Ergebnis: Die Zahl der Entsendungen ist 2017 um fünf Prozent auf rund 85.000 entsandte Arbeitnehmer angestiegen.
Foto: Riccardo Arata - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Bauwirtschaft: Zahl der Entsendungen 2017 gestiegen

Auf deutschen Baustellen arbeiten viele Beschäftigte, die bei ausländischen Baufirmen angestellt sind. Doch wie viele entsendete Arbeitnehmer sind hierzulande im Einsatz und woher kommen sie?

Rund 85.000 Arbeitnehmer ausländischer Baubetriebe waren 2017 auf deutschen Baustellen im Einsatz. Das teilt die Soka-Bau mit. Sie hat die Meldungen der Entsendebetriebe zum Urlaubsverfahren ausgewertet. Demnach sei die Zahl der entsandten Arbeitnehmer am Bau im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent gestiegen. 2016 habe die Zahl der entsendeten Bau-Arbeitnehmer bei 81.000 gelegen. Laut Soka setzt sich damit der Trend fort: Seit der Finanzkrise im Jahr 2009 sei die Zahl der entsandten Arbeitnehmer kontinuierlich gestiegen und habe sich mehr als verdoppelt.

Insgesamt ist die Bedeutung der entsendeten Arbeitnehmer für die deutsche Bauwirtschaft gewachsen, so die Einschätzung der Sozialkasse. Das macht sie unter anderem an der Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden fest. Bei den entsandten Arbeitnehmern sei das Arbeitsvolumen 2017 um fast sieben Prozent auf rund 45 Millionen Stunden gestiegen. Bei den inländischen gewerblichen Arbeitnehmern hingegen habe das Arbeitsvolumen um 2,4 Prozent zugenommen und liege damit nun bei rund 837 Millionen Stunden.

Auch zu den Herkunftsländern gibt die Auswertung Aufschluss. Mit einem Anteil von 27 Prozent entsendet Polen die meisten Bau-Arbeitnehmer nach Deutschland. 14 Prozent der Entsendearbeitnehmer stammen aus Rumänien, und Österreich belegt mit einem Anteil von 11 Prozent Platz drei.

Auch interessant:

Dadurch sollen entsandte Arbeitnehmer künftig besser vor Lohndumping geschützt werden.

EU-Entsenderichtlinie: Verhindern diese Regeln Lohndumping?

In Europa werden viele Arbeitnehmer zum Arbeiten in ein anderes Land entsandt. Die EU will sie nun mit neuen Regeln vor Lohndumping schützen. Das Baugewerbe bezweifelt, dass das gelingen wird.
Artikel lesen
Das Bauhauptgewerbe konnte im Vergleich zum Vorjahr sowohl bei Umsatz als auch bei der Zahl der Beschäftigten zulegen.
Foto: Minerva Studio - stock.adobe.com

Zahlen vom Statistischen Bundesamt

Handwerk erzielt 2017 deutliches Umsatzplus

Die Konjunktur brummt. Und das Handwerk profitiert davon, wie die neuesten Umsatzzahlen zeigen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Gewerken.

Deutschland hat die Vorgaben der EU-Entsenderichtlinie umgesetzt. Damit gelten hierzulande bald neue Regeln für den Einsatz von entsandten Arbeitnehmern.
Foto: Jürgen Fälchle - stock.adobe.com

Beschluss von Bundestag und Bundesrat

Neue EU-Entsenderichtlinie: Das ändert sich Ende Juli

Grünes Licht für die Umsetzung der EU-Entsenderichtlinie in Deutschland. Sie soll einheimische Betriebe und ausländische Beschäftigte künftig schützen.

Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Verpfuschte Freizügigkeit

Das Fliesenleger-Syndrom

Am Bau schießen Ein-Mann-Gewerbe osteuropäischer Arbeiter nur so aus dem Boden. Daran ändert die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit wenig. Wie realitätsfern die aktuelle Politik ist, zeigt sich am Beispiel der heimlichen Fliesenlegerhauptstadt Deutschlands.

Verletzungen liegen als Grund für eine Krankschreibung im Handwerk auf Platz zwei.
Foto: Minerva Studio - Fotolia.com

Neue Auswertung

Krankenstand im Handwerk 2019 nur leicht gestiegen

Im vergangenen Jahr blieb der Krankenstand im Handwerk nahezu stabil. Einen deutlichen Anstieg gab es allerdings bei psychischen Erkrankungen.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.