Die Bundesregierung will drei neue Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse einführen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der beruflichen Bildung zu stärken.
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Der ZDH-Generalsekretär zum „Bachelor Professional“

Die 4 wichtigsten Antworten zum „Bachelor Professional“

Die Pläne der Bundesregierung, den Bachelor Professional ergänzend zum Meister einzuführen, sorgen im Web für Diskussionen. Doch was bringt das für das Handwerk?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Die Bundesregierung will künftig die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der beruflichen Bildung mit Hilfe von drei neuen Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse stärken.
  • Nach Einschätzung von ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke können die Bezeichnungen helfen, die öffentliche Wahrnehmung der beruflichen Bildung zu ändern. Allerdings sei damit allein keine Gleichwertigkeit herzustellen.
  • Er fordert die Einführung von verpflichtendem Werkunterricht, um Jugendliche schon früh ans Handwerk heranzuführen.

Mit der geplanten Reform des Berufsbildungsgesetzes will die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der beruflichen Bildung stärken. Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, den das Kabinett Mitte Mai vorgelegt hat. Der sieht unter anderem die Einführung von drei neuen Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse vor. „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ sollen sie heißen.

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Stärken die neuen Bezeichnungen die Attraktivität der beruflichen Bildung?

Die Resonanz im Web auf die Vorschläge ist gemischt. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kommentiert das Gesetzesvorhaben verhalten. „Die Einführung attraktiver und auch international verständlicher Titel für die Fortbildungsstufen im Handwerk nach der Gesellenprüfung kann sicher dazu beitragen, die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung schon begrifflich nach außen sichtbarer zu machen“, sagt Generalsekretär Holger Schwannecke. Allerdings sei er davon überzeugt, dass sich mit den neuen Bezeichnungen allein sicher keine Gleichwertigkeit herstellen lasse. Sie könnten aber dabei helfen, die öffentliche Wahrnehmung der beruflichen Bildung zu ändern.

Sind weitere Maßnahmen erforderlich?

Damit die berufliche und akademische Ausbildung tatsächlich als gleichwertige Wege in das Berufsleben anerkannt werden, sind nach Einschätzung von Holger Schwannecke noch ganz andere Maßnahmen nötig. Er macht sich für eine Bildungswende stark. Jugendliche müssten frühzeitig an das Handwerk herangeführt sowie über Karriere- und Verdienstmöglichkeiten aufgeklärt werden, so der ZDH-Generalsekretär.

Und er liefert auch gleich einen Vorschlag, wie das gelingen kann: „Der Werkunterricht muss wieder zum festen Bestandteil des Stunden- und Lehrplans werden, insbesondere auch an Gymnasien.“ Dadurch bekämen Jugendliche ein Gespür für handwerkliches Arbeiten.

Doch das ist nicht der einzige Punkt, an dem der ZDH-Spitzenvertreter Handlungsbedarf sieht. Er fordert zudem, dass die berufliche und die akademische Bildung endlich finanziell gleichwertig gefördert werden müssen. Schließlich sei ein Studium in der Regel kostenlos, während angehende Fachwirte, Meister oder Betriebswirte einen erheblichen Teil der Kosten selbst aufbringen müssten.

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