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Regulierte neue Welt

Das Verwaltungshasser-Buch

Wir schreiben das Jahr 2041. Die gute Nachricht: Es gibt noch kleine Betriebe. Die schlechte: Die Zahl der Verwaltungsvorschriften ist explodiert. Willkommen in der Welt der Buchautorin Carol Höhnisch.

Aaaaaaaah! - Die Unternehmerfrau Carol Höhnisch verwandelt ihre Phantasien in Literatur.
Die Unternehmerfrau Carol Höhnisch verwandelt ihre Phantasien in Literatur.
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Die Welt von Carol Höhnisch ist dauerschrill. Kein Wunder, im wahren Leben ist die Autorin Unternehmerfau, und die Helden ihrer Bücher sind Handwerker. Also Menschen, deren Leben ganz einfach schrill ist. Menschen, die unter „ungebremstem Verwaltungswachstum“ leiden.

Ihr erstes Buch hat Höhnisch „Die Handwerkerverschwörung“ genannt, eine Art Racheanleitung für Unternehmer, sich gegen zahlungsfaule Auftraggeber wehren (wir berichteten). Ihre neue Satire behandelt das zweite große Aufregerthema des Handwerks: „Regulierungswut.“

Die Ich-Erzählerin arbeitet in einer Bäckerei, nach Feierabend schmeißt sie das Büro des Mechatronik-Betriebes ihres Mannes. „Regulierungswut“ ist das Tagebuch einer Unternehmerfrau, die von albtraumartigen Visionen wie der „Reparatur-Flatrate“ geschüttelt wird. Und man muss wohl Handwerksunternehmer (oder zumindest Handwerksjournalist) sein, um bei der Lektüre nicht verständnislos den Kopf zu schütteln. Der Gruselfaktor ist extrem: Unerfüllbare Hygienevorschriften. Eine Betriebsprüfung, die aus dem Ruder läuft und zum Youtube-Hit gerät. Beamte, denen Prozente vom Ordnungsgeld als Prämie ausgezahlt werden.

Die Justiz spielt in Höhnischs schlechter neuer Vorschriftenwelt eine wichtige Rolle. Und was sie von der Arbeit deutscher Richter hält, verdeutlicht ihr „Justizwürfel“, das „preiswerte Hilfsmittel für ein vereinfachtes Prognoseverfahren“.

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Mit Menschenhandel zum Erfolg
Der Justizwürfel gibt einen leisen Hinweis - Wie mag der Prozess ausgehen? Etwa mit einem Vergleich?
Wie mag der Prozess ausgehen? Etwa mit einem Vergleich?
Carol Höhnisch

Dass sich das Thema Fachkräftemangel in Höhnischs Vorstellung eher ungünstig entwickeln wird, verdeutlicht der Tagebucheintrag, in dem sie eine Nachricht aus der Medienwelt der Zukunft zitiert:

Mit Menschenhandel zur ersten Million 
 „Für die Summe von 1,3 Millionen Euro wechselt der Top-Geselle Sebastian M. von der Mechatro GmbH zur Bayerischen Mechatronikgesellschaft mbH.“ 

Der Handwerksunternehmer, der die Ablösesumme kassiert, sagt: „Wir achten bereits beim Ausbildungsvertrag auf klare Ablöseregeln.“ Das klingt weit hergeholt? Stimmt. Aber es ist die spezielle Perspektive der Autorin und Unternehmerfrau, die „Regulierungswut“ auszeichnet.

Wenn Carol Höhnisch „Rumpelstilzchen“ liest, leitet sie daraus ab, dass „man vor einem Geschäftsabschluss genug Informationen über seinen Partner einholen sollte“. Da ist eine, die noch mehr über Auftraggeber, über Bürokratie und über Bürokram stöhnt als der Leser. Da ist eine, die förmlich durchdreht und ihren Frust (zumindest literarisch) auslebt.

Carol Höhnisch: Regulierungswut: 123 Seiten, 12 Euro. Höhnisch vertreibt ihre Bücher im Selbstverlag unter handwerkerfrust24.de, 2014.

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