Das Projekt „Zukunft in Arbeit mit Perspektive“ soll die Chance von Häftlingen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
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Personal

Auf Mitarbeitersuche in der Justizvollzugsanstalt

Die JVA Ravensburg will Häftlinge ins Handwerk vermitteln. Käme das bei der Fachkräftesuche auch für Sie in Frage?

Von einem eher ungewöhnlichen Mittwochnachmittag in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg berichtete im Januar die Schwäbische Zeitung in ihrer Onlineausgabe. Führungskräfte verschiedener Handwerksbetriebe aus der Region besuchten die JVA, um sich über eine alternative Möglichkeit der Mitarbeitergewinnung zu informieren: ehemalige Häftlinge.

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Um eine Brücke vom Strafvollzug zurück in die Gesellschaft zu schlagen, bietet das Berufsfortbildungswerk BFW in der JVA Ravensburg das Projekt ZAP „Zukunft in Arbeit mit Perspektive“ an. Ziel ist eine Integration insbesondere junger erwachsener Straftäter in den Arbeitsmarkt.

Ein direkter Kontakt zwischen Häftlingen und Handwerkern blieb bei der Führung laut Zeitungsbericht aus, aber die Handwerker konnten sich von den Werkstätten für Schlosser, Schreiner, Maler und andere Berufe überzeugen. Das Angebot in der Justizvollzugsanstalt reiche von Teilqualifizierungen bis zu ganzen Ausbildungen. Um den Häftlingen bestmögliche Chancen am Arbeitsmarkt zu gewähren, begleitet das ZAP die Projektteilnehmer laut Projektbeschreibung durch das gesamte Bewerbungsverfahren bis hin zum Begleitausgang für das Vorstellungsgespräch.

„Der Markt bestimmt die Akzeptanz von Personen mit Unregelmäßigkeiten im Lebenslauf“, zitiert die Schwäbische Zeitung die ZAP-Übergangsmanagerin Sonja Kautt. Was meinen Sie? Würden Sie Ex-Häftlingen als möglichen Mitarbeitern eine Chance geben? Haben Sie vielleicht sogar Erfahrungen mit dieser Form der Fachkräftegewinnung? Schreiben Sie uns oder kommentieren Sie hier.

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