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Rückblick: IAA Nutzfahrzeuge

Von Spritsparern und Hybridfahrzeugen

Wer verbraucht weniger Sprit oder pustet mehr CO2 in die Luft? Diese Themen beschäftigten Hersteller und Besucher der IAA Nutzfahrzeuge in diesem Jahr. Womit die Autobauer überraschten und was sie fürs Handwerk parat hatten, lesen Sie in diesem Messe-Rückblick.

Dominierte bei den großen Nutzfahrzeugen vor allem das Thema Euro VI, zeigten die Hersteller im Bereich der Transporter bis 3,5 und bis 7,5 Tonnen vor allem eins: immer neue Modellvarianten und zum Teil komplett neue Fahrzeuge, die den Handwerkerfuhrpark möglichst passgenau ergänzen soll. Ein Gang durch die Hallen des Hannoverschen Messegeländes oder ein Blick aufs Freigelände erweckte den Eindruck, dass so langsam auch die letzte Nische im Nutzfahrzeugmarkt besetzt sein müsste.

Der Mercedes Citan
Citan 04
Der Mercedes Citan -
Foto: Hersteller

Branchenriese Mercedes präsentierte zum Beispiel mit dem Citan erstmals seinen neuen Stadtlieferwagen der breiten Öffentlichkeit. Klein, wendig, spurtstark und mit vergleichsweise wenig Durst ist der Sternenträger mit dem französischen Herzen (das Fahrzeug entsteht im französischen Renault-Konzern) von den Schwaben angekündigt worden. Das Ergebnis wusste auf der Messe vom Stand weg zu gefallen.

Außerdem tüftelt Mercedes weiter an seiner Elektro-Strategie. Während draußen auf dem Freigelände der e-Cell Vito im Rahmen von Fahrtest bereits selbst erfahren werden konnte, präsentierten die Schwaben auf ihrem Stand einen elektrisch angetriebenen Sprinter und unter der Konzernmarke Fuso den Klein-Lkw Canter als Hybrid-Fahrzeug. Insbesondere das letzt genannte Fahrzeug ist nach Angaben der Standmitarbeiter bereits eine echte Option für die kommenden Jahre.

http://www.handwerk.com/handwerk.com/von-spritsparern-und-hybridfahrzeugen/150/1641/57119/2Was sich bei anderen Herstellern in Sachen Hybrid getan hat, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Hybrid: Zwischen Traum und Wirklichkeit

Einen weiten Blick in die Zukunft wagte auch Iveco. Bei der am Stand neben dem frisch als Truck of the Year ausgezeichneten großen Lkw Stralis gezeigten Studie handelte es sich um ein Fahrzeugkonzept für den innerstädtischen Transport. Dabei setzen die Italiener auf ein duales Antriebskonzept (Diesel und Elektro), moderne Verbundwerkstoffe (zum Beispiel  besteht die Kurbelwelle aus Carbon) und innovative Technik, wie zum Beispiel ein so genanntes Brake by Wire System, eine Bremsanlage, die zwischen Bremspedal und Bremsanlage mit Kabeln für elektrische Impulse statt mit Leitungen für Hydraulik auskommt.

Dass die Studie aber noch ein gutes Stück von der Wirklichkeit entfernt ist, wurde allein schon an der extrem zurückhaltenden Beantwortung nach den Kosten eines mit solcher Technik ausgestatteten Fahrzeugs deutlich.

Der Iveco Daily:
Iveco Daily 06
Der Iveco Daily: -
Foto: Hersteller

Immer wieder faszinierend: Der Elektro-Daily. Doch auch der ist in Anbetracht von Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro für das Fahrzeug und weiteren 70 000 Euro für die Batterien noch ein gutes Stück weg vom Einsatz außerhalb der bisher äußerst erfolgreich verlaufenden Modellversuche beispielsweise bei der Post.

Dichter an der Realität ist das Thema Elektromobilität bei Peugeot. Auf der Messe zeigten die Franzosen mit dem Partner einen "echten" Elektro-Kleinlieferwagen, so wie er ab kommenden Jahr bei den Händlern zu kaufen sein wird. Ebenfalls im Fokus: Fahrzeugkonzepte mit Leichtbau-Aufbauten.

Ihr Vorteil: Durch das geringe Gewicht des Koffers, steht dem Fahrer zum Teil erheblich mehr Nutzlast zur Verfügung. Eindrucksvoll präsentierte Peugeot die Stabilität des im Harz gefertigen Wabenmaterials mit einem Falltest bei dem eine schwere Eisenkugel auf das Material prallte – ohne dass sie darauf Spuren hinterließ. Ebenfalls neu: Sowohl der Partner als auch der Expert tragen ab sofort das neue Markengesicht des Herstellers mit dem Löwen im Wappen.

http://www.handwerk.com/handwerk.com/von-spritsparern-und-hybridfahrzeugen/150/1641/57119/3Kraftstoff-Sparen und eine Elektro-Neuheit: Was Fiat und Nissan zeigten lesen Sie auf der nächsten Seite.

Intelligente Technik fürs Spritsparen

Der Doblò Kombi:
IAA Fiat Doblò
Der Doblò Kombi: -
Fotos: Odewald

Bei Fiat stand zum ersten Mal der Doblò Cargo Maxi XL im Fokus. Der Transporter bietet durch seine größere Innenraumhöhe (1,55 Meter) und die nach Herstellerangaben höchste Hecktür im Segment (1,45 Meter) einen noch leichter zugänglichen Laderaum. So ausgerüstet, fasst der Transporter nun fünf Kubikmeter (mit umgeklappten Beifahrersitz 5,4 Kubikmeter) Ladung und wildert damit durchaus schon ganz aktiv in den nächst größeren Fahrzeugklassen.

Außerdem haben die Italiener das Thema Spritsparen auf der Messe groß geschrieben. Dafür hat Fiat gemeinsam mit Microsoft eine Software entwickelt. Die hilft dem Fahrer seinen Fahrstil unter Verbrauchsgesichtspunkten zu optimieren. Darüber hinaus kann das Programm dazu beitragen, die Verbrauchswerte der gesamten Fuhrparks zu optimieren.

Nissan sorgte auf der Messe vor allem mit seinem Caddy-Konkurrenten NV200 für Gesprächsstoff. Und das gar nicht mal nur wegen des erstmals in Hannover gezeigten reinelektrischen Modells e-NV 200. Auch als konventionell angetriebenes Fahrzeug stand das in vielen Varianten (Kastenwagen mit 2 oder 5 Sitzen, Kombi) angebotene Fahrzeug immer wieder im Besucherinteresse.

Der vergleichsweise günstige Preis und die zum Teil beachtliche Serienausstattung dürfte viel dazu beigetragen haben. Neugierde weckten die Japaner außerdem mit Ihren Cabstar und Atleon genannten größeren Nutzfahrzeugen. Bei beiden Kleinlastwagen sorgte vor allem die vergleichsweise hohe Nutzlast für Aha-Momente.

http://www.handwerk.com/handwerk.com/von-spritsparern-und-hybridfahrzeugen/150/1641/57119/4Nächste Seite: Modellvielfalt bei Opel und der Klassiker Transit bei Ford.

Clevere Lösungen für die Ladung

Bei Opel drehte sich alles um den neuen Combo und die Dauerbrenner Vivaro und Movano. Letzterer wird inzwischen in nicht weniger als 188 Modellvarianten angeboten. Was bei Opel, wie bei vielen anderen Herstellern auch, positiv auffällt.

Das Thema Ladungssicherung wird bei den Herstellern immer größer geschrieben. Entweder sind die Fahrzeuge bereits ab Werk mit Zurrösen, Spannstangen und Anschlagpunkten für Einbauten ausgestattet, oder die Hersteller bieten entsprechende Lösungen in Kooperation mit den bekannten Fahrzeugausrüstern an.

Der neue von Ford:
Ford Transit Custom
Der neue von Ford: -
Ford

Mit einem gänzlich neu entwickelten "Klassiker" startet Ford auf der Messe: Der neue Transit ist da. Er hört auf den etwas sperrigen Namen Ford Transit Custom und vereint in sich alles, was ein modernes Nutzfahrzeug auszeichnet: Geringe Verbrauchswerte, lange Wartungsintervalle und hohe Variabilität. Praktisch ist zum Beispiel der Dachgepäckträger gemacht.

Der lässt sich nämlich bei Nichtgebrauch einfach zusammenklappen und im Fahrzeugdach verstecken. Dadurch entfällt der bisher mühsame Auf- und Abbau. Gleichzeitig bleibt der CW-Wert des Transporters im grünen Bereich.

http://www.handwerk.com/handwerk.com/von-spritsparern-und-hybridfahrzeugen/150/1641/57119/5Heimspiel für VW: Neues rund um Caddy und Crafter lesen Sie auf der nächsten Seite

Volkswagen geht ins Gelände

Volkswagen auf dem Außengelände:
IAA VW
Volkswagen auf dem Außengelände: -
Fotos: Odewald

Für Volkswagen war die Messe auch in diesem Jahr ein Heimspiel. Am Stand zeigten die Nutzfahrzeugspezialisten aus Hannover-Stöcken die gesamte Palette vom Caddy bis zum großen Crafter. Ein Highlight dabei: Die nicht mehr nur als Nutzfahrzeug konzipierte Variante "Canyon" des Amaroks. Die orangefarbene Studie mit markantem Lampenträger hinter dem Fahrerhaus stand wie schon auf dem Automobilsalon in Genf schon im Mittelpunkt der traditionellen Welcome-Night.

Nachdem der Zuspruch für den "Lifestyle-Laster" sehr positiv ausgefallen ist, wird VW das Sondermodell ab Frühjahr kommenden Jahres in den Handel bringen. Weiterer Besuchermagnet am Stand: Der Gelände-Caddy. Wie schon bei Golf, Touran und Co. verbindet der Cross-Caddy genannte jüngste Spross der Nutzfahrzeugflotte die Vorzüge des kompakten Kleinlieferwagens mit der Robustheit eines Geländewagens. Marktstart hier: Ebenfalls Frühjahr 2013.

Fazit: Alles in allem haben die Hersteller ihre Fahrzeugpaletten also weiter optimiert und an die täglichen Bedürfnisse angepasst. Spannend bleibt die Frage, wann die ersten Hersteller ernsthaft Null-Emmissionsfahrzeuge auf den Markt bringen. Denn nicht erst auf dieser IAA war an den Ständen immer öfter von Null-Emmissionszonen in den Innenstädten die Rede. Ob und wann die kommen, vermochte jedoch noch keiner einzuschätzen.

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(ha)