist eindeutig: Die Mehrheit alle Solounternehmer bleibt auf Dauer alleine. Nach fünf Jahren hat nur jeder zehnte Solo-Selbstständige Arbeitnehmer eingestellt, berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

Eine Entscheidung, die Strategieexpertin Monika Birkner aus Offenbach gut nachvollziehen kann. Denn ein Mitarbeiter bedeutet große Herausforderungen. „Man muss sich plötzlich um andere Dinge kümmern als bisher, man muss führen und schulen, Standards entwickeln und einarbeiten, anders planen und koordinieren.“ Nach ihrer Erfahrung bringe ein Mitarbeiter in den ersten Monaten keine echte Entlastung. „Das muss man auch finanziell einkalkulieren.“

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Schluss mit Solo

Daniela Calado-Santos hat das alles schon durchdacht – und will den Schritt jetzt dennoch gehen. Die Friseurin aus dem niedersächsischen Oldenburg ist seit drei Jahren selbstständig. Erst mit einem Stuhl zur Miete, dann nahm sie 2013 einen Kredit auf und investierte in einen kleinen Betrieb, knapp 13 Quadratmeter. „Ich will etwas machen aus meinem Meistertitel“, sagt die 39-Jährige. Sie hat klare Vorstellungen, will noch mehr in Richtung ganzheitliche Typberatung: Farbberatung plus Styling plus Image plus Frisuren.

Alleine geht es nicht weiter
„Billig“ sind ihre Leistungen nicht: Einen Haarschnitt zum Beispiel bekommt man in Oldenburg auch für die Hälfte – inkl. Umsatzsteuer. Sie hat nur ein Problem: Sie kann ihre Zukunftspläne nicht umsetzen, weil sie schon jetzt voll ausgelastet ist. Theoretisch kann ein Friseur zwar mehrere Kunden gleichzeitig bedienen: Während beim einen die Färbung einwirkt, kann schon der nächste auf den Stuhl. Doch dafür fehlt ihr der Platz. Calado-Santos: „Mehr geht hier einfach nicht.“

Jetzt macht sie Nägel mit Köpfen: Im Juli zieht sie in einen größeren Salon. Das Risiko ist überschaubar: Teurer wird die Miete für sie nicht, dank eines günstigeren Quadratmeterpreises. Dort hat sie genug Platz, um mehrere Kunden gleichzeitig zu betreuen. An eigene Mitarbeiterinnen denkt sie auch schon, ebenso an eine Auszubildende. Nicht irgendwann, sondern ziemlich konkret, denn sie will mehr erreichen: „Erst einmal der Umzug, und dann so schnell wie möglich. Jetzt ist genau die richtige Zeit dafür.“ 

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Video: „Das weiß man ja, wenn man sich selbstständig macht?“

Aber hat Daniela Calado-Santos das gut durchdacht? Die Suche nach Mitarbeitern, die Kosten, die Verantwortung? Die Antworten gibt sie in diesem Video.

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(jw)

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