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Werkzeug

Schweißlos hobeln

Seit Jahrhunderten ist er ein unverzichtbarer Helfer, dessen Feld die vielen kleinen Arbeiten am Holz sind: der Hobel. Heute verwenden wir Elektrohobel. Wie schlägt sich der M18 BP von Milwaukee?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Kampfgewicht: Der Hobel wiegt 3,5 kg
  • In zwei Ausführungen zu bekommen: für 379 Euro zzgl. MwSt. für das Set und ohne Akkus und Ladegerät für 189 Euro zzgl. MwSt.
  • Typisch amerikanisch: größer und breiter. Schon die Aufbewahrungskiste bietet jedem Teil einen klar definierten Platz
  • Der Hobel trägt bis zu 2 mm Material mühelos ab, ein Anschlag kann ohne Probleme montiert werden

Ein Hobel hat ja immer auch etwas Nostalgisches. Sein Griff liegt angenehm in der Hand, sein zischendes Geräusch verwöhnt das Ohr und die sich kräuselnden Späne fallen lautlos zu Boden, wie der Schnee im Winter ... Doch genug geträumt jetzt und zurück ins 21. Jahrhundert: Heute sieht die Realität anders aus. Natürlich hat der alte Hobel nach wie vor seine Berechtigung, doch ungleich öfter ist der Elektrohobel im Einsatz. Hier haben wir einen Amerikaner mit dem Namen M18 BP, aus dem Bundesstaat Wisconsin, hergestellt vom Elektrogeräte-Spezialisten Milwaukee in der Nähe von Milwaukee. Dort hat man sich auf die Herstellung von sehr robustem Werkzeug spezialisiert, deswegen wirbt das Unternehmen auch mit dem Slogan „Nothing but heavy duty“.

Was gleich ins Auge fällt:

In Amerika ist alles ein wenig größer. Das geht schon mit der Kiste los. Sie ist sehr üppig dimensioniert und erspart uns, nachdem wir alles ausgepackt hatten, das frustrierende Erlebnis, dass entweder nicht alles wieder reingeht oder aber nur mit viel Gewurstel. Hier hat jedes Teil seinen klar definierten Platz. Es liegt nichts übereinander oder untereinander, es muss nichts gefaltet oder zusammengeschoben oder auseinandergebaut werden – mal unter uns: Wer hat dazu kurz vor Feierabend schon Lust? Im Koffer finden sich neben dem M18 BP natürlich zwei Akkus mit 18 Volt und vier Amperestunden, ein Ladegerät, ein Anschlag, ein Spänesack und ein Adapterstück für die Staubabsaugung. Wie die meisten Hersteller von Akku-Geräten bietet natürlich auch Milwaukee die Möglichkeit, den Elektrohobel „nackt“ zu kaufen, also ohne Ladegerät und Akkus.

Das natürliche Betätigungsfeld des Hobels sind viele kleine Arbeiten. Und so probieren wir das Gerät unter den verschiedensten Bedingungen mit unterschiedlichen Holzsorten aus. Mit 14.000 Umdrehungen treibt der (natürlich) bürstenlose Motor den 82 Millimeter breiten Hobel an. Bis zu zwei Millimeter Tiefe können wir an dem Drehknopf vorne am Gerät stufenlos einstellen. Das ist kein Problem, selbst beim härtesten Holz nicht. Die Arbeit geht gut von der Hand, der M18 BP lässt sich sehr gut führen, das Ergebnis ist eine wunderbare Oberfläche – wie erwartet. Bei einigen Arbeiten ist der mitgelieferte Anschlag nicht nur eine große Hilfe, sondern er lässt sich auch völlig problemlos und ohne Fummelei mit Drehknöpfen am Gerät montieren. Zwischendurch wechseln wir den Akku. Aber nicht, weil er zu früh schlapp gemacht hat, sondern weil wir sehr lange mit dem Gerät herumspielen und Konstruktionsholz zu Streichhölzern zerhobeln ... – o.k., das war jetzt übertrieben ...

Staubbelastung hält sich in Grenzen

Um auf das nostalgische Hobeln zurückzukommen: Damit hat diese Arbeit nichts mehr zu tun. Ein Elektrohobel ist immer sehr laut. Dafür kann aber Milwaukee nichts und auch nicht die Hersteller anderer Elektrohobel. Es ist einfach so, dass ein Messer, das mit hoher Drehzahl Holz abträgt, Geräusche verursacht. Daran kann auch Milwaukee nichts ändern. Dafür stellt aber das Unternehmen den alten Spruch „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ neu zur Diskussion. Tatsächlich landet der allergrößte Teil im Spänesack und kaum etwas auf dem Boden. Hätten wir eine Absaugung verwendet, sähe das Ergebnis natürlich noch besser aus. Spänesack oder Absaugung lassen sich übrigens sowohl rechts als auch links anbringen, die jeweils ungenutzte Seite wird verriegelt. Die Staubbelastung hält sich in Grenzen – da verzichtet man gern auf ein wenig Nostalgie.

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Handwerk Archiv
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Foto: Thomas Vahle

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