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Corporate Design für Existengründer

Wann braucht ein Handwerker ein einheitliches Erscheinungsbild? Von Anfang an: Alles andere kostet nur unnötig Zeit und Kunden. Finger weg von selbstgestrickten Kostenlos-Lösungen aus PC oder Internet.

von Jörg Wiebking

Die Angebote wirken verlockend: Kostenlose Visitenkarten aus dem Internet, vielleicht noch Adressaufkleber und ein Gratis-Stempel dazu? Da greift so mancher Gründer zu oder versucht sich selbst am PC als Grafiker.

Doch solche Lösungen ersetzen kein Corporate Design und bergen erhebliche Risiken, warnt Marketing-Experte Christian Jürgens von der Handwerkskammer Lüneburg-Stade. " #132;Selbst gemachte Visitenkarten haben den großen Nachteil, dass dann druckfähige Daten fehlen." #147; Doch die werden benötigt, wenn der Betrieb eine Anzeige schalten oder eine Folie für den Firmenwagen anfertigen lassen will.

Natürlich wird jeder pfiffige Anzeigenverkäufer aus den vorhandenen Vorlagen etwas zaubern, aber das passt dann nicht unbedingt zum Erscheinungsbild. #132;"Jede neue Anzeige, jeder Flyer sieht dann anders aus" #147;, warnt Jürgens.

Keine Spur mehr von einem einheitlichen Erscheinungsbild. #132;"Das wirkt auf Kunden unprofessionell und schwächt den Wiedererkennungswert. #147;"

Schlechte Erfahrungen
Wie schnell so ein selbstgestricktes Erscheinungsbild an seine Grenzen stößt, kann Karsten Andersen bestätigen. Anfang 2006 machte sich der Elektroinstallateur- und Beleuchtungsmeister in Buxtehude selbstständig. Visitenkarten und Briefpapier entwarf der 50-Jährige zunächst selbst am PC. " #132;Ich musste ja nur etwas haben, was ich den Kunden in die Hand geben konnte." #147; Denn Andersen war optimistisch, eine Marktlücke entdeckt zu haben: Der Handwerker hat sich auf die fachgerechte und rechtsichere Prüfung elektrischer Anlagen und Arbeitsmittel spezialisiert, zu der alle Gewerbebetriebe seit 2002 verpflichtet sind. " #132;Wenn etwas passiert und das Unternehmen nicht nachweisen kann, dass es die Vorschriften erfüllt hat, geht das schnell in Richtung Straftat." #147;

Doch trotz des Bedarfs rannten die Kunden Andersen nicht gleich die Bude ein. #132;"Es hätte besser laufen können, und das hat auch etwas mit meinem Corporate Design zu tun" #147;, räumt der Unternehmer ein, #132;"das Design war ziemlich querbeet gemischt." #147;

Jetzt hat Andersen endlich eine Agentur beauftragt: Neues Logo, neue Karten, neue Flyer. #132;"Das ist alles aus einem Guss und völlig einzigartig" #147;, freut sich der Handwerker. Anfangs habe er selbst den Bedarf nicht gesehen, doch heute würde er jedem Gründer dazu raten, sich von Anfang an um ein professionelles Corporate Design zu kümmern.

Agenturen rechnen sich schnell
Und das muss niemand alleine entwickeln, ergänzt Marketing-Experte Christian Jürgens. Die 600 bis 1000 Euro, die eine Agentur für diese Arbeit verlange, seien gut investiert. #132;"Agenturen brauchen nur ganz wenige Vorgaben: Zielgruppe und Geschäftsfeld genügen oft, dann entwickelt eine Agentur kreative und praktikable Lösung, die auch in Anzeigen und auf dem Firmenwagen noch wirken." #147;

Wer unbedingt Vorgaben machen wolle, sollte bedenken, dass das den Gestaltungsspielraum der Kreativen stark einschränke. Ideal sei das Zusammenspiel, wenn die Agentur verschiedene Vorschläge mache, aus denen der Unternehmer dann auswählen könne. #132;

"Wichtig ist nur, dass das Ergebnis zum Handwerker passt, er muss es mögen #147;", rät Jürgens. Wenn das Design dann noch modern, prägnant, universell und vielfältig einsetzbar ist, stehe einem langjährigen Einsatz nichts mehr im Weg.

Von der Visitenkarte bis zur Autowerbung: Was Sie beachten sollten, damit Ihr Corporate Design überall einsetzbar ist, lesen Sie auf der folgenden Seite.

Erscheinungsbild aus einem Guss

Das Corporate Design legt das äußere und das innere Erscheinungsbild Ihres Unternehmens fest.

Es umfasst das gesamte visuelle Erscheinungsbild, vor allem die Gestaltung von Logo, Geschäftspapieren, Werbemitteln wie Flyern und Klebefolien, Berufskleidung usw. Das Corporate Design sollte einheitlich sein, um Ihren Kunden bei jedem Kontakt die Wiedererkennung zu erleichtern.

Gestaltungselemente
Verwenden Sie Gestaltungselemente wie Schriftzug, Markenzeichen, spezielle Farben und Schriftarten (Hausschrift und Hausfarbe) und setzten Sie diese Elemente konsequent ein

  • in der Geschäftsausstattung (Briefpapier, Formulare etc.)
  • im Verkauf (zum Beispiel bei der Gestaltung von Direktmailings, Visitenkarten, Angebotsmappen, Flyern etc.)
  • im Betrieb (zum Beispiel Logos auf Berufskleidung, Firmenwagen und Beschilderung)

Passt Ihr Logo?
Darauf kommt es beim Logo an:

  • Es sollte Ihr Leitbild repräsentieren.
  • Es sollte unverwechselbar und einprägsam sein.
  • Es sollte leicht verständlich sein.
  • Es sollte zur Zielgruppe passen und zeitgemäß sein.
  • Es sollte sich flexibel einsetzen lassen in Anzeigen und auf anderen Werbeträgern - auch wenn es vergrössert oder verkleinert werden muss?
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Corporate Design

Corporate Design: Der erste Eindruck zählt

In Geschäftsbeziehungen spielt der erste Eindruck eine entscheidende Rolle für den weiteren Verlauf eines Gespräches oder einer Kaufentscheidung. Geschäftskontakte werden häufig über Visitenkarten, eine Unternehmensbroschüre oder über den Besuch der Internet-Darstellung hergestellt. Überzeugend wirkt ein professionell gestaltetes und durchdachtes Erscheinungsbild, das so genannte Corporate Design.

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Management

Imagewandel richtig planen

Wer das Erscheinungsbild seines Unternehmens ändern will, muss eine Frage klären: Was kann ich meinen Kunden zumuten?

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Firmenkleidung

Der gute Eindruck zählt

Das äußere Erscheinungsbild trägt zum Image eines Betriebes bei. Moderne Berufskleidung bietet Unternehmen die Chance, in einem stärker werdenden Wettbewerb firmenspezifische Akzente zu setzen.

Die neuen Flyer kommen gerade auch dem Drucker in der Druckerei.
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Marketing

So gelingt Ihr Werbeflyer!

Der Flyer ist ein wirkungsvolles Werbe-Medium für Handwerker. Seinen Zweck erfüllt er aber nur dann, wenn er ansprechend gestaltet ist. Was sollten Sie unbedingt bei der Erstellung beachten?

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