Foto:

Urteil

Bei Steuerhinterziehung haften alle Erben

Wer erbt, der haftet - auch für Steuerschulden, die durch Steuerhinterziehung des Erblassers und der Miterben entstanden sind. Die Festsetzungsfrist verlängert sich dann auf 10 Jahre.

Der Fall: Die Erblasserin hatte von 1993 bis 1999 Kapitaleinkünfte im Ausland erzielt, diese jedoch nicht in der Steuererklärung angegeben. Ab 1995 litt die Frau unter einer Demenzerkrankung und war nicht mehr in der Lage, selbst Steuererklärungen abzugeben, so dass diese mit Hilfe einer ihrer Töchter erstellt wurden. Die Tochter wusste von den Kapitaleinkünften, berichtige die Steuererklärungen jedoch nicht.

Zahlen sollte dafür nun jedoch ihre Schwester, die von all dem nichts wusste: Als die Steuerhinterziehung aufflog, erließ das Finanzamt geänderte Steuerbescheide und fordert Steuern für die nicht gezahlten Zinsen nach – eben von der unbeteiligten Schwester. Als eine Gesamtrechtsnachfolgerin der Erblasserin hafte sie jedoch auch für deren Steuerschulden, selbst dann wenn sie durch Steuerhinterziehung entstanden sind und sie nichts davon wusste.

Das Urteil: Der Bundesfinanzhof (BFH) bestätigte die Entscheidung des Finanzamtes. Erben haften gesamtschuldnerisch für alle Nachlassverbindlichkeiten – also auch für Steuerschulden. Dabei komme es nicht darauf an, ob ein Miterbe Kenntnis von der Steuerhinterziehung gehabt habe. Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung könne das Finanzamt jeden Erben für die gesamte Steuerschuld des Erblassers in Anspruch nehmen. Da es sich um Steuerhinterziehung handelt, verlängere sich die Festsetzungsfrist für die hinterzogenen Steuerschulden auf zehn Jahren. (Urteil vom 29. August 2017, Az. VIII R 32/15)

Weitere Artikel zum Thema Steuerhinterziehung:

Geldwäsche? Zu viel Bargeld macht verdächtig!

Fehlalarm mit Folgen: Banken melden Bargeldzahlungen bei Verdacht auf Geldwäsche. Selten ist was dran – doch das Finanzamt wird in jedem Fall nachfassen.
Artikel lesen

Betriebsprüfung unter Corona: Wann prüft das Finanzamt?

Während der Corona-Pandemie gibt es weniger Betriebsprüfungen. Dennoch müssen kleinere Betriebe aufpassen, sonst fließt vielleicht der halbe Jahresgewinn in die Nachzahlung.
Artikel lesen

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Buchhaltung-Steuerhinterziehung.jpeg

Steuern

Steuerhinterziehung: Chaotische Buchführung ist strafbar

Eine ungenaue Buchführung kann strafrechtliche Folgen haben – auch ohne Absicht und trotz Steuerberater. Die Tat: mittelbare Steuerhinterziehung.

    • Steuern

Urteil

Steuerhinterziehung: Ist eine Außenprüfung ohne Anfangsverdacht zulässig?

Darf das Finanzamt eine Außenprüfung nur bei konkretem Verdacht auf Steuerhinterziehung durchführen? Dieses Urteil schafft Klarheit.

    • Steuern

Steuern

Steuerhinterziehung verjährt jetzt erst nach 30 Jahren

Die strafrechtliche Verjährungsfrist für Steuerhinterziehung steigt in schweren Fällen – auf maximal 30 Jahre. Treffen kann das auch Handwerksbetriebe.

    • Steuern

Diese Informationsquellen nutzen die Finanzämter

So fliegt Steuerhinterziehung auf!

Woher bekommt das Finanzamt eigentlich seine Informationen – abgesehen von Daten-CDs aus der Schweiz? 10 Quellen, aus denen der Fiskus Informationen schöpft – auch über Ihren Betrieb!

    • Steuern