Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Der Malermeister und das Milliardenloch

Der Malermeister und das Milliardenloch

Unerschrockener Unternehmer: Walter Sudholz will es so gar nicht schmecken, dass der Fiskus die Steuervorteile für seinen Dienstwagen einschränkt. Jetzt kämpft der Malermeister vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) für seine Rechte. Falls er Erfolg haben sollte, würde er ein Milliardenloch in den Bundeshaushalt reißen.

Unerschrockener Unternehmer: Walter Sudholz will es so gar nicht schmecken, dass der Fiskus die Steuervorteile für seinen Dienstwagen eingeschränkt hat. Jetzt kämpft der niedersächsische Malermeister vor dem Europäischen Gerichtshof für seine Rechte. Falls er Erfolg haben sollte, würde er ein Milliardenloch in den Bundeshaushalt reißen.

Sudholz hatte sich Frühjahr 1999 für knapp 55.000 Mark einen Wagen geleistet, den er vorwiegend dienstlich nutzte. Als er die komplette Umsatzsteuer aus dem Kauf des automobilen Schmuckstücks als Vorsteuer geltend machen wollte, spielte das Finanzamt Sulingen (nahe Bremen) aber nicht mit.

Die Beamten beriefen sich auf das Umsatzsteuergesetz. Dort stehe es schließlich schwarz auf weiß: Lediglich 50 Prozent sind als Vorsteuer abzugsfähig. Sudholz konnte das nicht beeindrucken. Nach seiner Überzeugung verstößt die Regelung die auch als Lafontaine-Steuer bekannt ist gegen die Rechtsprechung der Europäischen Union.

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes sieht das genauso. Er hat bereits empfohlen, das deutsche Gesetz zu kippen. Weiterer Hoffnungsschimmer für alle Fahrer von Dienstwagen: Expertenkreise berichten, dass die EuGH-Richter in vier von fünf Fällen den Vorgaben des Generalanwalts folgen. Eine endgültige Entscheidung soll es Anfang 2003 geben.

Falls Sudholz tatsächlich Erfolg haben sollte, würde er Finanzminister Eichel eine Menge Ärger bereiten. Rund 3,5 Milliarden Mark müssten die Steuerbehörden an Unternehmen zurückzahlen, hat das Magazin Stern ausgerechnet. Begründung: Die Jahresumsatzbescheide unterliegen in der Regel dem Nachprüfungsvorbehalt.

(AZ C-17/01)

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Das können Sie jetzt schon tun: Vorsteuerabzug beim Firmenwagen

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Steuern

Kampf um die Vorsteuer fürs Eigenheim

Bundesfinanzminister Eichel kämpft um jeden Steuer-Cent. Gerade erst hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass ein Unternehmer die Vorsteuer für sein Einfamilienhaus vollständig geltend machen darf, wenn er einen geringen Teil betrieblich mitnutzt. Nun will Eichel die Umsatzsteuer für den privat genutzten Teil zurück .

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Neues Steuerrecht

Immobilien-Vorsteuer optimieren

Wer ein Gebäude für umsatzsteuerpflichtige Zwecke nutzt und gleichzeitig Räume umsatzsteuerfrei vermietet, kann die Vorsteuer nur begrenzt absetzen. Seit Januar gelten neue Regeln, wie die Vorsteuer aufzuteilen ist.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Urteil

Voller Vorsteuerabzug für Betriebs-Pkw

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs bringt die Finanzverwaltung in punkto Vorsteuerabzug für Betriebsfahrzeuge in Verlegenheit. Wer profitiert, wie man sich verhält - hier erfahren Sie es.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Firmenwagen

Bundesregierung hat sich verschätzt

Die Steuerreform sollte die Staatskassen in puncto Firmenwagen um mehr als sechs Milliarden Mark füllen. Die rot-grüne Regierung um Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht nämlich künftig vor, daß von den Anschaffungskosten und den laufenden Kosten eines Betriebs-Pkw (Benzin, Reparatur, Leasing, etc.), der auch zu privaten Zwecken genutzt wird, nur noch 50 Prozent Vorsteuern geltend gemacht werden dürfen. Wer sich also einen Pkw für 100.000 Mark zuzüglich 16.000 Mark Umsatzsteuer kauft, kann sich über die Umsatzsteuererklärung nur noch 8.000 Mark wieder zurückholen.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.