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Feuer

Die Horrornacht von Wismar

Beißender Qualm reißt den Chef aus dem Schlaf, sein Haus und seine Werkstatt stehen in Flammen. Ein Handwerksmeister in Wismar hat diesen Albtraum jetzt erlebt. Kein Einzelschicksal, das zeigt schon eine kurze Recherche.

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Über die Nacht, die der Tischlermeister Helmut Meier "in seinem Leben nicht mehr vergessen" wird, berichten die Lübecker Nachrichten.

2.30 Uhr: Meier schläft tief, als ihn ein "beißender Geruch aus dem Schlaf" reißt. Qualm dringt durch den Türspalt, dem 57-Jährigen schlagen die Flammen entgegen. Das Feuer hat sich "von der angrenzenden Tischlerei bis in die Dachwohnung des kombinierten Werkstatt- und Wohngebäudes gefressen".

Meier gelingt die Flucht ins Freie. Doch in der Wohnung nebenan schlafen seine Schwester und ihr Mann. Mit "blutverschmierten Händen" schlägt der Tischlermeister gegen ein Fenster im Parterre, irgendwie schafft er es, die Verwandten zu wecken. Bitter: Die beiden Hunde des Tischlers sterben in den Flammen.

2.45 Uhr: Die Berufsfeuerwehr mit mehr als 50 Einsatzkräften und ein Rettungswagen rücken an. Meier wird mit schweren Brandverletzungen an den Händen und Armen und einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. An seinem Werkstatt- und Wohngebäude sei ein geschätzter Sachschaden von 150 000 Euro entstanden, schreibt die Ostsee Zeitung.

Kein Einzelfall
Wer die Suchbegriffe "Brandursache" und "Tischler/Schreiner" bei google.de eingibt, merkt sofort: Die Horrornacht von Wismar ist kein Einzelfall, die Suchmaschine spuckt eine Unzahl von Zeitungsartikeln aus, in denen Brände vermeldet werden. Hier sieben Beispiele aus den ersten Monaten dieses Jahres:

3. April, nachrichten.at: Großfeuer in Tischlerei: "Das Leben geht weiter"

31. März, Schweriner Volkszeitung: Tischler verliert durch Brand seine Werkstatt und Wohnung

12. März, Seegeberger Zeitung: Großer Lagerschuppen einer Tischlerei niedergebrannt

23. Februar, Salzkammergut Zeitung: Eine Million Euro Schaden bei Brand einer Sargtischlerei

13. Februar, Volksfreund.de: Feuer in Bitburger Schreinerei, Schaden im sechsstelligen Bereich

20. Januar, presseportal.de: Großbrand einer Schreinerei in Krefeld

15. Januar, lokalxxl.de: Schreinerei bei Feuer schwerstbeschädigt

Über eine sogenannte "Inhaltsversicherung" können Unternehmen nahezu die gesamte bewegliche Ausstattung versichern, von der Büroeinrichtung über das Werkzeug bis zur großen Maschine. Ein Versicherer wie die Signal Iduna bewertet das Feuerrisiko einer Tischlerei mit dem Faktor 5. Das heißt: Im Vergleich mit einem reinem Bürobetrieb ist es fünfmal so wahrscheinlich, dass es in einer Tischlerei brennt.

Höhere Versicherungskosten
Und dieser Unterschied schlägt sich laut Signal Iduna auch in einer entsprechend höheren Einzelprämie nieder: "Die Kombination von intensivem Maschineneinsatz mit einem vergleichsweise leicht brennbarem Werkstoff wie Holz führt zu anderen Risikoverhältnissen", verdeutlicht Thorsten Herberger, Produktmanager bei dem Versicherer.

Übrigens: Das Wismarer Bildungszentrum hat der Tischlerei Meier eine Werkstatt zur Verfügung gestellt, damit die beiden Gesellen und der Auszubildende nicht ihren Job verlieren: "Sie können die Maschinen solange nutzen, bis die Tischlerei wiederaufgebaut ist."

(sfk/bw)

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