In einem Handwerksbetrieb sind neue Azubis nicht im Betrieb erschienen. Doch vom Azubi-Ghosting lässt er sich nicht abschrecken.
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In einem Handwerksbetrieb sind neue Azubis nicht im Betrieb erschienen. Doch vom Azubi-Ghosting lässt er sich nicht abschrecken.

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Azubi-Ghosting

Azubi kommt nicht – Betrieb sucht über Social Media weiter

Ein Lehrling erscheint gar nicht zum Ausbildungsstart, ein zweiter kommt nur zwei Tage. So etwas hat dieser Malerbetrieb noch nicht erlebt – und gibt die Suche nicht auf.

Zum ersten Mal in der Firmengeschichte des Malereibetriebs Janßen ist ein Lehrling zum Ausbildungsstart nicht erschienen. „Nicht einmal telefonisch haben wir ihn erreicht“, berichtet Gabriele Querfurth. Der zweite Azubi, der auch dieses Jahr starten sollte, sei immerhin zwei Tage in den Betrieb gekommen – dann aber auch nicht mehr. Der Azubi-Ghosting-Vorfall habe die Unternehmer aus dem niedersächsischen Schortens nachdenklich gestimmt.

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Praktika sind Voraussetzung für Ausbildungsvertrag

Dass ihn diese Ereignisse beschäftigen, ließ Querfurths Mann, Holger Elbing, die Öffentlichkeit Mitte September via Facebook wissen. Dort schrieb er: „So fassungslos und sprachlos war ich schon lange nicht mehr.“ Und „wir bieten jungen Leuten einen Ausbildungsplatz an, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“. Doch dass jemand einfach nicht kommt, sei eine neue Erfahrung für den Malermeister.

Dabei haben auch die neuen Azubis – wie alle in dem Betrieb mit sechs Mitarbeitenden – vor Vertragsunterzeichnung ein Praktikum absolviert. „Das ist für beide Seiten wichtig. Wir machen uns ein Bild über die Person und ihre Fähigkeiten. Und die Jugendlichen sehen selbst, was im Arbeitsalltag auf sie zukommt und entscheiden dann, ob der Malerberuf etwas für sie ist“, sagt Gabriele Querfurth.

Die Gesellen in dem Betrieb dürfen nach den Praktika der Bewerber mitentscheiden, ob jemandem ein Ausbildungsvertrag angeboten wird oder nicht. „Denn schließlich arbeiten sie dann mit den neuen Azubis zusammen“, sagt Querfurth. Und gerade weil die Jugendlichen in diesem Jahr ein Händchen für den Beruf gehabt hätten, wundert es die Unternehmerin, dass sie nicht weitermachen wollten.

Suche geht auf Social Media weiter

Doch abschrecken lassen will sich der Handwerksbetrieb von diesen Ereignissen nicht. Durch den Social-Media-Beitrag kamen weitere Anfragen für Praktika, berichtet Querfurth. „Wir bleiben dran und geben nicht auf“, betont sie. Sie freuen sie sich schon darauf, wenn demnächst ein Vertrag unterzeichnet werden kann und die ersten Arbeitswochen anstehen. Der Betrieb ist nach wie vor offen für Bewerber: „Wenn es noch junge Menschen gibt, die Lust haben, einen Handwerksberuf wie Maler- und Lackierer zu lernen, bitte bei uns melden“, schreibt Malermeister Elbing auf Facebook.

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