Azubi braucht von zu Hause bis zur Berufsschule knapp zweieinhalb Stunden, auf dem Weg muss er zweimal umsteigen.
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Panorama

Berufsschulweg: Bisher 40 Minuten, jetzt zweieinhalb Stunden

Über einen Mangel an Bewerbern für freie Ausbildungsstellen konnte sich dieser Handwerksmeister bislang nicht beklagen. Doch dann schloss die nahegelegene Berufsschulklasse.

Im vergangenen Jahr sind bei Tischlermeister Eric Koepke noch 50 Bewerbungen auf eine Lehrstelle eingegangen. Doch jetzt fürchtet er, dass er bald gar keine Azubis mehr für den Betrieb in Garz auf Rügen findet. Das Problem: Die Tischlerklasse im 40 Minuten entfernten Sassnitz wurde im Sommer geschlossen – zu wenig Schüler. Seine Azubis müssen jetzt in Wolgast zur Berufsschule gehen.

Die Folgen der Schließung bekommt Koepke schon jetzt zu spüren, wie er dem ZDF-Politmagazin „Frontal21“ berichtet. Zuletzt meldeten sich bei ihm nur noch sieben Bewerber auf eine Ausbildungsstelle. Drei fand der Tischlermeister nicht interessant. Und der Rest? „Drei davon haben abgesagt“, sagt Koepke. „Wolgast ist unwirtschaftlich für uns“, so die Begründung. Einen Azubi hat der Handwerker dennoch gefunden: Tim Scherzer.

Für ihn ist Tischler ein Traumberuf. Aber es gibt einen Wermutstropfen: Knapp zweieinhalb Stunden braucht der Lehrling nun, wenn er mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Berufsschule nach Wolgast fährt. Auf dem Weg dorthin muss er zweimal umsteigen: zuerst in Stralsund, dann in Züssow. Um halb acht kommt Scherzer morgens in Wolgast an, dann geht er noch 20 Minuten zur Berufsschule. Die lange Anfahrt sei ein Problem, meint der Lehrling. Denn irgendwann fange man durchaus an, nicht mehr zur Berufsschule gehen zu wollen.

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