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Wer billig baut, baut zweimal

Ausschreibungen: Ab in die runde Ablage

Wie machen die das? Wie kalkulieren Betriebe so billig, dass sie die Vergabe öffentlicher Aufträge gewinnen – und dabei auch noch Geld verdienen? Ein handwerk.com-Leser schießt mit seinem Vorschlag den Vogel ab.

So viel Geld landet im Papierkorb. - Wenn die Qualität der Ausschreibungen doch nur besser wäre.
Wenn die Qualität der Ausschreibungen doch nur besser wäre.
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Er kenne Betriebe, schreibt smintlemon, die „schicken zu den Öffis als Obermonteur den Azubi im dritten und als Monteur den Azubi im ersten Lehrjahr“. Endlich mal ein Vorschlag, der aus der Praxis kommt.

Tariftreue? Wen interessiert Tariftreue? Und warum nicht selbst osteuropäische „Subis“ beschäftigen? In der vergangenen Woche haben wir über eine Unternehmerin berichtet, die an der Vergabepraxis der öffentlichen Hand verzweifelt. Sechs Punkte umfasst ihre Streichliste. Sechs Errungenschaften, von denen sie sich trennen müsste, damit sie im Wettbewerb mit der Billig-Konkurrenz bestehen kann.

Bei handwerk.com-Lesern hat sie damit offene Türen eingerannt, die Skepsis gegenüber der öffentlichen Hand als Auftraggeber ist extrem.

Nächste Seite: „Der Schwachsinn, den Kommunen mit unserem Geld veranstalten."

Hintertupfingen kriegt den Zuschlag
Und ab damit - So mancher Betriebsinhaber kennt für öffentliche Ausschreibungen nur einen Ort.
So mancher Betriebsinhaber kennt für öffentliche Ausschreibungen nur einen Ort.
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Dass „die Qualität der Ausschreibungen stark nachgelassen habe“, meint der Schornsteinbauermeister Detlef Wartemann.

Zudem würden Angebote schon lange nicht mehr auf Plausibilität geprüft, es mangele an Fachleuten in den Behörden, ergänzt der Elektroinstallateurmeister Christoph Hensel. Dabei verlange die VOB das „preiswürdigste Angebot“ und nicht das billigste. Jeder Privatmann kenne diese Regel: „Wer billig baut, baut zweimal.“ Nur in den Kommunen sei diese Erkenntnis noch nicht angekommen: „Der Schwachsinn ist ja, dass die das mit unserem Geld machen.“

Und auch die facebook-Gemeinde hat den Text „So klappt’s auch mit den Öffis“ diskutiert. Ein Fliesenleger aus Nordrhein-Westfalen hatte sich beispielsweise auf den Auftrag in einem Kindergarten ganz in der Nähe gefreut. Identische Fliesen, identische Bauchemie, keine drei Minuten Anfahrt: „Aber ein Betrieb aus Mecklenburg-Vorpommern bekommt das Ding. Unglaublich.“ Seit diesem Erlebnis wandern Ausschreibungen in seinem Betrieb nur noch in den „runden Aktenschrank“.

So weit ist Detlef Wartemann noch nicht, er fordert: „Schließt bei öffentlichen Ausschreibungen den günstigsten und den teuersten Anbieter von der Vergabe aus, dann wird auch wieder normal kalkuliert.“

Die komplette Diskussion auf handwerk.com lesen Sie hier.

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(sfk)
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