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E-Learning

Den Lernrhythmus bestimmen

Weiterbildung per E-Learning ist auf dem Vormarsch. Davon profitieren nicht nur Lernende. Wie Betriebe die Kostenvorteile nutzen.

Weiterbildung per E-Learning ist auf dem Vormarsch. Davon profitieren nicht nur Lernende. Wie Betriebe die Kostenvorteile nutzen.

Von Astrid Funck

Rainer Stamer mag ihn nicht, diesen Rhythmus, wo jeder mit muss. Zumindest wenn es um Weiterbildung geht. Der Elektroinstallationsmeister arbeitet für die Langer Elektrotechnik GmbH in Varel. Im vergangenen Jahr hat er dort an einem E-Learning-Kurs teilgenommen, der als Einführung in gängige Computerprogramme wie Word, Exel und Outlook gedacht war. Der Kurs war eine Kombination aus klassischem Präsenzlernen, bei dem sich Dozent und Teilnehmer in einem real vorhandenen Seminarraum versammeln, und dem Lernen am Computer. Blended Learning nennt sich diese Kombination. Die Grundkenntnisse der Teilnehmer seien sehr unterschiedlich gewesen, sagt Rainer Stamer. Und gerade da zeige sich der große Vorteil des E-Learning: Jeder konnte selbst entscheiden, wo er wann einsteigt und was er lernen will.

Online-Kurse im Internet buchen!

Um auch andere für das E-Learning zu begeistern, wurden sieben Lernwerkstätten in Niedersachsen eröffnet, in denen sich Interessierte kostenlos an bereitstehenden PCs über E-Learning an sich und die in Niedersachsen verfügbaren Kursangebote informieren können. Die Lernwerkstätten sind Teil des Projektes E-Learning-Werkstatt Niedersachsen, das auch das Portal www.die-lernwerkstatt.de betreibt. Dort können E-Learner unter 250 Kursen auswählen, sie online buchen und bei Bedarf sofort starten.

Aufschluss über die eigenen Wissenslücken geben anonyme Selbsttests in verschiedenen Disziplinen. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz keinen PC zu Lernzwecken zur Verfügung hat, kann über das Portal einen PC-Arbeitsplatz in einer der Lernwerkstätten reservieren. Das Portal und seine Kurse erreichen zunehmend Menschen, die noch nicht so medienkompetent und interneterfahren sind, sagte Projektleiterin Andrea Michel bei der Auftaktveranstaltung im Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (bfe) in Oldenburg. Das bfe hat selbst eine Lernwerkstatt eingerichtet.

Sich mit E-Learning auf die Prüfung vorbereiten!

Auf positive Resonanz stoßen zum Beispiel zwei E-Learning-Weiterbildungen, die der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen (tischlernord) zu bieten hat: Die Lehrgänge zum geprüften Kundenberater sowie zum Fertigungsplaner starten mit gemeinsamen Workshops. Danach vertiefen die Teilnehmer in Eigenregie ihr erworbenes Wissen und erhalten Aufgaben. Die Lösungen schicken sie per E-Mail an ihre Referenten. Für die Abschlussprüfung ist die jeweilige Handwerkskammer zuständig.

Das Ziel besteht darin, Leistungsträger unterhalb der Chefebene zu qualifizieren und sie trotzdem soweit wie möglich in den Betrieben zu lassen, erklärt der Hauptgeschäftsführer von tischlernord, Matthias Wächter. Wir denken, das ist die Lernform der Zukunft und werden daher allmählich unser Angebot umstellen. Ein Kurs für angehende Fachbauleiter sei bereits in Planung.

E-Learning: Was beim Einstieg zählt!

Welche Inhalte eignen sich?

Überlegen Sie genau, welche Kenntnisse in Ihrem Betrieb über E-Learning vermittelbar wären. Das können zum Beispiel der theoretische Teil der Meisterprüfung, der Computerführerschein oder bestimmte EDV- und Softwarekenntnisse sein.

Wie groß ist die Kostenersparnis?

Prüfen Sie, inwiefern sich durch das Angebot von E-Learning die Abwesenheitszeiten der Angestellten und gewerblichen Mitarbeiter im Betrieb reduzieren ließen. Berechnen Sie die damit verbundenen Kostensenkungspotenziale.

Wie motivieren Sie die Mitarbeiter?

Machen Sie Ihre Mitarbeiter zunächst in Gesprächen oder einem Einführungsworkshop mit den Möglichkeiten des E-Learning vertraut. Erläutern Sie, wie der Einzelne vom Lernen am Computer profitieren kann.

Wie sondieren Sie den Markt?

Halten Sie nach vertrauenswürdigen E-Learning-Anbietern Ausschau. Wie ist ihr Ruf? Steht eine anerkannte Institution mit zertifizierten Bildungsabschlüssen dahinter? Sind die Lerninhalte speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Betriebe und auf die jeweilige Branche zugeschnitten?

Wie sichern Sie den Erfolg?

Starten Sie zunächst einen Testlauf und ermitteln Sie dann, welche Akzeptanz das E-Learning unter den Mitarbeitern hat, wo es noch Schwachstellen gibt und wie sich diese beheben lassen.

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E-Learning

Im Internet flexibel lernen

E-Learning kann eine zeitsparende Alternative sein. Handwerksorganisationen basteln derzeit an neuen Lösungen.

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Beratungsservice für E-Learner

In Niedersachsen soll ein Netz von Lernwerkstätten entstehen, die Weiterbildungswillige mit dem internetgestützten Lernen vertraut machen sollen.

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Weiterbildung per Computer

Weiterbildung per Computer

Die Schulung von Mitarbeitern über Computer und Internet kann für Betriebe durchaus Chancen bergen. Das Handwerk ist beim E-Learning Vorreiter. Statt kostspielige eigene Lernplattformen zu errichten, können die Betriebe jetzt auch die Dienste von so genannten Knowledge Service Providern in Anspruch nehmen.

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E-Learning

Mit dem Teletutor für die Meisterprüfung büffeln

Neue E-Learning-Angebote sollen Fortbildungswilligen das Lernen leichter machen. Auch angehende Meister können dadurch wertvolle Zeit sparen.

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