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Das richtige Arbeitsoutfit

Berufsbekleidung: Auffallend geschützt

Das Tragen von Schutzkleidung auf der Baustelle hilft, Unfallgefahren auf ein Minimum zu reduzieren. Mit dem Outfit beugen Sie unerwünschten Vorfällen vor.

von Kai-Kirstin Thies

Die Zahl der Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft ist zwar 2009 erneut zurückgegangen. Trotzdem sind vergangenes Jahr 115.177 Beschäftigte auf deutschen Baustellen verunglückt. Was sind die Ursachen?

 - Fotos: Hersteller
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Auf Erdbaustellen lauert die Gefahr im sogenannten toten Winkel. "Der Maschinenführer kann auf Personen im Gefahrenbereich nur reagieren, wenn er sie vom Fahrerplatz auch sehen kann", erklärt Horst Leisering, Leiter Fachreferat "Erdbau" bei der BG Bau.

Als Lösung schlägt er vor, Baumaschinen mit einem Kamera-Monitorsystem oder Wendesitz auszustatten. Ebenso wichtig sei das Tragen von Warnkleidung. Laut Paragraf 35 Abs. 6 StVO müssen Personen auf Baustellen "unmittelbar, frühzeitig und unverwechselbar von Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden."

Da Reflexionsstreifen nur in der Dunkelheit wirksam sind, wird die Warnkleidung für Einsätze bei Tageslicht nach der DIN EN 471 mit fluoreszieren­den Materialien in Orangerot, leuchtend Gelb und Rot gefertigt. Auf Baustellen habe sich orange-rote ­Warnkleidung bewährt, die sich bei verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen gut abhebt. "Orangerot ist als Warnfarbe in vielen anderen Bereichen des Straßenverkehr bekannt", weiß Michael Kellner von Kellner Bau in Hannover.

Ein Helm auf der Baustelle ist Pflicht
Die richtige Schutzkleidung wirkt präventiv. Auf der Baustelle unabdingbar ist das Tragen von Helm, Fußschutz – also Schuhe mit Zehenkappe und ­durchtrittsicherer Sohle – und Schutzhandschuhe. Dazu können noch Anseilschutz, Chemikalienschutzhandschuhe, Atemschutzmasken und Ähnliches kommen, je nach Tätigkeit und Baustellen­bedingungen.

In sogenannten Gefährdungsbeurteilungen müssen Unternehmer die spezifischen Gefahrenlagen auf der Baustelle festlegen – und mit geeigneten Maßnahmen reagieren. Dazu gebe es gutes Material von der BG Bau, erklärt Handwerksunternehmer Kellner. "Wenn man das einmal richtig vorbereitet hat, muss es bei der nächsten Baustelle lediglich an die Gegebenheiten angeglichen werden." Die Aufklärung des Mitarbeiters erfolge stets mündlich und schriftlich – "so bin ich sicher, dass er die An- und Einweisungen verstanden hat."

Schutzkleidung muss regelmäßig erneuert werden
Unternehmer müssen beispielsweise darauf achten, dass die Tragedauer von Persönlicher Schutzkleidung – kurz PSA – begrenzt ist. Gerade bei ­Helmen wird dies oft nicht ausreichend beachtet. Ein günstiger Schutzhelm, der durch Sonnenein­strahlung spröde wird – da dem Kunststoff durch die UV-Strahlen die Weichmacher entzogen werden – hilft bei Gefahr nicht.

Sogenannte "Thermoplastische Helmschalen" sollten deshalb nicht länger als vier Jahre in Gebrauch sein. Ein Tipp: Machen Sie den "Knack-Test". Sind beim leichten Biegen des Helmschirmes Knackgeräusche zu hören, weist dies auf eine Versprödung des Materials hin.

Es ist erfreulich, dass die Hersteller von Schutzkleidung ständig an Innovationen arbeiten. So hat die Firma Schuberth einen selbstleuchtenden Schutzhelm entwickelt. Er ist aus einer Granulat­mischung gefertigt und kommt bei einer 20 Sekunden dauern­den Lichtbestrahlung an einer Aufladestation auf eine sogenannte Nachleuchtdauer von etwa zwölf Stunden.

Bei einem ebenfalls neu entwickelten Helm von Peltor kann der Alterungsprozess des Materials abgelesen werden. Ein UV-Indikator misst Dauer und Intensität der Sonnenstrahlen und zeigt an, wann der Helm ausgetauscht werden muss.

Wie für die Kopfbedeckung gilt auch für die restliche Kleidung der Einsatz von hochmodernem Material als vorteilhaft. Eine Jeans mag bequem sein, ihr Abriebschutz ist zu gering. Egal, wie gut der Denimstoff auch sein mag, vor Witterungseinflüssen und Verletzungen kann er nicht schützen. Da sind sich die Experten einig.

"Jeder verhütete Unfall bedeutet weniger menschliches Leid und eine wirtschaftliche Entlastung für die Unternehmen", appelliert Jutta Vestring, Mitglied der Geschäftsführung bei der BG Bau, an die Betriebs­inhaber und nicht zuletzt auch an die Eigenverantwortung der Mitarbeiter.

Produkte für Sicherheit auf der Baustelle
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Winterfest
Für kalte Tage bietet Engelbert Strauss Berufsbekleidung auf Basis der "Motion"-Kollektion an. Die neue Bundhose ist komplett mit Fleecematerial gefüttert, das vor trockener Kälte und bei besonders tiefen Temperaturen schützt. Robustes "Cordura" an den Kniepartien bietet Wider­standsfähigkeit.

Tiefe Tascheneingriffe und ein dehnbarer Bund kennzeichnen die praxisorientierte Ausstattung. Passend dazu gibt es strapazierfähige Softshell-Jacken und -Westen. Sie sind winddicht, wasserabweisend und extrem atmungsaktiv. Ein Steppfutter mit Thermoreflektor-Zone im Rücken schützt die Nierenpartie.

Weitere Infos unterwww.engelbert-strauss.de

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Robust
Speziell für die besonderen Anforderungen an Berufskleidung entwickelte die DBL gemeinsam mit dem Konfektionär Wahler eine Kollektion hochwertiger Wetterschutzjacken. Kaum dicker als ein Haar ist die "Gore-TEX"-Membran, die den Träger schützt.

Das knickfeste, temperaturbeständige und in einem weiten Bereich chemikalienbeständige Material verhindert das Eindringen von Wind. Gleichzeitig bleibt es bis zu einem Druck von mindestens acht Bar wasserdicht. Die Jacke ist atmungsaktiv und führt entstehende Feuchtigkeit zuverlässig ab.

Weitere Infos unter: www.dbl.de

 

Gute besohlt
Zur Leipziger Arbeitsschutz Aktuell (19. bis 21. 10.) hat der Sicherheitsschuh-Experte Elten Neuauflagen des Sohlenkonzepts "Safety Grip" für den Einsatz bei jeder Wetterlage im Gepäck: Frisch modernisiert hat neben der Drei-Millimeter-Sohle die neue Sechs-Millimeter-Sohle mit Überkappe ihren ersten Auftritt.

Das Sohlenkonzept bietet laut Hersteller eine gute Rutschsicherheit. Die Sohlen gibt es als reine Polyurethan-Variante oder in einer Kombination aus Gummi und Polyurethan. Letztere schützt vor Verbrennungen oder Verätzungen. Modell "Steve S3 CI" trotzt Wind und Wetter.

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Weitere Infos unter: www.elten.com

 

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