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Der Misere folgt die Reform

Nach der Insolvenz von handwerk.de: Die ZDH-Vollversammlung hat sich zu ihrer Spitze bekannt, wenn auch nur verhalten zu Schleyer.

Nach der Insolvenz von handwerk.de: Die ZDH-Vollversammlung hat sich zu ihrer Spitze bekannt, wenn auch nur verhalten zu Schleyer.

Bevor sich der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Dieter Philipp und Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer der Vertrauensfrage stellten, plädierten die Mitglieder mit großer Mehrheit für den Erhalt ihrer Spitzenorganisation. Damit war klar, dass sie die mit der durch die Insolvenz des Internetportals handwerk.de bedingte Überschuldung des ZDH verhindert würden. Die Finanzierungslücke beträgt nach Auskunft des ZDH 1,5 Millionen Euro, die nach den Beschlüssen der Vollversammlung jetzt gedeckt sei.

Über die Ablösung weiterer finanzieller Belastungen in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro wird nach Aussage des ZDH eine Arbeitsgruppe einen Vorschlag erarbeiten. Der Finanzierungsplan soll am 9. September 2004 von der Vollversammlung verabschiedet werden.

Die Vertrauensfrage beantworteten die Mitglieder zwar positiv, aber mit unterschiedlichen Ergebnissen. "Sowohl Herr Philipp als auch Herr Schleyer haben sich zu ihrer Schuld an der Misere von handwerk.de bekannt. Das hat vielen Angriffen die Spitze genommen", kommentiert Gernot Schmidt, Präsident der Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachsen (VHN). In der Abstimmung sei aber klar bewertet worden, dass handwerk.de das "Kind" von Schleyer gewesen sei.

Während der Generalsekretär mit seinem ersten emotionalen Bekenntnis zum Handwerk noch Boden gut machen konnte, sei es bei Philipp die längst fällige Zustimmung zu einer Strukturreform des ZDH gewesen. "Wir haben jetzt die historische Chance, die Organsiation so zu verändern, dass sie in die Landschaft passt", betont Schmidt. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass die Vollversammlung die Vorgaben konkreter formuliert hätte.

Straffung der Organisation

Beschlossen worden sei ein Vorschlag, den er im Präsidium formuliert habe: Je ein Arbeitskreis des DHKT (Deutscher Handwerkskammertag) und des BFH (Bundesvereinigung der Fachverbände des Deutschen Handwerks) beraten über die Neuorientierung. Die erarbeiteten Vorschläge soll eine präsidiale Arbeitsgruppe zusammenführen, um danach von der Vollversammlung verabschiedet zu werden.

Die Arbeitskreise sollen nach Schmidts Vorstellungen mit Ehren- und Hauptamt sowie beim DHKT zusätzlich mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden. "Dann kommt es darauf an, wie die Reformvorschläge durchgesetzt werden", erklärt das ZDH-Präsidiumsmitglied. Nach dem jetzigen Desaster würden er und seine Präsdiumskollegen aber verstärkt auf die notwendigen Veränderungen pochen. "Die Misere mit dem Internetportal handwerk.de muss zu einer Straffung unserer Organsiation führen, eine Organisation, die schneller als bisher Entscheidungen trifft", fordert Schmidt.

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