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Auf der Überholspur

Benzin im Blut – das hat Torsten Schubert wahrscheinlich wirklich. Der Chef von bald sieben Autohäusern führt einen erfolgreichen Rennstall.

Benzin im Blut das hat Torsten Schubert wahrscheinlich wirklich. Der Chef von bald sieben Autohäusern führt einen erfolgreichen Rennstall.

Von Dorit Amelang

Foto: Schubert Motors

In seinem Businessanzug fühlt sich Torsten Schubert etwas verkleidet, in der Motorsport Arena Oschersleben. Mensch, dich erkennt man gar nicht, ruft ihm ein Freund in der Boxengasse zu. Er lacht: Muss ja auch mal sein. In seinem zweiten Wohnzimmer ist er sonst am liebsten in seiner Berufsbekleidung unterwegs: Jeans und Fleecepullover mit dem gestickten Logo Schubert Motors. Hier unter all den Motorsportverrückten ist der Kfz-Meister und Autohändler in seinem grauen

Von Sieg zu Sieg

Sein Vater war Autoschlosser und so schraubte er schon als Jugendlicher an seiner Simson SR2 oder der MZ RT. Auf einem ungenutzten Übungsgelände der Armee zog er seine Furchen. Die gesparten 2000 Mark für einen Trabant investierte er mit 18 Jahren nicht in die überdachte Limousine, sondern in einen Cross-Buggy. Zusammen mit seinen Kumpels frisierte er den Käfigwagen zunächst mit dem Motor eines Wartburgs, später mit dem Antrieb eines sowjetischen Ladas mit 1600 ccm und speziellen Kolben und Nockenwellen. 1985 wird Schubert DDR-Vizemeister und 1995 Dritter bei der Europameisterschaft im Autocross bis 1600 ccm. 1999 wird er Europameister im Autocross. Anschließend steigt er eine Klasse höher ein beim Rennen um die Deutsche Tourenwagen Challenge (DTC) und holt noch zwei weitere Fahrer in sein Team. Seit 2000 ist er beim 24-Stunden-Rennen und der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring dabei. Seit 2001 verzichtet er darauf, selbst zu fahren und engagiert weitere Fahrer, die zahlreiche Siege

Ich habe schon immer jede Mark ins Auto gesteckt, erzählt Schubert und braust mit seinem Dienstauto über den Parkplatz vor der Motorsport Arena. Rund zwei bis zweieinhalb Millionen Euro kostet ihn eine Saison. Die Fahrer bringen selbst noch einmal eigene Sponsoren und Partner mit, was das Budget entlastet, aber bei einer Tagesmiete von

12 000 Euro für die Motorsport-Arena, muss alles gut koordiniert und kalkuliert werden. Fast jedes Wochenende ist er mit seinem Team unterwegs. Dann koordiniert er das Team aus Mechanikern, taktiert routiniert hinter den Monitoren und gibt Fahranweisungen.

Wer glaubt, dass sich das Oscherslebener Urgestein damit begnügt, irrt. Als einer der größten Autohändler der Region expandiert er weiter. Sechs BMW-Zentren hat er bereits, in Kürze eröffnet er ein weiteres in Magdeburg. 180 Mitarbeiter sind bei ihm beschäftigt und insgesamt 50 Lehrlinge. Die Ausbildung liegt ihm am Herzen. Ich möchte mindestens einen kaufmännischen und einen technischen Azubi pro Standort und Jahr ausbilden. Neben der Werkstatt gibt es auch noch zwei Lackierereien.

Schubert hat mittlerweile sein Unternehmen mit seiner Leidenschaft verknüpft. Ausschließlich seine Kunden können erleben, was Freude am Fahren bedeutet und wie wichtig sicheres Fahren ist. Einmal im Jahr dürfen rund 120 Kunden einen Tag lang in Oschersleben über den Asphalt rasen und ein Fahrsicherheitstraining absolvieren.

Wie der Vater ... so der Sohn

Er selbst schraubt auch ab und zu noch einmal. Bei den Rennautos kenn ich mich noch aus, doch bei den normalen Limousinen und Kombis wird es schon schwie-rig, sagt er. Sein Wissen gibt er an seine Söhne weiter. Der Ältere hat sich jetzt mit 16 sein eigenes Autocross-Gefährt zusammengeschraubt. Allein, ohne finanzielle Hilfe von Papa, aber einigen Tipps und Tricks. Wenn man etwas allein aufbaut, schätzt man es mehr, als wenn man alles hingestellt bekommt. Einen Satz, den der Mann mit dem Lachen bis über beide Ohren, recht nachdenklich ausspricht und all seine Erfahrungen zu bündeln scheint. Doch nicht nur seine Söhne bauen weiter an ihren Autoträumen. Schubert Senior möchte nun endlich auch beim 24-Stunden-Rennen neben dem Sieg in der Dieselklasse den Gesamtsieg erringen. Dafür steht auch das neue Auto, ein Z4 M Coupé, schon bereit für Auto- und Fahrertests. In Oschersleben gibt Schubert in seinem Siebener Gas von der dröhnenden Arena ins 500 Meter entfernte Autohaus, wo nur der Westwind das Heulen der Motoren dämpft.

www.schubert-motorsport.de

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Handwerk am Limit

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In der Boxengasse wird die Stoppuhr zum wichtigsten Werkzeug. Eine Reportage über rennsportbegeisterte Handwerker im „Motopark Oschersleben".

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Schubert Motors, Oschersleben

Schubert Motors, Oschersleben

Man muss schon ein bisschen erfahren sein, um die Internet-Seiten von Schubert Motors bedienen zu können. Die Web-Präsenz ist in Flash programmiert und wirft damit den in HTML zumeist üblichen Aufbau über Bord. Das sieht toll aus, könnte jedoch den einen oder anderen ungeübten User vor Probleme bei der Navigation stellen.

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Olaf Manthey – Porsche

Mit Tempo 300 in die Grüne Hölle

Rennfahrerlegende und Unternehmenslenker: Olaf Manthey sorgt am Nürburgring dafür, dass Porsches wirklich schnell werden.

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Fahrbericht

Klassischer Kurvenstar

Entspanntes Cruisen, satte Leistungsreserven und das Lächeln einer schönen Unbekannten – eine Spritztour mit dem Wiesmann Roadster.

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