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Ausbildung

"Die Anforderungen müssen fest stehen"

Eine gute Vorauswahl der Bewerber verhindert spätere Enttäuschungen. Tests und Praktika sorgen für Klarheit.

Eine gute Vorauswahl der Bewerber verhindert spätere Enttäuschungen. Tests und Praktika sorgen für Klarheit.

"Systematische Auswahlprozesse finden nur in wenigen Betrieben statt", hat Ralf Bickert vom Fachverband des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen beobachtet. "So etwas wie Schnuppertage für Schüler in den Betrieben, Praktika, Einstellungstests wird zwar vereinzelt wahrgenommen, aber nicht miteinander verzahnt als systematisch betriebener Prozess der Entscheidungsfindung."

Daher haben die Innungsverbände im Tischler- und Schreinerhandwerk im vergangenen Herbst erstmals eine bundesweite "Woche des Einstellungstests" veranstaltet: Potenzielle Azubis konnten in einem Test ihre Kenntnisse unter Beweis stellen. Auch die Innungen der Landesverbände in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben sich daran beteiligt.

"Zum einen wollten wir als Verband in der Öffentlichkeit klar stellen, welche Anforderungen der Beruf des Tischlers stellt und was die Betriebe dementsprechend von den Auszubildenden erwarten", erläutert Bickert. "Viele Schüler dürften danach ein gewisses ,Aha-Erlebnis' gehabt haben, denn über die speziellen Anforderungen dieses Handwerks herrschen oft sehr ungenaue Vorstellungen." Zum anderen wollten die Innungen damit ihren Betrieben eine Entscheidungshilfe an die Hand geben.

Allein in Nordrhein-Westfalen nahmen über 2000 Schüler das Angebot an. Die Landesinnungsverbände wollen die Aktion in diesem Jahr fortführen. Geplant ist, den Testabsolventen ein Zertifikat über eine erfolgreiche Teilnahme auszustellen, das die Betriebe "als festes Instrument in ihre Entscheidungsfindung einbeziehen können." Doch auch ein Einstellungstest ersetze keineswegs ein Praktikum, betont Bickert.

Erfreulicherweise gehöre das mittlerweile in vielen Betrieben schon zum Standard, weiß Markus Bonerad. Der Ausbildungsberater der Handwerkskammer Hannover hat als Tischlermeister selbst mehrere Jahre ausgebildet. Seiner Meinung nach sollten sich die Betriebe für ein Praktikum Zeit nehmen: "Wenn jemand ein erfahrener Ausbilder ist, weiß er oft schon nach einer Woche, ob eine grundsätzliche Eignung vorliegt. Jemand, der zum ersten Mal ausbildet, sollte sich besser zwei Wochen Zeit nehmen, um einen Praktikanten richtig kennen zu lernen."

In jedem Fall rät er dazu, einen Praktikumsvertrag abzuschließen, um rechtlich abgesichert zu sein. "Der Versicherungsschutz muss geklärt werden und auch die Höhe einer etwaigen Vergütung."

Vielfach hake es in den Betrieben allerdings beim Einstellungsgespräch: "Das muss professionalisiert werden: Um eine Entscheidung für oder gegen einen künftigen Auszubildenden nicht nur aus dem Bauch heraus treffen zu müssen, müssten die Betrieb konkrete Anforderungsprofile entwickeln." Es lohne sich, hierfür einige Zeit zu investieren und entsprechende Hilfe einzuholen, rät Bonerad.

"Festlegen sollte man, wie die Tätigkeit des Auszubildenden genau aussieht: Was soll er im Betrieb tun? Welche Fähigkeiten muss er mitbringen, welche Qualifikationen und Erfahrungen sind mir wichtig? Welche Einstellungen, Haltungen und Auffassungen soll er mitbringen? Und schließlich: Welche Voraussetzungen muss er erfüllen, damit er in unser Team passt?" Diese Frage sei um so wichtiger, je kleiner ein Betrieb ist.

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