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06.10.2009

Vorsorge

Sicherer ans Geld bei Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherungen verweigern häufig die Zahlung. Wer nicht leer ausgehen will, kann seine Chancen selbst deutlich verbessern.

Rund 38 Prozent aller Anträge auf Zahlungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung scheitern (wir berichteten). Trotz dieser Zahlen gilt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) weiterhin als eine der wichtigsten Versicherungen für Berufstätige. "Die BU soll das fehlende Einkommen ausgleichen, wenn jemand nicht mehr arbeiten kann. Dieses Risiko ist relativ hoch, daher ist dieser Schutz so wichtig", betont Roland Harstorff, Versicherungsberater aus Hamburg.

Leistungen nicht alleine beantragen
Doch wie kommen Versicherte im Schadensfall an ihr Geld? "Häufig machen die Versicherten Fehler, wenn sie die Leistung beantragen", berichtet Harstorff. Darum sollten sie den Antrag nicht alleine ausfüllen, sondern sich von einem unabhängigen Experten beraten lassen, wie zum Beispiel von Versicherungsberatern, dem Bund der Versicherten oder dem Bund versicherter Unternehmer.

Der Rechtsweg lohnt sich
Lehnt die Versicherung dennoch ab, müssten die Kunden das nicht so einfach hinnehmen. Vor Gericht kommt es einer Studie des unabhängigen Analysehauses Morgen amp; Morgen zufolge in fast der Hälfte aller Klagen zu einem Vergleich, rund zehn Prozent der Versicherten gewinnen einen Prozess sogar uneingeschränkt. Wer zudem schon vor Abschluss einer BU eine Rechtschutzversicherung hat, könne so das finanzielle Risiko eines Prozesses minimieren, betont Harstorff.

Fehler beim Vertragsabschluss vermeiden
Doch nicht erst im Schadensfall ist Vorsicht geboten, sondern schon beim Abschluss einer BU. Kunden sollten daher die Versicherungskonditionen beim Abschluss genau prüfen, rät Harstorff. Auch hier ist eine unabhängige Beratung zu empfehlen. Die kostet zwar Geld, schafft jedoch Sicherheit. Besonders wichtig seien dabei folgende Punkte:

Harstorff empfiehlt zudem, sich insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen gleichzeitig mehrere Angebote verschiedener Versicherungen zusenden zulassen. Dann könne der Kunde im Antrag bei fast allen Versicherern guten Gewissens ein "Nein" ankreuzen, wenn der Versicherer nach früheren BUs und BU-Anträgen fragt.

Praxis: Malermeister muss nachbessern
Um Optimierung kümmert sich derzeit auch Uwe Springer (47), Malermeister aus Kölln-Reisiek bei Elmshorn. Er hat eine BU mit einer Laufzeit bis zum 60. Lebensjahr abgeschlossen, zu kurz, wie Springer inzwischen weiß. "Wenn ich länger arbeite, fehlt mir für die Jahre der Schutz, dann habe ich keine Einkünfte, falls mir etwas passiert." Gemeinsam mit einem Versicherungsberater ist der Unternehmer jetzt auf der Suche nach einer Lösung. "Eigentlich ist meine Police ganz gut, darum verhandeln wir jetzt über eine Verlängerung der Laufzeit." Und wenn das nicht klappt? "Dann werde ich mich für die verbleibenden Jahre wohl woanders nachversichern müssen - oder eine ganz neue Police abschließen."

(jw)

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