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Ätsch! Mit unseren 7 Tricks hat Ihr innerer Schweinehund keine Chance.

Erfolgreich mit List

Die besten 7 Tricks gegen Ihren inneren Schweinehund

Sie wollen sich verändern, aber Ihr innerer Schweinhund ist stärker als Sie? So tricksen Sie ihn aus und zeigen ihm, wer der Chef ist.

  • Veränderungen fallen uns schwer, weil unser Gehirn dagegen arbeitet.
  • Wer seinen inneren Schweinhund besiegen will, sollte deshalb aus sich selbst heraus motiviert sein und nicht anderen einen Gefallen tun wollen.
  • Ein übergeordnetes Ziel und eine klarer Plan helfen beim Durchhalten.
  • Helfen Sie sich und überlisten Sie Ihren Schweinehund mit einfachen Tricks: der 3-Tage-Verpflichtung zum Beispiel oder dem Kumpel-Trick. Und falls Sie mehr der „Lernen durch Schmerz“-Typ sind, hilft die 1-Euro-Methode.

Mehr Sport, weniger Stress, gesünder ernähren – gute Vorsätze fassen wir reichlich. Doch oft genug verhindert ein fieser Zeitgenosse ihre Umsetzung: der innere Schweinehund, der gemütlich auf dem Sofa hockt und alle Veränderungen blockiert. Das muss nicht so sein! Zeigen Sie Ihrem inneren Schweinhund, wer der Chef ist. Gelassenheitscoach und Experte für Veränderung Christian Bremer erklärt, wie Ihr Quälgeist tickt und wie Sie ihn besiegen.

Warum ist unser innerer Schweinhund so erfolgreich?

Wir tun uns schwer mit Veränderungen, selbst wenn wir wissen, dass sie uns gut tun. Warum ist das so? „Wir mögen keine Veränderungen, weil wir sie nicht gewohnt sind“, sagt Christian Bremer. „Wir sind zu oft in unserer Komfort-Zone.“

Unser Schweinehund hat nämlich einen mächtigen Verbündeten: unser Gehirn. „Das Gehirn ist unser wichtigstes Organ, das am meisten Energie benötigt. Unser Körper ist aber daran interessiert, möglichst wenig davon zu verbrauchen, um auf schlechte Zeiten vorbereitet zu sein“, erklärt Bremer. Gewohnheiten zu verändern erfordere aber viel Energie und sei deshalb so gar nicht im Interesse des Energiespar-Körpers.

Und noch ein zweites, psychologisches Phänomen stärkt unseren inneren Schweinehund: „Wenn wir etwas verändern wollen, können wir den Aufwand abschätzen, den Nutzen aber nicht“, so Bremer. „Warum sollten wir uns also in Arbeit stürzen, wenn gar nicht sicher ist, dass sie Früchte trägt?“ Und schon setzen wir uns wieder hin, statt die Laufschuhe zu schnüren.

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Zwei Voraussetzungen für den Erfolg

Der Kampf gegen den inneren Schweinehund ist zwar mühsam, kann aber erfolgreich sein. Christian Bremer empfiehlt, sich vorab zwei Fragen ehrlich zu beantworten:

  1. Für wen will ich die Veränderung?
  2. Welches Ziel verfolge ich?

„Wer sich für andere verändern will und nicht für sich, der sollte es einfach lassen“, meint der Coach. „Die Energie kommt daher, dass wir etwas für uns selbst tun.“ Wer eine Veränderung aus sich heraus anstrebe – zum Beispiel mehr Sport zu treiben, um weniger Rückenschmerzen zu haben – habe mehr Erfolg.

Außerdem brauche es ein „hehres Ziel“. „Das kann zum Beispiel sein: ,Ich will nie wieder Rückenschmerzen haben‘“, nennt Bremer ein Beispiel.

Nun gilt es, sich so konkret wie möglich Schritte vorzustellen, die beim Erreichen dieses Zieles helfen: Ich werde montags, mittwochs und freitags eine Stunde laufen. „Dabei sollte man sich mit allen Sinnen vorstellen, wie man aufsteht, die Sportsachen anzieht, durch den Wald läuft,… „So bekommt das Gehirn die Information, wohin ich will“, erklärt der Coach. „Viele Menschen wollen Veränderung, aber halten nicht durch, weil sie keinen Plan haben.“

Sind diese Fragen geklärt, kann es losgehen mit dem Kampf gegen den Schweinehund. Aus seiner Erfahrung als Coach hat Bremer sieben Tipps gesammelt, die dabei helfen. „Natürlich muss man nicht alle sklavisch befolgen“, sagt er. „Suchen Sie sich das aus, was am besten zu Ihnen passt.“

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Trick 1: Die 3-Tage-Verpflichtung

Machen Sie es sich leicht und planen Sie Ihre Veränderung für absehbare Zeiträume: „Ein Unternehmer nimmt sich vor, mehr für die Akquise zu tun und jeden Tag zehn Kunden anzurufen. Wenn er sich das für ein Jahr vorstellt, ist das eine unglaubliche Aufgabe“, erläutert Bremer seinen Trick. „Für drei Tage aber ist das eine überschaubare Sache.“

Nach diesen drei Tagen folgen wieder drei Tage und dann wieder. „Und ehe man es sich versieht, hat man die neue Gewohnheit über einen langen Zeitraum erfolgreich geschafft.“

Trick 2: Der Kumpel-Trick

„Viele Menschen haben Ideen und gehen dann für die Umsetzung alleine los“, sagt Bremer. Damit machen Sie es Ihrem inneren Schweinehund leicht. Schwerer wird es für ihn, wenn er zwei Gegner hat: „Suchen Sie sich einen Kollegen oder Freund, dem Sie von Ihrem Plan erzählen, und verabreden Sie ein wöchentliches Telefonat über Ihre Erfolge“, rät der Coach.

„Menschen sind soziale Wesen, uns ist wichtig, was andere von uns denken. Wenn wir zum dritten Mal eine faule Ausrede benutzen, weil wir unseren Plan nicht durchgehalten haben, ist das peinlich“, erklärt er den Hintergedanken. „Es schadet daher nicht, wenn der Freund ein bisschen gemein ist.“

Trick 3: Der Kalendereintrag

„Die meisten Menschen führen einen Kalender, in dem sie Termine und andere wichtige Dinge eintragen“, so Bremer. „Machen Sie sich diese Gewohnheit zu Nutze und tragen Sie Zeiten für die gewünschte Veränderung ebenfalls ein.“ Das kann der Termin zum Spazierengehen um 18 Uhr genau so sein wie die Erinnerung, vor 12 Uhr drei Gläser Wasser zu trinken.

Trick 4: Der Gewohnheitstrick

„Veränderungen lassen sich besser umsetzen, wenn wir neue Gewohnheiten an alte knüpfen“, sagt Bremer. Dazu müssen Sie zunächst Ihre Gewohnheiten kennenlernen, um zu sehen, wo sich Verbindungen zu Ihren Plänen anbieten. Wollen Sie gern öfter eine Pause machen? Dann überlegen Sie, wann Sie regelmäßig auf etwas warten und machen Ihre Pause in dieser Wartezeit.

Oder verbinden Sie die Veränderung an Ihre Essenzeit: Immer nach dem Mittagsessen drehe ich eine Runde um den Block. Sie können auch an Termine anderer anknüpfen: dienstags, wenn ich die Kinder zum Sport gebracht habe, gehe ich selbst zum Sport.

Trick 5: Die 5-Sekunden-Regel

„Unser Gehirn ist sehr erfolgreich damit, uns Ideen auszureden, weil es auf Ausgleich angelegt ist“, sagt Bremer. „Was dagegen hilft, ist sofortiges Handeln innerhalb von fünf Sekunden.“

Ein Beispiel: Man sitzt müde auf dem Sofa, aber heute ist Sporttag. Der Schweinehund quengelt: Lass die Rennerei, du bist zu schlapp! „Nun muss man sich sofort aufsetzen und zum Beispiel die Sportschuhe rausstellen. Das ist eine viel einfachere Aufgabe als eine Stunde durch den Wald zu laufen, aber eine wichtige Voraussetzung dafür“, sagt Bremer.

Der Trick dahinter: Das Gehirn ist abgelenkt und der Schweinehund ruhig gestellt.

Trick 6: Die Zettel-Methode

„Schreiben Sie morgens auf einen Zettel, was Sie erreichen wollen“, erklärt Bremer die Zettel-Methode. Zum Beispiel die Zahl 18, wenn Sie pünktlich Feierabend machen wollen, um mit den Kindern zu spielen. Oder die Zahl 100.000, weil Sie heute fünf Neukunden anrufen möchten, von denen Sie sich viel Umsatz versprechen. Abends überprüfen Sie, ob Sie Ihren Vorsatz in die Tat umgesetzt haben

„Wichtig ist, dass Sie jeden Morgen einen neuen Zettel schreiben, und nicht etwa ein hübsch laminiertes Dokument an die Wand hängen“, sagt der Coach. Der tägliche Impuls, einen Zettel zu schreiben, führe bereits in die richtige Richtung.

Trick 7: Die 1-Euro-Methode

Die 1-Euro-Methode ist für Menschen gedacht, deren innerer Schweinehund besonders widerstandsfähig ist. „Heben Sie ein Summe von der Bank ab, die Ihnen ein bisschen wehtut – 1.000 Euro für einen Geschäftsführer, 30 Euro für einen Azubi“, erklärt Bremer den Trick. Legen Sie das Geld ist kleinen Einheiten – Euro-Stücke oder zehn-Euro-Scheine – in ein Gefäß und geben Sie es einem Freund. Nun suchen Sie sich einen Verein, einen Fußballklub oder eine Partei, die Ihnen richtig gegen den Strich geht. Verabreden Sie mit dem Freund, dass er jeden Tag nachfragt, ob Sie geliefert haben. Falls nein, wandert eine Teilsumme in ein anderes Gefäß. Das Geld in diesem Gefäß wird nach einem festgelegten Zeitpunkt an den Verein oder die Partei gespendet.

„Das ist Lernen durch Schmerz“, erklärt Bremer den Erfolg dieser Methode. „Das Geld ist weg und nur durch mein Handeln kann ich verhindern, dass es einem Zweck zugutekommt, den ich missbillige.“

Bonustrick: Der Cheating-Day

Immer konsequent zu sein ist schwer. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich einen Cheating-Day zu gönnen, an dem Sie Ihren Vorsatz nicht einhalten. „So kann man Druck ablassen“, sagt Bremer. Wer sich zum Beispiel vornehme, keinen Alkohol mehr zu trinken, kann für dem Samstag eine Ausnahme machen. „Damit zieht man sich über den Bierdurst am Mittwoch, weil die Zeit bis Samstag absehbar ist, und es macht die Sache ein bisschen spielerischer.“

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