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Steuerfreie Extras zur Mitarbeitermotivation

Der etwas andere Lohn

Wollen Sie Ihre Mitarbeiter binden und für ihre Leistungen belohnen? Eine Alternative zur Gehaltserhöhung sind Extras wie Sportclub-Zuschüsse oder die Betriebsrente. Doch Vorsicht: Nicht alle sind steuerfrei.

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Mehr Gehalt ­– mehr Geld – mehr Motivation: Diese Rechnung geht nicht immer auf. Weil die Steuerprogression zu Buche schlägt. Oder weil die Mitarbeiter andere, einfallsreichere Leistungen mehr zu würdigen wissen. Doch was kommt in Frage? Und was lohnt sich für beide Seiten?

Tankgutscheine, Jahreskarten für Bus und Bahn, Dienstwagen, Kindergartenzuschüsse - die Liste ließe sich weiter fortführen. Doch längst nicht alle diese Extras sind einkommensteuerfrei. Und was steuerfrei ist, muss deshalb nicht unbedingt sozialabgabenfrei sein. „Ich würde immer empfehlen, das zunächst zu prüfen“, sagt Rechtsanwältin Sabine Unkelbach-Tomczak, die als geschäftsführendes Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht des Deutschen Anwaltvereins aktiv ist. Grundsätzlich sehe der Gesetzgeber für den Großteil der möglichen Zusatzleistungen einen Steuerabzug vor.

Hier sind einige Beispiele für Extras, die unter bestimmten Bedingungen steuerfrei bleiben:

Betriebsrenten: Riester- oder Rürup-Rente, Direktversicherungen und Bausparverträge gehören zu den möglichen Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Wenn ein Arbeitgeber dafür Beiträge übernimmt, können diese Leistungen steuerbegünstigt sein. „In der Regel sind solche Rentenzuschüsse allerdings nicht gänzlich von der Steuer befreit“, sagt Steuerrechtsexpertin Unkelbach-Tomczak.

Nachgelagerte Besteuerung, Dienstwagen und Kinderbetreuungszuschüsse – mehr dazu auf Seite 2.

Zeitwertkonten als Steuersparmodell

Nachgelagerte Besteuerung: Als langfristiges Steuersparmodell können Sie Ihren Arbeitnehmern auch die Möglichkeit einräumen, von der Einführung der nachgelagerten Besteuerung zu profitieren. Während des Erwerbslebens steuerfreie oder steuerbegünstigte Leistungen führen zu voll steuerpflichtigen Einkünften im Ruhestand. Da sich der Steuersatz im Rentenalter in der Regel vermindert, bleibt für den Rentner dann vom Ruhestandsgehalt netto mehr übrig. Eine interessante Variante ist die Einrichtung von Zeitwertkonten. So können beispielsweise Überstunden auf einem Arbeitszeitwertkonto betragsmäßig erfaßt werden. Den Lohn für diese gespeicherten Stunden bekommt der Arbeitnehmer erst nach dem Renteneintritt ausgezahlt. Für Sie als Arbeitgeber sind solche Arbeitszeitwertkonten ebenfalls von Vorteil: Sie sind unter anderem ein praktikables Mittel, um die Arbeitszeiten flexibel an Auftragsschwankungen anzupassen.

Dienstwagen: Von der Einkommensteuer befreit sind Dienstwagen, wenn Ihre Mitarbeiter sie geschäftlich nutzen. Das ist zum Beispiel bei Fahrten zum Kunden der Fall, das Gleiche trifft in begrenztem Umfang auf Fahrten zwischen Wohnort und Betrieb zu. Begünstigt ist jeweils nur die einfache Fahrt. Sobald Ihre Mitarbeiter den Dienstwagen aber für private Zwecke einsetzen, sieht es anders aus: Die private Nutzung gilt als geldwerter Vorteil und ist deshalb steuerpflichtig.

Kinderbetreuungszuschüsse: Den Müttern und Vätern unter Ihren Mitarbeitern können Sie auch anbieten, die Kosten für die Kindertagesstätte, den Kindergarten oder die Tagesmutter zu bezuschussen – ohne dass diese dafür Einkommensteuer zahlen müssen. Unkelbach-Tomczak weist darauf hin, dass der Zuschuss allerdings nur dann steuerfrei ist, wenn er nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages ist und wenn Sie ihn über den ohnehin geschuldeten Lohn hinaus freiwillig gewähren. Das gilt sowohl für Betriebskindergärten als auch für die Unterbringung der Kinder in einer externen Einrichtung.

Was bei der Höhe der Zusatzleistungen zu beachten ist, erfahren Sie auf Seite 3.

Höchstgrenze bei Personalrabatten

Personalrabatte: Preisnachlässe für Mitarbeiter auf die vom Unternehmen vertriebenen Waren sind grundsätzlich zu versteuern, sobald sie in der Summe die Grenze von 1080 Euro pro Jahr überschreiten. „Bei allem, was darüber liegt, bleibt wegen des Steueraufschlags vom Rabatt schnell nichts mehr übrig“, warnt die Fachanwältin für Steuerrecht.

Auch die Höhe der anderen steuerfreien Gehaltsextras hat der Gesetzgeber zum Teil geregelt. Unkelbach-Tomczak nennt ein Beispiel: Bei Gelegenheitsgeschenken oder kleinen Aufmerksamkeiten anlässlich des Geburtstags oder anderer persönlicher Ereignisse des Arbeitnehmers liegt die Grenze bei 40 Euro im Jahr.

Die Rechtsanwältin rät Unternehmern dringend dazu, sich zunächst genau zu überlegen, welche Gehalts-Extras sie auch auf Dauer anbieten können und wollen: „So etwas wieder abzuschaffen ist schwer, weil es sich aus Sicht der Arbeitnehmer um eine Leistungskürzung handelt.“ Was ursprünglich motivierend wirken sollte, kann dann zum Bumerang werden.

(afu)

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