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Interesse für das Handwerk wecken

Bewerbung per WhatsApp: „Kontaktaufnahme ohne Schnickschnack“

So kommt man an mehr Bewerber: Bei sander’s backstube melden sich Interessenten erst einmal per WhatsApp-Nachricht. In Zeiten von Nachwuchsmangel ein effektiver Weg.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Die Bäckerei Sander nimmt auch Bewerbungen über den Messenger Whatsapp entgegen.
  • Manuela Sander ist in dem Betrieb für Marketing und Verkauf zuständig. Sie berichtet von ihren Erfahrungen.
  • Ihr Eindruck: Durch Bewerbungen per Whatsapp sinken die Hürden für Bewerber.
  • Der Handwerksbetrieb verzichtet trotzdem nicht auf herkömmliche Bewerbungen. Die kommen aber erst nach einem persönlichen Kennenlerngespräch ins Spiel.

„Dein Lächeln sagt mehr als Deine Bewerbungsunterlagen. Begeistere uns von Dir per WhatsApp“ – so steht es auf der Website von sander's backstube im niedersächsischen Wendeburg. Seit einigen Monaten nimmt der Handwerksbetrieb Bewerbungen per WhatsApp entgegen.

Leichtere Kontaktaufnahme durch Whatsapp

„Bei Jugendlichen und bei Erwachsenen kommt das gut an“, berichtet Manuela Sander, die in dem Betrieb für Marketing und Verkauf zuständig ist. Das Familienunternehmen, mit Filialen in Braunschweig, Gifhorn, Wolfenbüttel und Peine, will eine breite Gruppe von potenziellen Bewerbern mit den Stellenanzeigen erreichen. Tatsächlich hätten sich auf die Stellenanzeigen Menschen im Alter von 16 bis 58 Jahren gemeldet.

„Die Hürde, sich überhaupt zu melden, liegt so viel tiefer“, sagt Sander. Erst eine Bewerbungsmappe zu erstellen, sei für viele Interessenten ein echtes Hindernis. WhatsApp hingegen erleichtere die Kontaktaufnahme.

Und die funktioniert zur Freude des Unternehmers richtig gut: „Es melden sich viel mehr Bewerber, als auf herkömmliche Ausschreibungen“, erzählt Manuela Sander. Schon nach wenigen Monaten zieht sie ein positives Fazit: „Sechs Stellen haben wir dadurch schon besetzt. Auch einige Aushilfen haben wir eingestellt. Es läuft besser, als wir erwartet hatten.“

Wie macht der Betrieb das in der Praxis?

„Wir haben zahlreiche Nachrichten auf unsere Ausschreibungen bekommen. Und keine ähnelte der anderen“, berichtet Sander. Von „hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle“ bis hin zu lustigen Fotos oder kreativen Ideen war alles dabei, sagt sie. Bewusst habe man den Aufruf in der Stellenausschreibung offen formuliert.

Nach der ersten Nachricht des Bewerbers erhalte er oder sie sofort eine Rückmeldung, dass die Nachricht angekommen ist.

„Das macht dann der zuständige Mitarbeiter aus der jeweiligen Abteilung.“ Gesucht hatte der Betrieb auf diese Weise schon für den Verkauf und für die Backstube. Im zweiten Schritt wird ein Termin für ein persönliches Kennenlerngespräch vereinbart. Oder es werde dann erst einmal telefoniert, um mehr Informationen über die Person zu erhalten oder offene Fragen zu beantworten.

Wenn das Interesse da ist und beide Seiten zueinander passen, werden weitere Gespräche im Betrieb geführt. „Irgendwann kommen dann auch die üblichen Bewerbungsunterlagen ins Spiel“, sagt Sander. Ganz ohne Papierkram ginge es nicht. Aber wenn ein Bewerber wirklich interessiert ist, habe er mehr Spaß bei der Zusammenstellung der Unterlagen, ist sich Manuela Sander sicher.

Die Idee für diese Art von Bewerbungsausschreibung habe das gesamte Team entwickelt. Alle hätten überlegt, wie man mehr Jugendliche dazu bewegen kann, sich in dem Handwerksbetrieb zu bewerben.

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