Bayern will die Wiedereinführung der Meisterpflicht auf die Agenda der Länderkammer setzen.
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Politik und Gesellschaft

Bundesratsinitiative: Bayern fordert Meisterpflicht zurück

Die bayerische Staatsregierung macht sich in Berlin für die Wiedereinführung der Meisterpflicht stark. Das Baugewerbe begrüßt den Verstoß.

Seit der Novellierung der Handwerksordnung im Jahr 2004 ist die Ausbildungsleistung in einigen Gewerken zum Teil stark zurückgegangen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels betrachtet die bayerische Staatsregierung diese Entwicklung mit besonderer Sorge. Sie hält deshalb die Wiedereinführung der Meisterpflicht für erforderlich und hat einen entsprechenden Antrag beim Bundesrat eingereicht. Das Ziel: Die Länderkammer soll sich mit dem Thema befassen.

Von der Wiedereinführung der Meisterpflicht in einzelnen zulassungsfreien Gewerken verspricht sich die Regierung des Freistaats:

  • die Qualität von handwerklichen Arbeiten zu sichern,
  • Verbraucher zu schützen,
  • Ausbildung zu sichern,
  • Nachhaltigkeit bei Betriebsgründungen und
  • die betriebliche Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Unterstützung für den Vorstoß kommt aus dem Baugewerbe: „Wir begrüßen die Bundesratsinitiative der bayerischen Staatsregierung“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Die Wiedereinführung des Meistervorbehalts sei in den zulassungsfreien Gewerken des Baugewerbes dringend notwendig.

„Die Folgen der Handwerksnovelle von 2004 haben eine verheerende Abwärtsspirale in den Gewerken in Gang gesetzt, die zu einer akuten Bedrohung für die duale Ausbildung geführt haben“, sagt Pakleppa. Allein im Fliesenleger-Handwerk sei die Zahl der Meisterprüfungen um 80 Prozent eingebrochen. Das habe wiederum unmittelbare Auswirkungen auf die Ausbildungsleistung. Dem ZDB-Hauptgeschäftsführer zufolge hat sie seit 2004 um mehr als die Hälfte abgenommen.

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