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22.01.2013

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So gewinnen Sie Kunden für Ihre Fotos

Kunden auf Werbefotos? Ein Optikerbetrieb führt vor, wie wirkungsvoll das sein kann. Hier einige Tipps für Ihre eigene Fotokampagne.

"Kunden wirken natürlicher und herzlicher"
Marion Adam
Marion Adam vom Augenoptiker Brillen Curdt setzt auf Kundenfotos in der Werbung.
Foto: privat

von Astrid Funck

Wer auf der Website von „Brillen Curdt“ in Lüneburg den Menüpunkt „Brillengesichter“ anklickt, bekommt nicht die üblichen professionellen Fotomodels zu sehen, denen fast jede Brille steht, sondern ganz ‘normale’ Kunden: Kinder, Studentinnen, Rentner und Berufstätige – eine Weinhändlerin zum Beispiel, einen Architekten, eine Tanzlehrerin und einen Konditormeister.

Auf den Porträtfotos sind sie mit markanten, farbigen, eleganten und dezenten Brillen zu sehen, mit coolen Sonnenbrillen oder frech auf die Nasenspitze geschobenen Lesebrillen. Darunter stehen Name und Beruf der Abgebildeten sowie die Bezeichnung der Brille, die sie gerade tragen.

Warum sich Kunden gut auf Werbefotos machen
„Unsere eigenen Kunden abzubilden, erschien uns natürlicher und herzlicher, als die üblichen Agenturfotos zu nehmen, die alle Optiker von den Brillenherstellern bekommen“, sagt Geschäftsführerin Marion Adam. Deshalb lud sie 2006 erstmals einige Kunden zu einem Fotoshooting ein und engagierte einen professionellen Werbefotografen und eine Visagistin, um sie optisch in Szene zu setzen.

Bis zu 100 Bilder schoss der Fotograf von jedem der mitwirkenden Amateurmodels – mit verschiedenen Brillen und in immer neuen Posen. Eine CD mit sämtlichen Fotos durften sie hinterher als Dankeschön mit nach Hause nehmen.  „Die Aktion ist so gut angekommen, dass wir sie weiter fortgesetzt haben“, erzählt Marion Adam. Das Fotoshooting findet nun jedes Jahr im Frühjahr statt. Neun bis zwölf Personen können daran teilnehmen.

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Wann sich solche Kampagnen eignen

Christian Jürgens, Marketingberater der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, hält Fotokampagnen wie die von Brillen Curdt für eine vielversprechende Alternative zur Testimonialwerbung, bei der Prominente oder Leute, die zumindest in der Region bekannt sind, als Werbefiguren aufgebaut werden.

„Allerdings eignet sich diese Form vor allem für die Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen, die direkt mit dem Menschen zu tun haben“, sagt der Experte. Einen Hut, ein Hörgerät oder eine Frisur zum Beispiel könne man gut zusammen mit einem Gesicht oder einer Person in Großaufnahme abbilden, so dass beide, Person und Leistung, erkennbar sind. Besondere Chancen bieten sich demnach unter anderem für Friseure, Kosmetiker, Schneider, Hutmacher, Hörgeräteakustiker, Zahntechniker oder eben Optiker.

Wie man die Kunden zum Mitmachen animiert
Doch welche Kunden lassen sich am ehesten zum Mitmachen bewegen? Jürgens zufolge sind das vor allem die Stammkunden, zu denen eine gewachsene Vertrauensbeziehung besteht.

Besonders fotogene und aufgeschlossen wirkende Kunden mit außergewöhnlicher Brille und Charisma solle man aber auch dann ansprechen, wenn sie Neukunden sind. „Wenn erst einmal ein paar Aktionen gelaufen sind, wird das sowieso zum Selbstgänger“, meint der Kammerberater.

Das kann Augenoptikermeisterin Marion Adam nur bestätigen: „Viele Kunden fragen von selbst, ob sie mitmachen dürfen. Zurzeit haben wir zahlreiche Interessenten auf der Warteliste.“

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Wie sich die Bilder einsetzen lassen

Die Fotos scheinen also für die Abgebildeten einen eigenen Wert zu haben, was nicht zuletzt an ihrer prominenten Platzierung der „Brillengesichter“ liegen mag. Sie sind nämlich nicht nur auf der Firmenwebsite, sondern als wechselnde Auswahl auch großformatig im Schaufenster des Optikergeschäftes zu sehen, das sich in der Haupteinkaufsstrasse von Lüneburg befindet.

Außerdem schaltet Brillen Curdt jeden Monat eine Zeitungsanzeige mit einem der Fotos und den Angaben zu Person und Brillenmodell. Darüber hinaus sind noch etliche weitere Verwendungsmöglichkeiten denkbar. So lassen sich die Fotos auch für Flyer, Prospekte, Kataloge, Bannerwerbung im Internet, Fahrzeug- und Plakatwerbung verwenden.

Was rechtlich zu beachten ist
Dabei sind allerdings rechtliche Vorgaben zu beachten: Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, sollten die Betriebe unbedingt eine schriftliche, unterschriebene Einwilligung der Abgebildeten einholen (Im Sinne von: „Ich bin damit einverstanden, dass die Firma X die Fotos XYZ zu Werbezwecken veröffentlicht …“).

„Daraus muss auch hervorgehen, welchen Verwendungsarten der Kunde genau zustimmt und welchen nicht“, sagt Christian Jürgens. Er empfiehlt daher ein Formular, auf dem der Kunde die von ihm gebilligten Verwendungen ankreuzen kann, darunter zum Beispiel die Veröffentlichung auf der eigenen Website, bei Facebook und in Tageszeitungsanzeigen. Wer genauere Fragen dazu habe, könne sich damit an die Justiziare der Handwerkskammern wenden.

Marion Adam musste außerdem die Erlaubnis der Brillenhersteller einholen, die ihre Markengestelle ansonsten so gerne auf der prominenten Nase eines Topmodels platzieren, um Begehrlichkeiten zu wecken. Keiner der Hersteller habe sich quergestellt, sagt die Optikermeisterin. „Sie fanden die Fotos sogar richtig gut.“

Weitere Infos zum Thema Werben - Referenzen - Fotos:

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