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Schnelle Internet-Verbindungen

So bringen Sie Tempo ins Netz

Lahme Internetverbindungen sind ein Ärgernis für Handwerksbetriebe, die auf schnelles Surfen angewiesen sind. Dabei können Sie mit Eigeninitiative durchaus Tempo in den Ausbau leistungsfähiger Breitband-Lösungen bringen.

Stephan Oehler vom Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen (b|z|n) weist darauf hin, dass nicht alle „Fördertöpfe“ für den Ausbau schneller Internetverbindungen in Niedersachsen überzeichnet sind. Im Gegenteil: Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) können im Rahmen der aktuellen Förderperiode (2007 – 2013) jederzeit Mittel angefordert werden.

Diese Mittel dienen dazu, Wirtschaftsstandorte attraktiver zu machen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Gewerbe und Handwerk. Denn selbst in LTE-Ausbaugebieten läuft nicht alles automatisch super für die Betriebe. Dort haben sich Mobilfunkversorger zwar verpflichtet, mindestens die Grundversorgung zu verbessern. Dass garantiert aber nicht, dass damit auch die Ansprüche der Unternehmen erfüllt werden.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Firmen regelmäßig komplexe Pläne (mit großen Datenumfang) verschicken und erhalten oder auf Videokonferenzen zurückgreifen. Dafür sind symmetrische Bandbreiten fürs gleich schnelle Hoch- und Runterladen nötig. „Förderung ist in diesen LTE-Ausbaugebieten nur dann noch möglich, wenn die Betriebe Eigeninitiative zeigen und exakt darlegen, was sie über die Grundversorgung hinaus brauchen“, betont Oehler.

So klappt's auch mit der Datenautobahn:
Das Beispiel der Artlenburger-Motoren-Schlosserei lesen Sie auf der nächsten Seite

Ein Betrieb, der auf diese Art und Weise einen erheblichen Wettbewerbsnachteil aufgeholt hat, ist die Artlenburger Motoren-Schlosserei. Wo Mitbewerber die Software-Updates für Diagnose-Geräte immer in wenigen Minuten erledigen konnten, brauchte sein Betrieb früher ein ganzes Wochenende, erinnert sich Geschäftsführer Frank Poloschek. Inzwischen sind in der 1600 Einwohner-Gemeinde längst hochmoderne Glasfaserkabel verlegt.

„Wir als Firma haben eine Menge Druck gemacht. Ob das anders auch so geklappt hätte, da setze ich mal ein Fragezeichen“, urteilt Poloschek heute. Die Firma sprach unter anderem mit der Handwerkskammer Lüneburg. Später stand sie im engen Kontakt mit der Gemeinde, trug alles Wissen über Förderprogramme und mögliche Umsetzungen sofort weiter.

Weitere Unterstützung kam vom Landkreis Lüneburg. Heute ist die Infrastruktur in punkto Fördermöglichkeiten und Beratungsangebot bundesweit weitaus dichter.

Wie Sie die Chancen Ihres Betrieb auf schnelles Internet verbessern lesen Sie auf der nächsten Seite

Möglichkeit 1: Verbessern Sie die Datenlage!
Der Breitbandatlas Niedersachsen gibt einen Überblick darüber, welche Gebiete gut versorgt sind und welche in punkto schnelles Internet noch weiße Flecken auf der Karte sind. Mit wenigen Klicks können Sie hier den Bedarf Ihrer Firma anmelden. Immerhin kann dieser durchaus über die normale Grundversorgung hinaus gehen.

Innerhalb von fünf Minuten beantworten Sie, welche Internetanwendungen sie nutzen und in welcher Geschwindigkeit Sie aktuell surfen. Der Breitbandatlas wird laufend aktualisiert und den Kommunen kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit den Daten Ihrer Firma können Sie den Weg für einige Fördermöglichkeiten überhaupt erst frei machen. Zum Beispiel, wenn Sie belegen, dass es gewerbliche Internetnutzung in einem (sonst nicht förderfähigen) Wohngebiet gibt.

Möglichkeit 2: Wissen ist Macht!
Einige Landkreise haben eigene Fördermöglichkeiten für schnelles Internet geschaffen. Zum Teil gibt es vor Ort Berater, die einerseits einen guten Überblick über Förderprogramme haben. Andererseits sind sie darauf spezialisiert, Kommunen beim Schreiben von Anträgen zu unterstützen. Die Kontakte vermittelt das b|z|n gerne auf Anruf.

Dort sind die Kompetenzen in Fragen des Netzauf- und Ausbaus schneller Breitbandnetze gebündelt und man berät umfassend über Fördermöglichkeiten und Erstellung einer lokalen Ausbaustrategie. Suchen Sie den Kontakt, denn diese Ansprechpartner stehen im engen Kontakt mit den Kommunen. Die Chancen, Förderanträge im EFRE-Programm durchzusetzen stehen gut, bis jetzt sei noch keiner abgelehnt worden, sagt Stephan Oehler vom b|z|n.

Möglichkeit 3: Melden Sie sich bei Ihrer Kommune!
In der Regel können nur Kommunen Förderprogramme beantragen. Und sie müssen bei der Kofinanzierung eigene Mittel aufbringen. Zu wie viel Prozent, das ist sehr unterschiedlich. In wirtschaftlich schwachen Regionen beträgt die EFRE-Förderung bis zu 75 Prozent; in den übrigen Gebieten bis zu 50 Prozent. Hinzu kommen teilweise regionale Förderprogramme, die den Eigenanteil der Kommunen noch einmal schmälern können; auch hier berät das b|z|n umfassend.

Bauen Sie Druck auf, melden Sie Ihren Bedarf an und liefern Sie ihrer kommunalen Verwaltung damit Argumentationshilfen. Schnelles Internet ist ein Wirtschaftsfaktor und davon hat auch die Kommune etwas. Das b|z|n empfiehlt, auch mithilfe von Kammern, Innungen und Wirtschaftsverbänden an die Städte und Gemeinden heranzutreten.

Weitere Infos zum Thema schnelles Internet:

(kö)

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