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Daumen runter für Sie als Arbeitgeber? Dann gibt’s auch keine Mitarbeiterempfehlungen.

Mitarbeitersuche

Darum empfiehlt Ihr Team Sie nicht als Arbeitgeber

Diese 5 Fehler verhindern, dass Ihre Mitarbeiter neue Fachkräfte für Ihren Betrieb werben.

  • Wissen Ihre Mitarbeiter, dass neue Kollegen gesucht werden? Ohne konkrete Informationen können sie niemanden ansprechen.
  • Wenn es keinen Flyer oder Informationen im Netz über Ihren Betrieb gibt, hat Ihr Team keine Unterstützung von Ihnen.
  • Wie ist die Stimmung bei Ihnen? Mitarbeiter lotsen keine Freunde zu einem schlechten Arbeitgeber.

Fachkräftemangel ist im Handwerk ein Dauerthema. Gut also, wenn die eigenen Mitarbeiter Ihren Betrieb als Arbeitgeber weiterempfehlen. Doch Ihr Team macht das nicht? Dann könnte es sein, dass Ihnen einer dieser fünf Fehler unterläuft.

Fehler 1: Ihre Mitarbeiter wissen nichts von der offenen Stelle

Wenn Ihr Team Ihren Betrieb nicht weiterempfiehlt, sollten Sie sich fragen: Wissen meine Mitarbeiter überhaupt, dass ich suche? „Ich erlebe häufig, dass Mitarbeiterempfehlungen einfach an der Kommunikation scheitern“, sagt Jörg Mosler, Dachdeckermeister und Experte für Mitarbeitergewinnung im Handwerk. Das Team müsse nicht nur wissen, dass Leute fehlen, sondern auch wer für welche Arbeit gesucht wird und ab wann die Stelle zu besetzen ist.

„Sie sollten dabei so konkret wie möglich kommunizieren und sicherstellen, dass Sie auch alle Mitarbeiter erreichen“, rät Mosler. Er empfiehlt einen Aushang mit der Stellenbeschreibung an einem Ort, wo alle mal sind – der Toilette. „Das klingt vielleicht seltsam, aber so kommt wirklich jeder im Betrieb daran vorbei.“

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Fehler 2: Sie geben kein Feedback

Was passiert eigentlich, wenn Ihre Mitarbeiter eine Empfehlung abgegeben haben? „Geben Sie Ihren Mitarbeitern stets Feedback, insbesondere dann, wenn es nicht zu einem Gespräch oder einer Einstellung gekommen ist“, sagt Mosler. Ohne Feedback verlieren die Mitarbeiter schnell die Lust, sind eher frustriert als bereit, erneut eine Empfehlung abzugeben.

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Fehler 3: Sie unterstützen Ihre Mitarbeiter nicht

Mitarbeiter, die für Ihren Betrieb Kollegen werben sollen, brauchen Unterstützung. „Gibt es einen Flyer für potenzielle Kandidaten? Präsentiert sich der Betrieb als Arbeitgeber auf einer Karriereseite im Netz? Gibt es Bilder, die Mitarbeiter für ihre Social Media Accounts nutzen können, um wiederum auf die Karriereseite des Betriebes hinzuweisen?“, fragt Mosler. Diese Unterstützungsmaßnahmen zeigen Ihren Mitarbeitern, dass Sie die Sache ernst nehmen. „Inzwischen gibt es auch Plattformen, die es Unternehmen ermöglichen ein webbasiertes Empfehlungssystem für ihre Mitarbeiter bereit zu stellen, zum Beispiel firstbird.com und sprad.io.“

Fehler 4: Sie haben die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter nicht im Blick

Hand aufs Herz: Wie ist die Stimmung in Ihrem Betrieb? Wissen Sie, was Ihre Mitarbeiter umtreibt? Oder sind Sie mit dem Heranholen neuer Mitarbeiter so beschäftigt, dass Sie Ihr Team aus dem Blick verlieren?

„Wenn die Stimmung im Betrieb mies ist, weil Sie Ihre Leute nicht begeistern, wird Sie auch keiner weiterempfehlen“, sagt Mosler. Hier sieht er den wichtigsten Dreh- und Angelpunkt. „Anstatt in nutzlosen und teuren Aktionismus zu verfallen, um neue Mitarbeiter zu finden, sollten Sie erstmal am bestehenden Konstrukt arbeiten“, sagt der Handwerksexperte. „Was wollen meine Mitarbeiter, was brauchen sie?“ Erst wenn das System im Betrieb zu Ihren Mitarbeitern passt, können Sie mit einer Empfehlung rechnen.

Fehler 5: Sie sind nicht als guter Arbeitgeber im Gespräch

Mitarbeitersuche muss man strategisch angehen“, ist Mosler überzeugt. „Wenn Sie sich erst darüber Gedanken machen, wenn eine Stelle unbesetzt bleibt, ist es zu spät.“ Zu einer Strategie gehört neben einem guten Arbeitsumfeld, als Arbeitgeber bei potenziellen Bewerbern im Gespräch zu bleiben.

„Viele unterschätzen Kleinigkeiten, die vielleicht einmal Arbeit machen, aber lange genutzt werden können“, meint der Experte. Ein Beispiel: Wer einem Bewerber im Vorstellungsgespräch eine Broschüre für den Partner (bei Azubis für die Eltern) mitgibt, hinterlässt bleibenden Eindruck. „Die Geschichte über Ihren Betrieb beginnt dann mit den Worten: Weißt Du, was die für neue Mitarbeiter machen?“, so Mosler. „So bleiben Sie als interessanter Arbeitgeber im Gespräch und können auch auf eine Empfehlung durch den Partner oder die Eltern hoffen.“

Hilft eine Prämie?

„Eine Prämie kann nur das Tüpfelchen auf dem i sein“, betont Mosler. Oder anders ausgedrückt: „Eine Prämie sollten Sie nur zahlen, wenn Ihre Mitarbeiter den Betrieb auch ohne Prämie empfehlen würden.“

Warum? „Viele Arbeitgeber versuchen, sich über eine Prämie von Ihrer Aufgabe freizukaufen, ein moderner Arbeitgeber zu sein. Aber das funktioniert nicht“, sagt Mosler. Die Aufgabe sei zunächst, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Menschen gerne arbeiten. „Wer das nicht hat, wird trotz hoher Prämien nur eine niedrige Empfehlungsquote haben. Niemand schickt einen Freund in ein schlechtes Unternehmen.“

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