Mit der wuchtigen Front verhilft Renault dem Master beim zweiten Facelift zur stämmigen Optik.
Foto: Dennis Gauert

Fahrbericht Renault Master L2H2 dCi 180

Renault Master: Wuchtige Optik und starke Werte

Renault hat den Master überarbeitet: neues Design, neue Motoren, neue Assistenten. Wir waren mit dem Franzosen unterwegs.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Facelift: Renault hat den Master überarbeitet und in vielen Details zum Teil deutlich verändert. Wir waren mit dem Franzosen unterwegs.
  • Schnittig durch den Straßenverkehr: Der Motor unseres Testwagens leistet 180 PS und wuchtet 400 Newtonmeter Kraft auf die Welle. Damit schwimmt der Transporter souverän mit im Verkehr.
  • Gut unterwegs: Im Inneren weiß der Master mit bequemen Sitzen, praktischen Ablageflächen und einem modernen Infotainmentsystem zu gefallen. Den Laderaum hat Renault mit Holz verkleidet. Dass geht zwar zu Lasten des Ladevolumens, erlaubt aber ein leichtes Beladen bis an die Radkästen.

Die seit 2010 vom Band rollende dritte Master-Generation hatte es anfangs nicht einfach: Probleme mit der Hinterachse und den Sicherheitsgurten gaben ein Debüt mit Hindernissen. Beides bekamen die Franzosen schnell in den Griff, sodass der Master – nicht zuletzt auch durch die Schwestermodelle Opel Movano und NV400 – bei Renault gut gepflegt wird. Wir waren mit dem zweiten Facelift unterwegs.

Wuchtige Optik und starke Werte

Außen zeigt sich der Master mit europäischer Nase, prüfendem Blick und einem gigantischen Vollbart. Das hochgezogene Gesicht und die strengen LED-Streifen in den Scheinwerfern machen ihn regelrecht zum Hingucker. Dazu schlängeln sich neue Linien durch die Fahrgastzelle: Das Armaturenbrett wurde verändert, ein neues Lenkrad eingesetzt und frisches Infotainment in der Mittelkonsole platziert.

Hinter der Spritzwand krakelt ein geladener Selbstzünder mit zwei Turboladern. 180 PS und 400 Newtonmeter warten auf ihren Abruf per Gasbefehl. Kombiniert mit dem kurz übersetzten Sechs-Gang-Schaltgetriebe zieht unser Hochdach-Tester schnittig durch den Stadtverkehr und erreicht immerhin 160 km/h auf der Autobahn. Der Realverbrauch rangiert – je nach Beladung und zurückgelegten Höhenmetern –zwischen acht und elf Litern.

Die leichte Lenkung bremst ihn ein

Der hochgewachsene L2H2-Transporter, mit dem wir unterwegs sind, kann freilich mit der Dynamik der Topmotorisierung nicht mithalten. Die Nutzfahrzeug-typisch angeschrägte Lenkposition geht vom Gefühl schon in den 7,5-Tonner-Bereich. Mit der servounterstützten Zahnstangenlenkung lässt es sich leicht rangieren, bei höheren Gängen fehlen aber Stabilisierungskräfte und überhaupt das Gefühl.

Dafür arbeitet das Fahrwerk schnell und bügelt die Straße glatt, wo es nur geht. Die Bremsen sprechen direkt an und verzögern im Trockenen tadellos. Auf nassem Untergrund sollte vorsichtiger dosiert werden, denn das ABS liegt nicht weit vom Druckpunkt entfernt.

Platz für die alltäglichen Dinge

Zugute kommen dem Master seine bequemen Sitze und das bequeme Fahrwerk. Die Doppelsitzbank neben dem Fahrersitz bietet zusätzlichen Stauraum, der durch große Fächer in den Türen, Cupholder, zwei verschließbare Ablagen auf dem Armaturenbrett und das üppige Handschuhfach ohnehin reichlich zur Verfügung steht.

In der Mitte prangt das Infotainmentsystem mit Android- und Carplay-Anbindung, induktivem Ladefeld in der Mittelkonsole und Navigation. Die Touchscreen-Funktionen lassen sich intuitiv nutzen und auch das Navi arbeitet schnell und zuverlässig. Weshalb ausgerechnet der Lautstärkeregler zum Beifahrer ausgerichtet und die Geschwindigkeitsregelanlage eine einsame Taste im Armaturenbrett ist? – Man weiß es nicht.

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