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Unterstützung für Azubis

Gegen Klischees, für das Handwerk

Die Funke OHG in Twistringen hat sich die Förderung junger Menschen auf die Fahne geschrieben. Und sich damit einen Namen als Ausbilder gemacht. Doch wie viel Engagement können Betriebe leisten?

Klischees abbauen:
Frau, Bohrmaschine, Klischees
Klischees abbauen:  - Das will Ausbilder David Nordmann von der Firma Funke OHG auch anderen Betrieben vermitteln.
Das will Ausbilder David Nordmann von der Firma Funke OHG auch anderen Betrieben vermitteln.
Foto: pix4U - fotolia.com

Gerade ist Tamara Henke ausgezeichnet worden: als erfolgreichste Azubi-Reporterin der Facebook-Kampagne der niedersächsischen Handwerkskammern „Handwerk.Deine Chance“. Die 18-Jährige ist bei Funke im zweiten Lehrjahr zur Mechatronikerin für Kältetechnik. Weil sie die erste weibliche Auszubildende war und Lust hatte, aus ihrem Azubi-Alltag zu berichten, wurde sie vorgeschlagen.

Der Betrieb in der Nähe von Bremen engagiert sich seit einigen Jahren intensiv und erfolgreich für den handwerklichen Nachwuchs: „Wir haben verstanden, dass wir dringend aktiv werden müssen, wenn wir auch zukünftig ausbilden wollen“, sagt Personalleiter David Nordmann. Ihm ist es wichtig, den eigenen Betrieb als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu positionieren.

Er will auch zeigen, wie spannend, vielfältig und innovativ die Berufe im Handwerk sind. Und, dass eine handwerkliche Ausbildung eine solide Grundlage für weitere Karriereschritte ist. „Wir müssen die alten Klischees in den Köpfen der Menschen aufweichen. Das geht nur mit Transparenz über das, was wir machen und was wir können“, ist Nordmann sich sicher.

Es gibt viele Wege für Betriebe, bei der Nachwuchssuche aktiver zu werden. Hier einige Tipps von Carl-Michael Vogt, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hannover:


Vogt empfiehlt, sich auf ein bis zwei Aktivitäten zu konzentrieren. Wer zu viele Projekte in Angriff nehme, habe am Ende womöglich weniger Erfolg, weil zeitliche und personelle Ressourcen knapp werden.

Der Funke OHG geht die Puste nicht aus: Diesen Sommer sind sechs neue Jugendliche in die Ausbildung gestartet. Der Betrieb kann aus seinen Bewerbungen wählen. Das Engagement für die Azubis zahlt sich aus, was auch am Beispiel von Tamara Henke deutlich wird: „Sie hat sich persönlich und fachlich enorm weiterentwickelt und bringt den Schwung und ihren Erfolg aus der Facebook-Aktion in den Betrieb ein“, berichtet David Nordmann.


Was sagen die Azubi-Reporter zu einer Aktion wie der Facebook-Seite? Lesen Sie ihre Meinung auf Seite 2.

"Wir werben für eine Ausbildung im Handwerk"

Glücklich über ihren Erfolg:
Tamara Henke, Funke OHG
Glücklich über ihren Erfolg:  - Tamara Henke, Auszubildende bei Funke OHG
Tamara Henke, Auszubildende bei Funke OHG
Foto: Husmann

„Ich bin glücklich darüber, dass ich bei der Facebook-Kampagne mitmachen durfte. Überwältigt hat mich die Ehrung als erfolgreichste Azubi-Reporterin in diesem Jahr. Damit habe ich nicht gerechnet. Und auch nicht mit den vielen tollen Kommentaren auf meine Beiträge im Laufe des Jahres. Von einem Kunden unserer Firma will sogar eine Tochter jetzt auch die Ausbildung machen. Also ist das Ziel meiner „Arbeit“ als Azubi-Reporterin ja erfüllt. (Tamara Henke, Funke OHG, Twistringen)



Hat gute Rückmeldungen für seinen Einsatz als Azubi-Reporter bekommen:
Matthias Reinicke, Maler Heyse
Hat gute Rückmeldungen für seinen Einsatz als Azubi-Reporter bekommen: - Matthias Reinicke, Azubi bei Maler Heyse
Matthias Reinicke, Azubi bei Maler Heyse
Foto: Hamacher




„Ich habe mit meinen Beiträgen nicht nur meinen Betrieb unterstützt, sondern auch das Handwerk bei anderen bekannter gemacht. Es ist schon spannend, zu hören, wie andere mich sehen: Es kamen innerhalb der Firma gute Rückmeldungen und auch von außen. Wenn ich später vielleicht mal selbstständig bin, kann ich diese Erfahrungen gut nutzen.“ (Matthias Reinicke, Maler Heyse, Isernhagen)

Freut sich über die Resonanz bei anderen Jugendlichen:
Maria Engelmann, Modeatelier Zurwellen
Freut sich über die Resonanz bei anderen Jugendlichen:  - Maria Engelmann vom Modeatelier Zurwellen
Maria Engelmann vom Modeatelier Zurwellen
Foto: Hamacher

„Viele wissen gar nicht, dass man eine Ausbildung als Schneiderin machen kann. Ich gehe in dem Beruf auf und werde oft von interessierten Mädchen gefragt, wie man an so eine Lehrstelle kommt. Ich möchte andere ermuntern, sich für das Handwerk zu bewerben. Meine Chefin hat durchweg positives Feedback von Kunden und Kollegen auf die Aktion bekommen – durch die Berichterstattung in der Presse. Es war ein erfolgreiches Jahr für sie und für mich.“ (Maria Engelmann, Modeatelier Zurwellen, Goldenstedt)





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(ja)