Foto: Kurt Fuchs/ DATEV eG

Digitalsiierung

Wird der Steuerberater zum Digitalisierungs-Coach?

Die Datev will weiter digitalisieren und wachsen – auch mit Angeboten für das Handwerk.

Alle Infos

Auf einen Blick:

  • Steuerberater könnten zu wichtigen Digitalisierungs-Beratern für Handwerksbetriebe werden, sowohl in rechtlicher wie auch in technischer Hinsicht.
  • Die Datev und ihre Mitglieder bereiten sich darauf vor, schon jetzt macht die Genossenschaft 40 Prozent ihres Umsatzes mit Cloud-Lösungen.
  • Mit neuen Angeboten wie Kassenarchiv online und Projekten wie dem elektronischen Rechnungsaustausch schafft die Datev rechtssichere Lösungen auch für Handwerker.

von Jörg Wiebking

Wenn Robert Mayr über die Zukunft der Steuerberatung spricht, dann sollten Unternehmer im Handwerk hellhörig werden – es könnte sich lohnen. Denn in der Vision des Datev-Vorstandsvorsitzenden entwickeln sich Steuerberater zu „Digitalisierungs-Coaches“ für Unternehmen.

Steuerberater werden zu Digitalisierungs-Coaches

Steuerberater hätten die rechtlichen Fachkenntnisse und mit der Datev einen berufsständischen IT-Partner, der ihnen „intelligente und rechtssichere Lösungen“ bietet, so Mayr. So könnten sich die Steuerberater als Digitalisierungs-Coach ihrer Mandanten positionieren, „sowohl für die technischen wie rechtlichen Entwicklungen“.

Dass der Bedarf da ist, steht für Mayr außer Frage: „Die Auswirkungen von Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung in kaufmännischen und deklaratorischen Prozessen sind für Unternehmen heute so herausfordernd wie nie und sie brauchen einen verlässlichen Partner und Berater an ihrer Seite.“

Datev: 40 Prozent Umsatz aus der Cloud

Die Datev ist für diese Aufgabe gut gerüstet: Während die Zahl der Genossenschaftsmitglieder – Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Anwälte – 2017 mit 40.555 konstant blieb (2016: 40.559), stieg der Umsatz um knapp 50 Millionen Euro (5,4 Prozent) auf 978 Millionen Euro. Knapp 40 Prozent des Umsatzwachstums stammten dabei aus Cloud-Lösungen. So übermittelte beispielsweise das Datev-Rechenzentrum rund 1,7 Millionen E-Bilanzen an die Finanzbehörden, fast acht Prozent mehr als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg die Anwenderzahl von „Unternehmen online“ um mehr als 35 Prozent auf 107.000.

Neue Projekte – auch für Handwerker

Zudem stellte Datev-Chef Mayr drei Neuerungen vor, mit denen die Genossenschaft sich und ihre Mandanten für die Zukunft rüstet:

  • Kassenarchiv online: Im Juli 2018 startete eine Cloud-Lösung für Unternehmen aus den bargeldintensiven Branchen, die nun ihre Kassendaten revisionssicher im Datev-Rechenzentrum direkt aus der Kasse heraus archivieren können. Das System sei insbesondere für mittelständische Betriebe geeignet, wie beispielsweise Bäcker und Frisöre, die beim Thema Bargeld im Fokus des Betriebsprüfer stehen.
  • Steuerbürger-Plattform: Dabei handelt es sich um eine neue Plattform für Privatpersonen, die sich bisher nicht steuerlich beraten lassen. Auf ihr sollen die Nutzer Belege in eine Cloud laden, ihr Bankkonto einbinden und ihre Steuererklärung erstellen können. Zudem soll die Plattform beratungsbedürftigen Nutzern bei der Suche nach einem passenden Steuerberater helfen. Sie soll voraussichtlich 2019 an den Start gehen.
  • Elektronischer Rechnungsaustausch: Gemeinsam mit Würth hat die Datev eine Initiative für den einfachen elektronischen Rechnungsaustausch mit Handwerksbetrieben gestartet. Dabei liefert die Datev mit ihren Produkten „SmartTransfer“ und „Unternehmen online“ die Lösungen für einen sicheren elektronischen Workflow der Rechnungsdaten zwischen Lieferanten, Handwerkern und deren Steuerberatern. Die Lösung soll ab Herbst rund 540.000 Würth-Kundenbetrieben aus Handwerk, Bau und Industrie zur Verfügung stehen.

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