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Foto: handwerk.com

Vernetzt in der Wolke

Dank SkyDrive und co. überall arbeiten können

Daten per E-Mail oder USB-Stick zu tauschen ist out! Cloud-Dienste sind in! Doch was leisten iCloud, SkyDrive und Co. Und wie funktionieren Sie?

 - Mit den verschiedenen Cloud-Dienstleistern können Sie problemlos an anderen Orten UND an anderen Rechnern arbeiten.
Mit den verschiedenen Cloud-Dienstleistern können Sie problemlos an anderen Orten UND an anderen Rechnern arbeiten.
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Sie knobeln über einem komplexen Angebot und die Uhr zeigt schon halb acht? Sie wollen das Angebot heute noch fertig machen, haben aber keine Lust mehr im Büro am Schreibtisch zu sitzen? Dann machen Sie Schluss für heute, packen Ihren Laptop ein und fahren nach Hause, an den See oder wo sonst Sie am Abend am liebsten sitzen. Dort angekommen, klappen Sie den Rechner auf und arbeiten einfach weiter.

Möglich wird das durch die immer stärkere Integration der sogenannten Cloud in die Office-Lösungen von Microsoft, Apple und Co. Diesen Text zum Beispiel habe ich Dienstagnachmittag in der Redaktion angefangen zu schreiben. Da ich aber parallel mit der Produktion der aktuellen Ausgabe des Norddeutschen Handwerks gut zu tun hatte, bin ich mit der Geschichte lange nicht so weit gekommen, wie ich eigentlich vor hatte.

Also habe ich den Text gespeichert und in der Wolke abgelegt. Dienstagabend habe ich ihn dann unterwegs weiter bearbeitet – nicht aber mehr auf dem Firmenrechner in unserer Redaktionsstube, sondern auf meinem privaten Laptop. Musste ich mir den angefangenen Text früher entweder nach Hause mailen oder auf einem USB-Stick ablegen, speichere ich solche Texte heute in meiner SkyDrive, GoogleDrive oder iCloud genannten „Festplatte“ im Netz.

Wie SkyDrive und Co. funktionieren, lesen Sie auf der zweiten Seite.


Die Festplatte im Netz
iCloud ist nahtlos in die Mac OS Systeme integriert - Im Öffnen- und Speichern-Dialog der iWork-Programmfamilie muss man schon genau hinschauen, wenn man eine Datei noch lokal speichern möchte.
Im Öffnen- und Speichern-Dialog der iWork-Programmfamilie muss man schon genau hinschauen, wenn man eine Datei noch lokal speichern möchte.
Screenshot: Hamacher

Vor ein paar Jahren ist Apple vorgeprescht. Der IT-Konzern hatte sich zum Ziel gesetzt, dem Nutzer die Antwort auf Frage abzunehmen, wo er seine Daten speichern (und wiederfinden) soll. Die Antwort aus Cupertino heißt iCloud. Neben der komfortablen Synchronisationsfunktion zwischen den typischen Apple-Endgeräten iPhone, iPad und iMac was Kalender und Kontakte angeht, bietet die „Wolke“ großzügig bemessene Speichermöglichkeiten für Texte, Tabellen und Grafiken, die mit den iWork genannten Office-Produkten der Apfel-Marke erstellt worden sind. Arbeite ich also, wie jetzt mit der Textverarbeitung Pages und speichere meinen Text zwischen, landet der nicht auf der Festplatte meines MacBook Air, sondern auf einem der Apple-Server. Wo die genau stehen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Und damit sind wir bei einem der großen Probleme dieser Art der Datenspeicherung: Das deutsche Datenschutzrecht schreibt vor, dass personenbezogene Daten nur auf Servern und Datenbanken vorgehalten werden dürfen, bei denen klar ist, wo sie sich tatsächlich befinden. Da Cloud-Dienstleister aber meist über diverse Rechenzentren auf der ganzen Welt verfügen und der Nutzer (und wahrscheinlich auch die Betreiber selbst) nicht immer nachvollziehen können, wo die Daten real gerade abgelegt sind, wird die Nutzung der Dienste heikel, sobald personenbezogene Daten im Spiel sind, warnen auf IT-Fragen spezialisierte Juristen immer wieder. Für meinen Text ist das unkritisch, nicht aber für ein Angebot an dem Sie arbeiten, wenn bereits konkrete Adressen und ähnliches hinterlegt sind.

Was ebenfalls an der Apple-Lösung aus meiner Sicht als inzwischen langjähriger Anwender nicht optimal ist: Es lassen sich bisher wirklich nur Daten aus den Apple-eigenen Programmen und Apps über die iCloud hin und her bewegen. Möchte ich zum Beispiel die Screenshots, die ich Dienstagabend gemacht habe, um den Text zu illustrieren, in die Wolke geben, um Sie dann am nächsten Tag in der Redaktion weiter verwenden zu können, bin ich bei der iCloud am Ende. Über iPhoto bekomme ich sie vielleicht noch in die Apple-Wolke, am Redaktions-PC nicht aber mehr dort heraus. Und das ist echt ein Manko. Daher habe ich neben der iCloud auch noch das Drive genannte Angebot von google und zunehmend auch SkyDrive von Microsoft im Einsatz.

Wie Microsoft und google mit der Wolke umgehen, lesen Sie auf der letzen Seite.

Alles ab in die Wolke
SkyDrive von Microsoft - Die Integration des Webspeicherplatzes von google oder wie hier von Microsoft.
Die Integration des Webspeicherplatzes von google oder wie hier von Microsoft.
Screenshot: Hamacher

Microsoft und google gehen offener mit dem Speicherplatz in der Wolke um. Beide Cloud-Dienstleister haben sowohl für Apple- als auch für WIndowsbetriebssysteme Tools am Start, die Skydrive (Microsoft) und GoogleDrive zu „echten“ Laufwerken Ihres Rechners machen. Meine weiter oben erwähnten Screenshots kann ich also einfach auf den Speicherplatz schieben und schon wandern meine Bilder in die Wolke. Rufe ich das Verzeichnis dann am Rechner in der Redaktion auf, kann ich die Bilder ebenso einfach wieder abrufen.

Dabei bietet Microsoft mit der SkyDrive die gleiche nahtlose Einbindung des Web-Speichers in die neuen Office-Pakete, wie es Apple mit der iCloud tut. Als Mac-Nutzer sympathisch finde ich dabei die Offenheit der Entwickler aus Redmond, SkyDrive auch für Mac-Anwender zu öffnen. Das gleiche gilt für google, der mit seinem seit einiger Zeit nur noch Drive genannten Web-Speicher ebenfalls eine komfortable Form des Datentransfers und der Speicherung bietet. Mit der entsprechenden App funktioniert die Zusammenarbeit an mehreren Rechnern über die Cloud-Lösung plattformunabhängig wirklich reibungslos. Chapeau!

Voraussetzung für alle drei Lösungen ist eine einigermaßen leistungsstarke Internet-Verbindung. Denn gerade wenn größere Dateiformate oder einfach viele Daten in die Web-Dienste hoch- oder heruntergeladen werden, vergeht einfach zu viel Zeit, um die Arbeit noch angenehm empfinden zu können.

DSL-Geschwindigkeit, datenschutzrechtlich hinreichend unkritische Dokumente und Vertrauen in die Anbieter vorausgesetzt, bieten alle drei Dienste eine wirklich enorme Erleichterung. Gerade, wenn man, heute mit verschiedenen Endgeräten unterwegs ist und diese alle auch für die Arbeit nutzt, stellt sich die Frage nach Alternativen fast gar nicht. Zumal sich über die Cloud-Dienstleister auch Tablets und Smartphones in die Bearbeitungskette integrieren lassen.

Übrigens: einen klaren Favoriten unter den drei Diensten habe ich selbst nicht. Ich nutze alle drei Dienste fast vollständig parallel. Vielleicht mit einem kleinen Plus was Texte angeht bei der iCloud. Das liegt aber zweifelsohne an der sehr dichten Integration der iCloud in den Apple-Produkten. Da die Apple-eigene Wolke aber nicht so offen für andere Dateiformate ist, rangieren googles Drive und in letzter Zeit zunehmend auch SkyDrive von Microsoft bei mir fast gleichauf.

(ha)

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