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Stellenanzeigen

Auf Mitarbeitersuche im Web 2.0

Über soziale Netzwerke wie Xing oder Facebook können Handwerker auf kostengünstige Weise Kontakte zu potenziellen Mitarbeitern aufbauen.

von Astrid Funck

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Wer nach Andreas Raker sucht, kann in dessen Büro nachschauen. Autohaus Südbeck in Cloppenburg, er ist dort Geschäftsführer. Oder bei Xing, dem virtuellen Netzwerk für Leute mit Sinn für die berufliche Kontaktpflege. Dass er Kfz-Mechaniker gelernt und Diverses studiert hat, erfährt man da beim Lesen seines Profils, dass er in seiner Freizeit Ski fährt, Musik macht und an Einkaufskooperationen interessiert ist. Und unter "Ich biete" hat Andreas Raker zudem noch ein Jobangebot parat.

Auf diese Weise werden die geneigten Netzwerkmitglieder gewahr, dass im Autohaus Südbeck gerade ein Verkaufsberaterposten frei ist. Daneben schleust das Unternehmen seine Stellenhinweise auch über Twitter – eine Plattform zum Austausch aktueller Kurznachrichten – ins Internet. Ein Link führt die Twitter- und Xing-Gefolgschaft dann auf die Website des Unternehmens. "Für mich war einfach wichtig, dass wir früh auf diesen Plattformen präsent sind, weil sich immer mehr Menschen dort aufhalten", sagt Raker.

Kostengünstige Alternative zur Stellenanzeige
Tobias Kärcher von der Atenta Personalberatung in Hamburg hält diese Art der Personalrekrutierung darüber hinaus für eine vergleichsweise kostengünstige und effektive Alternative zu einer Anzeige in der Zeitung oder in einer Online-Stellenbörse. "Man kann auf diesen Plattformen mit interessanten Personen Kontakt aufnehmen, Fragen beantworten und sie dazu ermutigen, sich zu bewerben", erklärt der Experte. "Das ist viel flexibler und aktiver, als eine Zeitungsannonce zu schalten und zu warten, dass sich daraufhin jemand meldet."

Wer Stellenangebote im Netzwerk publik machen möchte, kann sie wie Andreas Raker ins Personenprofil oder in die Unternehmensdarstellung einbinden. Auf Plattformen wie Xing oder Facebook können nämlich auch Unternehmen ein eigenes Profil anlegen. "Es lohnt sich grundsätzlich, einen eigenen Firmenbereich in einem sozialen Netz zu haben. Wichtig ist allerdings, dass man das Ganze auch pflegt – und das kostet Zeit", sagt Tobias Kärcher. "Man muss die Inhalte ständig aktualisieren und zeitnah auf Anfragen und Kommentare von anderen Nutzern reagieren. Innerhalb von 24 Stunden sollte die Antwort da sein."

Eine weitere Möglichkeit, Stellenangebote in Umlauf zu bringen, bergen die auf den Plattformen existierenden Foren oder Gruppen. So gibt es bei Xing zum Beispiel Gruppen für das Bauwesen, die SHK-Branche oder für die Haus- und Gebäudetechnik. Man kann dort aktiv die Profile und Diskussionsbeiträge der Mitglieder auf deren Qualifikationen hin abklopfen, Stellenanzeigen platzieren oder im Dialog auf den eigenen Personalbedarf hinweisen.

Auf den richtigen Ton achten
Dabei sei es jedoch wichtig, sich zunächst ein wenig in den Ton des Forums einzufinden und sich an den fachlichen Diskussionen zu beteiligen, statt sofort überschwänglich Werbung für die eigenen Arbeitgeberqualitäten zu machen, betont Web2.0-Experte Kärcher. Letzteres käme bei den Mitgliedern häufig sehr schlecht an. "Transparenz und Authentizität haben hier einen großen Stellenwert. Man muss sich schon die Mühe machen zu schreiben, wer man ist, was man macht und warum man vielleicht ein bisschen besser ist als der andere."

Wo Handwerker überall Jobangebote im Internet verbreiten können, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Wie lassen sich Jobangebote im Netz verbreiten?

(Job-)Suchmaschinen: Suchmaschinen wie Google oder Yahoo erfassen automatisch neue Anzeigen, die auf den Internetseiten der Unternehmen in einer eigenen Stellenrubrik auftauchen. Außerdem gibt es noch spezielle Meta-Jobsuchmaschinen wie opportuno.de, jobs.de, jobrobot.de oder kimeta.de. Nachdem man sich bei diesen Suchdiensten angemeldet hat, übernehmen sie ebenfalls automatisch die Anzeigen von der Unternehmenswebsite.

Online-Stellenbörsen: In diesen Datenbanken, darunter kostenlose und kostenpflichtige, können Arbeitgeber ihre Stellenanzeigen veröffentlichen und Jobgesuche einsehen. Im Unterschied zu den Suchmaschinen ist die Auffindbarkeit der Anzeigen im internen Suchsystem der Stellenbörse beeinflussbar, indem man sie einer speziellen Branche, einem Gewerk oder einer Berufsbezeichnung zuordnet. Zum Einstieg bieten sich die Stellenbörsen der Handwerkskammern und die kostenfreie Jobbörse der Agentur für Arbeit an (www.arbeitsagentur.de).

Soziale Netzwerke: Neben der Möglichkeit, andere Menschen anzusprechen und im eigenen Profil auf Stellen hinzuweisen, kann man auf Web 2.0-Plattformen wie Xing, Linkedin oder Businesslive auch Stellenanzeigen schalten, die allerdings meist kostenpflichtig sind. Bei Xing zum Beispiel werden sie entweder zum Festpreis oder nach Zahl der Klicks auf die Anzeige berechnet (Rubrik "Jobs"). Ein Vorteil ist, dass die Interessenten, die auf eine solche Anzeige klicken, sofort Zugriff auf ein dazugehöriges Unternehmensprofil haben und sich direkt ein erstes Bild machen können.

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