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Vergleiche

Bedenkliche Leistungstests

Verbraucherschützer und Versicherungsbosse mögen sich nicht - diese Erkenntnis hat längst die Runde gemacht. Zur Zeit stimmt die Chemie ganz und gar nicht mehr. Stein des Anstoßes ist ein neuer Lebensversicherungsvergleich der Stiftung Warentest. 73 Kapitallebensversicherungen und ihre Anbieter haben die Tester unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist nicht gerade schmeichelhaft: Zwar errang die Mehrzahl der Angebote das Urteil zufriedenstellend", so die Stiftung, doch die meisten davon - insgesamt 34 - lagen näher am "mangelhaft" als am "gut". Fast jeder fünfte kassierte ein "mangelhaft".

Kein Wunder, daß dieser Vergleich in der Versicherungsbranche auf wenig Gegenliebe stößt. Harsche Kritik hagelt es auch aus der "wissenschaftlichen Ecke". Jörg Finsinger, Professor am Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen in Wien, wirft der Stiftung ein geradezu "perverses Ranking" vor. Das Bewertungsverfahren sei widersinnig und geeignet, den Verbraucher irrezuführen. Seine Kritik stützt sich vor allem darauf, daß die Wertung der Versicherungsprodukte, die das Gesamturteil zu fast der Hälfte bestimmt, allein auf die Gleichmäßigkeit des Ertragsverlaufes abgestimmt sei. Ertragsstarke Versicherer würden bestraft, weil bei ihnen die Ertragskurve steil ansteige. Dies werte die Stiftung als unregelmäßig und damit schlecht. Auch bei der Bewertung der Unternehmen selbst seien den Warentestern schwerwiegende methodische Fehler unterlaufen. Zum Beispiel seien durch fehlerhafte Annahmen Versicherer zu günstigen Vertragsabschlußkosten gekommen, die gerade für hohe Kosten bekannt sind.

Der Disput ist kein Einzelfall: Regelmäßig veröffentlichen auch der "map report" sowie verschiedene Wirtschaftsmagazine Versicherungsergleiche, deren Ergebnisse sich nicht selten widersprechen. Je nach den zugrundegelegten Bewertungskriterien können nämlich die Schlußlichter der einen Rennliste schon im nächsten Test als hitverdächtig beurteilt werden.

Grundsätzlich mangelt es den Vergleichen häufig an einer verständlichen Offenlegung der Testkriterien. Eine weitere Schwäche, die sich bislang durch alle Vergleiche zieht, besteht darin, daß die Serviceleistungen eines Versicherers nicht in die Bewertung einfließen. Auch ist es bislang keinem Prüfer-Team gelungen, die Schadenregulierung der Gesellschaften professionell zu bewerten. Bei diesem vielschichtigen, für den Versicherungskunden außerordentlich wichtigen Thema kommt es nicht nur auf Schnelligkeit und Flexibilität der Unternehmen, sondern vor allem auf ihre Kulanz an.

Trotz dieser Mängel sind viele Verbraucher auf die "Rankings" und "Ratings" angewiesen. Die Tariflandschaft bei Lebens-, Kranken-, Unfall- und Schadenversicherern war noch nie so vielfältig wie heute. Allein die Auswahl der günstigsten Autohaftpflichtversicherung läßt mittlerweile selbst Experten verzweifeln. "Professionelle Tests werden daher immer unerläßlicher", betont Dieter Farny, Professor an der Universität zu Köln.

Wer aus den Vergleichen einen größtmöglichen Nutzen ziehen möchte, sollte sich die Testkriterien ganz genau ansehen und dann die Spreu vom Weizen trennen. Versicherte, die beispielsweise den persönlichen Berater schätzen, müssen für die Police mehr bezahlen als der Kunde eines Direktversicherers. In diesem Fall ist ein Test untauglich, der Service- und Direktversicherer in einen Topf wirft. Zu überlegen ist auch, ob dem preiswertesten Produkt oder der solidesten Bilanz der Vorzug gegeben werden soll. Beides ist nur selten zu haben. Der Anbieter mit einer vorbildlichen Bilanz kann doppelt so teuer sein wie ein anderer, dessen Zahlenwerk sich auch noch sehen lassen kann.

Elke Dolle-Helms

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