Das dürfte bald auf vielen Rechnungen stehen. handwerk.com-Leser sagen, was sie von der vorrübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer halten.
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Leserstimmen zum Konjunkturpaket

Das halten Handwerker von der Mehrwertsteuersenkung

Die Regierung will durch Mehrwertsteuersenkungen in der zweiten Jahreshälfte die Wirtschaft ankurbeln. handwerk.com-Leser sehen das Vorhaben kritisch.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Laut Konjunkturpaket will die Regierung die Mehrwertsteuersätze vorrübergehend senken. Bei den Lesern von handwerk.com sorgt das für Diskussionsstoff.
  • Kritik üben sie vor allem an der bürokratischen Belastung, die die kurzfristige Mehrwertsteuersenkung aus ihrer Sicht mit sich bringen dürfte. Eine Unternehmerfrau meint zudem, dass momentan noch viele Fragen offen sind. Sie deutet zudem ein Problem an, dass die kurzfristige Senkung mit sich bringen könnte.

Vom 1. Juli an sollen die Mehrwertsteuersätze für ein halbes Jahr sinken – so sieht es das Konjunkturpaket vor, auf das sich die Bundesregierung Anfang Juni geeinigt hat. Durch die Absenkung der Mehrwertsteuersätze auf 16 beziehungsweise auf 5 Prozent will die Große Koalition die Binnennachfrage ankurbeln.

Wie ist die Mehrwertsteuersenkung umzusetzen?

Die für den 1. Juli geplante Mehrwertsteuersenkung rückt näher. Hier die Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen im Handwerk zur Umsetzung.
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Zusätzlicher Aufwand für Betriebe

Die Leser von handwerk.com sehen dieses Vorhaben kritisch. So zum Beispiel Zimmerermeister Marco Naumann. In seiner E-Mail an die Redaktion schreibt er: „Dies bringt nur zusätzlichen Aufwand mit sich.“

Die Absenkung von 3 Prozentpunkten klinge zwar viel, so der Inhaber der MKN Zimmerei & Dachdeckerei im niedersächsichen Bergen. „Aber den zusätzlichen Aufwand hat dabei keiner berücksichtigt“, kritisiert er. Naumann meint, dass Baubetriebe bei Rechnungen eigentlich 3 Prozent auf die Nettosumme aufschlagen müssten, damit sie den erhöhten Verwaltungsaufwand decken können.

Der Handwerksunternehmer kritisiert zudem die Absenkung für ein halbes Jahr: „Meiner Meinung nach ist das ‚absoluter Quatsch‘ und bringt dem Bausektor nur noch weitere Bürokratie.“

Staat brummt „bürokratische Nachtarbeit“ auf

Die bürokratische Belastung kritisiert auch Simone Frings. Bei Facebook kommentiert die Unternehmerin aus Hannover: „Ich bin froh, dass sich meine Auftragsbücher so langsam wieder füllen und ich meinen benötigten Umsatz zusammen bekomme. Da brummt mir der Staat bürokratische Nachtarbeit auf.“ Aufwand sieht Frings zum Beispiel bei Anzahlungen auf sich zu kommen.

Viele Fragen sind offen

„Das Konjunkturpaket an sich ist gut“, kommentiert Petra Reupke vom SHK-Betrieb Frank Reupke auf Facebook. Doch zur Mehrwertsteuersenkung sagt sie: „Ich hätte gut darauf verzichten können.“ Aus Sicht der Unternehmerfrau, die im UFH-Arbeitskreis Neustadt, Wunstorf, Garbsen den Vorsitz hat, ist vieles noch unklar. Sie stellt sich zum Beispiel die Frage, wie steuerlich mit Bauvorhaben umzugehen ist, die sich länger hinziehen, als die Mehrwertsteuersenkung gültig ist.

Außerdem fragt sich Reupke, wie Kunden reagieren werden, wenn Aufträge nicht pünktlich zum 31. Dezember realisiert werden können. „Das halbe Jahr ist kurz“, stellt die Unternehmerfrau fest. Und ihrer Erfahrung nach boomt das SHK-Handwerk gerade ab der Heizsaison bis Weihnachten.

Sehen Sie die Mehrwertsteuersenkung auch kritisch? Und welche Fragen sind aus Ihrer Sicht noch offen? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie uns an leupold@handwerk.com!

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